Piko 51840 / 51842 / 51844 / 51846 / 51848: Baureihe 111 DB / RailAdventure

Die Lokomotiven der Baureihe 111 stellen die moderne Variante bzw. Ausführung der bereits bewährten Baureihe 110.1 bzw. 110.3 der Deutschen Bundesbahn dar. Der Grundriß wurde zugunsten eines neugestalteten Führerstandes wesentlich verändert. Dieser bietet dem Lokführer ein Höchstmaß an Sicherheit und persönlichem Komfort. Ein neues Lüftungssystem für die Fahrmotoren und eine geänderte Gerüstanordnung ermöglichen eine bessere Zugänglichkeit zu den elektrischen Geräten. Beim Einbau der elektrischen Bremse ist vor allem die Leistungssteigerung von 1.200 auf 2.000 kW bemerkenswert, womit der Verschleiß an Bremsklötzen merklich herabgesetzt wurde. Eine automatische Fahr- und Bremssteuerung (AFB) entlastet den Lokführer bei seiner täglichen Arbeit. durch neuartige Meßtechniken bestätigte Erkenntnisse führten zur konstruktiven Gestaltung der neuen Drehgestelle. Die dadurch erhielte Reduktion der auf die Schiene wirkenden Querkräfte bedeutet die Schonung von Fahrweg und Fahrzeug. Das Bundesbahn-Zentralamt München übernahm im Dezember 1974 mit der 111.001 das erste Fahrzeug einer neuen Generation von Schnellzuglokomotiven, die aber vorwiegend im Regionalzugdienst Verwendung fanden. Erbauer des mechanischen Teiles Krauss-Maffei, Henschel und Krupp, beim elektrischen der 226 Stück umfassenden Flotte sind Siemens, BBC und AEG.


Modellvorstellung

Die Ankündigung der Sonneberger, daß auch Sie die Baureihe 111 ins Sortiment nehmen, kam völlig unscheinbar im Neuheitenblatt 2017 zum Vorschein. Letztendlich war es auch eine Überraschung, schließlich kommt nach Märklin, Trix, Roco und Fleischmann sowie jene von Lima die nächste H0-Variante auf den Markt.

Piko hat zunächst aktuelle Vorbilder gewählt, die in verkehrsroten Anstrich mit Frontbalken in der Epoche VI angesiedelt sind. Das erste Modell ist als Analog-Version ausgeführt, und unter den Artikelnummern 51840 (Gleichstrom-Ausführung, UVP € 144,99) und 51841 (Wechselstrom-Ausführung, UVP € 174,99) erhältlich. Die angekündigte Sound-Lok wird nach Herstellerangaben der Epoche V angehören. Es ist unter den Artikelnummern 51842 (UVP € 244,99) bzw. 51843 (UVP € 264,99) erhältlich sein. Hierbei fällt auf, daß die Wechselstrom-Ausführung gegenüber der Gleichstromversion trotz Decoder und Lautsprecher nicht den selben Schritt beim Aufpreis mitmacht.

Verpackung

Piko liefert seine Neukonstruktion in der neuen Verpackungsform wie bei der Baureihe 152 aus. Es ist zunächst der Kartonschuber abzuziehen, um an die aus Karton gefertigte Umverpackung zu gelangen. Die Lok liegt dabei gut verpackt und rutschsicher in der Blisterummantelung und wird von der Umverpackung aufgenommen. Sämtliche Papiere sind an der Unterseite in einem eigenen Schuber in die Kartonverpackung eingeschoben. Ein Zurüstbeutel ist an der Blisterummantelung angeklebt. Im Beutel befinden sich Bremsschläuche und Zughaken.

Technik

Die technische Ausführung beruht auf bisherigen Ausführungen, indem die Antriebskomponenten allesamt unter dem Kunststoffgehäuse verstaut sind. Das Kunststoffgehäuse ist auf dem Chassis aufgesetzt und läßt sich durch eines Spreitzen normalerweise problemlos abziehen und auch abstecken, wenn es dabei nicht ein kleines Problem gäbe. Die jeweils in einer Lokecke der beiden Führerstände montierten Zugheizkabel behindern den Vorgang, sodaß diese jeweils auf die Seite gedrückt werden müssen. Das verwendete Material scheint ein Stahldraht zu sein, der sehr widerstandsfähig ist.

Ein fünfpoliger Mittelmotor mit Schwungmasse übernimmt dabei den Antrieb der 111, der über die Kardanwellen und die Stirnrad-/Schneckengetriebe die vier Fahrzeugachsen antreibt. Haftreifen sind jeweils einseitig an der zweiten und dritten Achse eingesetzt. Die Lok verfügt über eine Kurzkupplungskulisse nach NEM 362.

Die Fahrzeugplatine ist über dem Mittelmotor am Zinkdruckgußrahmen montiert und beinhaltet eine Digital-Schnittstelle nach NEM 658. Beim vorliegenden Analogmodell ist ein Brückenstecker in der PluX22-Schnittstelle eingesteckt. Auf der Platine wurden auch zwei Pufferkondensatoren berücksichtigt, um den Betrieb auf Weichenstraßen problemlos zu gewähren.

Fahrverhalten

Mit 381 Gramm Eigengewicht zählt das Modell eher zu den Leichtgewichten. Das Vorbild hat eine Höchstgeschwindigkeit von 160 km/h. Messungen bei 12 V Gleichstrom ergaben umgerechnete Werte im Analogbetrieb von ca. 156 km/h. Die berechnete Modellgeschwindigkeit ist gegenüber der Vorbildgeschwindigkeit um ca. 2,5 % zu niedrig, gegenüber dem NEM-Wert – unter Berücksichtigung der Erhöhung um 30 % – ist die Modellgeschwindigkeit um ca. 33 % zu langsam.

Optik

Piko’s 111 ist auf den ersten Blick ein stimmiges und schönes Modell geworden, das durch zahlreiche Details am Kunststoffgehäuse zu überzeugen vermag. Die Gravuren an den Seitenwänden sowie an den Stirnfronten geben das Vorbild perfekt wieder. Die modernisierten Griffstangen sind in das Gehäuse eingesetzt, ebenso die UIC-Dosen sowie die Scheibenwischer an der Stirnfront. Die Lüftergitter weisen tiefe Gravuren auf. Alle Fenster sitzen paßgenau in den Ausnehmungen, die Fensterrahmen und die Gummidichtungen sind dezent ausführt, ebenso die Scheinwerferringe der Frontlampen.

Auf den Puffern sind Trittflächen montiert, aus aus feine Ätzteile bestehen. Weitere Ätzteile sind am Lokdach verbaut. Der Dachgarten ist geradezu eine Augenweide mit seinen vollständig und korrekt umgesetzten Isolatoren und Dachleitungen. Die Stromabnehmer bestehen aus zierlich gehaltenen Doppelschleifstücken und zarten Holmen.

Die Drehgestelle sind dreidimensional durchgebildet und weisen eine entsprechende Tiefenoptik auf. Zumindest die Sandkästen sind als eigene Bauteile konstruiert und in das Drehgestell eigens angesetzt.

Farbgebung und Beschriftung

Das vorliegende Modell der Baureihe 111 ist sauber lackiert und bedruckt. Die Farbtrennkanten zwischen verkehrsrot und umbragrau sind allesamt ohne Ausfransungen umgesetzt. Die Anschriften sind gut deckend aufgetragen und ebenso trennscharf ablesbar. Piko hat seiner Neukonstruktion die Betriebsnummer 91 80 6 111 193-9 verpaßt. Mit dem Halterkürzel D-DB gehört die Lok epochenmäßig der jüngsten Zeiteinteilung an. Die Maschine ist bei DB Regio AG Hessen, Frankfurt am Main im Einsatz. Das Revisionsdatum lautet auf Unt LD X 21.01.10.

Beleuchtung

In die Neukonstruktion wurden warmweiße und rote SMD-LEDs verbaut. Das Spitzenlicht besteht aus drei weißen LEDs. Das Schlußlicht wird mit zwei roten LEDs dargestellt.


Bilder


Modellvorstellung 51842

Das Sound-Modell erhielt die Betriebsnummer 111 219-2 und verkörpert eine Lokomotive, die im Design und der Beschriftung der Epoche V angesiedelt ist. Die Lok ist bei DB Regio Bayern bzw. in Nürnberg beheimatet. Im Revisionsrastern stehen die Untersuchungsdaten Unt LDX 10.06.03. Die Zugzielanzeige im rechten Führerstandsfenster weist als Ziel München Hbf auf. Piko liefert das Modell mit einem ESU-Sounddecoder aus. Die Lok ist als Gleichstrom-Variante zum UVP von € 244,99 erhältlich. Das Wechselstrom-Modell (51843) kostet € 264,99 UVP.


Bilder


Modellvorstellung 51844

Bisher waren nur neuzeitliche Modellausführungen der im letzten Jahr als Neukonstruktion angekündigten Baureihe 111 erhältlich. In diesem Jahr folgen die klassischen Ausführungen der Epoche IV und V, wobei eine ganze Serie (111 111 bis 188) für den S-Bahn-Betrieb in einer kieselgrauen Grundlackierung mit orangen Zierstreifen als sog. S-Bahn-111er in Betrieb gestellt wurden. Diese Farb- und Beschriftungsvariante ist in der Gleichstrom-Version unter der Artikelnummer 51844 zum UVP von € 149,99 bzw. als Wechselstrom-Version unter der Artikelnummer 51845 zum UVP von € 189,99 erhältlich. Piko hat dabei die erste Lok in diesem Farbschema realisiert und als 111 111-1 beschriftet. Die Lok ist beim Bw Düsseldorf bzw. der BD Köln stationiert. Im Revisionsraster stehen die Untersuchungsdaten REV Mf 18.7.78.

Kurioserweise liefert Piko die S-Bahn-111 mit einer Zugzielanzeige im Führerstandsfenster aus. Diese Einrichtung des Fahrgastinformationssystems kam allerdings erst später bei den Lokomotiven der Baureihe 111 in Verwendung.


Bilder


Modellvorstellung 51846

Als Neuheit darf natürlich keinesfalls die klassische Ausführung der 111 fehlen, deren Auslieferung in den Zeitpunkt des neuen Farbschemas Ozeanblau/Beige fällt. Beides ist 1974 aufgekommen und wurde nach ca. 20 Jahren dann durch das orientrote Farbschema ersetzt.

Piko liefert seine ozeanblau/beige Lokomotive als Münchner Maschine aus, die die Betriebsnummer 111 080-8 trägt. Mit den Untersuchungsanschriften REV MF 6.10.88 gehört diese Modellausführung der Epoche V an. Das Modell ist sauber lackiert und beschriftet, wobei vor allem die dezenten Gummifassungen der Maschinenraumfenster auffallen.

Das Gleichstrom-Modell ist im Fachhandel unter der Artikelnummer 51846 zum UVP von € 149,99 erhältlich, die Wechselstrom-Ausführung unter der Artikelnummer 51847 zum UVP von € 189,99.


Bilder


Modellvorstellung 51848

In den Herbstneuheiten 2018 hat Piko eine der drei von RailAdventure in Betrieb genommenen Loks der Baureihe 111 als Modell umgesetzt. Unter der Artikelnummer 51848 (Gleichstrom-Modell, UVP € 149,99) bzw. 51849 (Wechselstrom-Modell, UVP € 189,99) ist die Modellausführung der D-RADVE 91 80 6111 215-0 erschienen. Die Lok fällt nicht nur durch die dunkelgrau/weiße Lackierung auf, sondern vor allem auch durch die schwarz verdunkelten Maschinenraumfenster. Das Modell ist sauber lackiert und bedruckt. Als letztes Untersuchungsdatum ist im Revisionsraster REV LDX 02.03.18 angeschrieben. Die Höchstgeschwindigkeit ist auf 140 km/h gedrosselt, zudem ist die Lok nur mehr in Deutschland lt. Zulassungsraster einsatzfähig.


Bilder