Piko 51364: NS Reeks 1100

Die Lokomotiven der Reihe 1100 der Niederländischen Staatsbahnen (NS) sind Elektrolokomotiven der Achsfolge Bo‘ Bo‘, die unter 1.500 V Gleichstrom einsetzbar waren. Die Lokomotiven wurden 1950 von Alsthom nach Plänen der SNCF-Type BB 8100 gebaut, verkehrten aber nur in den Niederlanden. Sie wurden bis 1999 vor allen Zuggattungen eingesetzt.


Modellvorstellung

Die Reihe 1100 zählt bei Piko zu den Formneuheiten 2019. Nachdem bereits ein Modell in der dunkelblauen Farbgebung als Epoche IV-Modell angekündigt war, sind für 2020 gleich mehrere verschiedene Ausführungen avisiert. Als zweites Modell ist die Ausführung als Epoche III-Fahrzeug angesagt, zudem ist für das Jahresende noch die Auslieferung der umgebauten Reihe 1100 im Farbschema der 1980er Jahre angekündigt. Beim gegenwärten Modell handelt es sich um die Epoche III-Ausführung. Dieses ist in zwei Gleichstrom-Ausführungen und zwei Wechselstrom-Ausführungen verfügbar. Die Gleichstrom-Modell werden mit den Artikelnummern 51364 (ohne Loksound, UVP € 189,99) und 51366 (mit Loksound, UVP € 279,99) geführt, die Wechselstrom-Modell unter den Artikelnummern 51365 (ohne Loksound, UVP € 229,99) und 51367 (mit Loksound, UVP € 289,99). Die Digitaldecoder sind mfx-fähig.

Verpackung

Piko liefert dieses neukonstruierte Lokmodell in der aktuellen Verpackungsform aus. Das bedeutet die Verwendung einer Kartonschachtel und einer Blisterverpackung. Ein Zurüstbeutel mit Zurüstteilen für die Pufferbrust und einer Attrape ist an diese mittels Klebestreifen angeheftet. Die notwendigen Papiere wie Betriebsanleitung und Ersatzteilblatt sind in einem eigenen Schuber abgelegt und in die Kartonverpackung eingeschoben.

Technik

Die Antriebskomponenten sind bei dieser Neukonstruktion unter dem Lokgehäuse untergebracht. Das Gehäuse ist am Rahmen aufgesetzt und mit zwei Schrauben an der Unterseite befestigt. Nach dem Lösen dieser zwei Schrauben ist der Abzug des Gehäuses nach oben problemlos möglich. Es offenbart sich das Innenleben. Die Fahrzeugplatine ist oberhalb des Metallrahmens montiert und von den seitlichen Maschinenraumfensterimitationen umschlossen. Die Digitalschnittstelle befindet sich an der Oberseite der Platine – es ist eine PluX22-Steckleiste. Darunter befindet sich der Mittelmotor mit zwei großen Schwungmassen. Dieser treibt das Modell via Kardanwellen und dem Stirnrad-/Schneckengetriebe auf alle vier Achsen an. Die jeweils äußersten Achsen sind einseitig mit Haftreifen bestückt. Die Stromabnahme erfolgt über alle vier Achsen. Das Modell ist mit einer Kurzkupplungskulisse ausgestattet.

Fahrverhalten

Das Eigengewicht beträgt 338 Gramm. Die Vorbildgeschwindigkeit beträgt 135 km/h. Messungen bei 12 V Gleichstrom ergaben einen umgerechneten Wert von ca. 152 km/h. Die berechnete Modellgeschwindigkeit ist gegenüber der Vorbildgeschwindigkeit um ca. 13 % zu hoch, gegenüber dem NEM-Wert – unter Berücksichtigung der Erhöhung um 30 % – ist sie sogar um ca. 17 % zu niedrig.

Optik

Das vorliegende Modell ist ein einfach entworfenes Fahrzeug mit wenig äußerlichen Schnick-Schnack. Das Modell ist in den Proportionen gut getroffen und bildet das NS-Vorbild korrekt ab. Neben den erhabenen Zierlinen am Lokkasten sind die Alustege der Bullaugen im Maschinenraum sofort in die Augen fallend, gleiches trifft auch für die zweiteiligen Frontfenster zu. Die Scheibenwischer sind als extra angesetzte Teile ausgeführt, wie auch die seitlichen Griffstangen bei den Führerstandstüren oder auch die Frontumläufe. Am Dach sind zwei Gleichstrom-Stromabnehmer montiert. Die Wippen stellen dabei eine wahre Augenweide dar. Am Dach sind verschiedene Detaillierungen zu erkennen, besonders die Dachverschlüsse sind filigran umgesetzt. Die eingesetzten Isolatoren sind silbern lackiert und mit einer dünnen Dachleitung verbunden. Die Drehgestelle sind dreidimensional durchgebildet. Einzelne Federpakete sind dabei auf den Drehgestellrahmen eingesetzt und weisen dahinter Hohlräume auf.

Farbgebung und Beschriftung

Das einfache Lackierungsschema der NS-Reihe 1100 läßt sich am Modell einfach umsetzen und erfolgte durch den eingeführten Kunststoff. Lediglich die erhabenen Zierlinen am Fahrzeugkasten waren farbliche gesondert zu behandeln und sind silbern ausgeführt. Erhaben umgesetzt wurden auch die Lokschilder auf den Seitenwänden bzw. an der Fahrzeugfront, zusätzlich mit dem Eigentumsemblem NS. Die sauber umgesetzte Lackierung weiß ebenfalls zu überzeugen und betrifft nur wenige Angaben (Bremsgewichte).

Beleuchtung

Das niederländische Schnellzuglok ist mit LED versehen, die fahrtrichtungsabhängig leuchten. Das Spitzenlicht besteht aus zwei großen weißen Lichtern unten und einem kleinen Licht oben rechts, das Schlußlicht besteht aus zwei kleinen roten Lichtern über den Frontfenstern.

Bilder