Liliput 230158 / 230160 / 235801 / 235802 / 235808 (H0), 265802 / 265806/ 265813 (N): DB-Großraumgüterwagen

Im Fuhrpark der DB waren auch besondere Wagentypen als Privatwagen eingestellt. Ein solcher besonderer Wagentyp stellen die Großraumwagen für den Transport von Dämm- und Schaumstoffen dar, die wenig wiegen, aber ein großes Transportvolumen einnehmen. Die Wagen wurden 1964/65 bei Talbot unter Ausnützung des gesamten Lichtraumprofil und unter maximaler Ausnützung der Fahrzeuglänge konstruiert, was den Fahrzeugen dieses volumnöse Aussehen bescherte. Die Ausbildung der Fahrzeuglänge erwies sich allerdings als nicht unproblematisch, mußten doch die Zug- und Stoßeinrichtungen in der Kopfform untergebracht werden. Die Fahrzeuge fallen aber auch durch die tiefe Lage des Laderaumes auf, indem die Achsen mit Laufraddurchmessern von maximal 730 mm aufweisen, die niedrigeste Lage der Ladefläche beträgt bei den Kopfstücken ca. 850 mm, zwischen den Achsen gar nur 650 mm über Schienenoberkante.

Die ersten 40 Wagen wurden 1965 von Talbot gebaut und an Glaswatte (20) bzw. Grünzweig + Hartmann (ebenfalls 20) abgeliefert. 60 weitgehend baugleiche Fahrzeuge folgten zwischen 1966 und 1969 für Grünzweig + Hartmann, wobei einige Fahrzeuge schon Werbeschriftungen (wie SILLAN) erhielten. Dem Wagentyp folgten im Laufe der 1970er Jahre weitere Fahrzeuge für unterschiedliche Einsteller. Bei diesen Wagen handelte es sich um die lange Ausführung mit 16,74 m Länge über Puffer, 15,91 m Ladelänge, 47,7 m² Ladefläche und 163 m³ Laderaum.

Rockwool beschaffte ab 1970 zwei Fahrzeuge, deren Länge über Puffer um 860 mm kürzer war und die Ladelänge auf 15,04 m sank. Die Ladefläche war mit 45,0 m² und der Laderaum mit 152 m³ festgelegt. Von diesen mittellangen Fahrzeugen folgten noch Exemplare für Basalan Isolierwolle, Grünzweig + Hartmann und Rheinhold & Mahla. Eine weitere Serie dieser Großraumwagen, die an Sogefa geliefert und an verschiedene Kunden weitervermietet wurden (u. a. Dunlopillo) wurden in unterschiedlichen Ladelängen ausgeliefert, die maximale Längen von 15,04 bzw. 14,87 m aufwiesen.

Die noch kürzere Bauart wurde 1972/73 in Verkehr gesetzt und hatten folgende Parameter: 14,99 m Länge über Puffer, 13,98 m Ladelänge, 42,5 m² Ladefläche und 143 m³ Ladefläche. Auch diese Wagen wurden an Sogefa geliefert und an diverse Kunden mit entsprechenden Lackierungen weitervermietet. Es folgten noch sechs Fahrzeug für die EVA, die an die Firmen Europlastic und Pelz vermietet wurden. Natürlich traten noch andere Mieter dieser Großraumwagen in Erscheinung. Mit 169 gebauten Exemplaren wurde um 1980 herum der Höchststand erreicht, sie blieben bis zur Jahrtausendwende im Einsatz.

Die DB führte die Wagen von mehreren Einstellern, wobei alle drei Längen vertreten waren. Die Firma Glaswatte war das erste Unternehmen, das solche Wagen 1965 mit den Nummern 536 175 … 535 194 (ab 1966: 022 0 500 – 519 bzw. ab 1980: 232 0 096 – 115) mit 16,74 m LüP einstellte. Baugleiche Wagen kamen 1965/66 von Grünzweig + Hartmann, die als 576 960 bis 576 999 (ab 1966: 022 0 800 – 839 bzw. ab 1980 als 232 0 006 bis 045) geführt wurden. Im Jahr 1967 wurde von der Firma Haacke Algostat das Einzelstück 022 0 000 bzw. als 022 0 778 (ab 1980: 232 0 153) eingestellt. 1967 bis 1969 kamen weitere lange Wagen von Grünzweig + Hartmann hinzu, die als 022 0 840 bis 879 bzw. ab 1980 als 232 0 046 bis 085 geführt wurden. 1970 wurden mehrere kurze Wagen veingestellt. Von der Deutschen Rockwool kamen die Wagen 022 0 102 + 103 (bzw. ab 1980 als 232 0 002 + 003) angeschrieben zur DB, von der Basalan Isolierwolle die Wagen 022 0 998 + 999 (ab 1980: 232 0 004 + 005). Zudem wurden von der Deutschen Rockwool mit den Wagen 022 0 100 + 101 (ab 1980: 232 0 000 + 001) nochmals zwei lange in Betrieb genommen.

Die weiteren Privatwagen wiesen eine LüP von 15,88 Meter auf. Die Firma Grünzweig + Hartmann stellte 1971 die Wagenserie 022 0 880 bis 889 (ab 1980: 232 0 086 bis 095) ein, erstmals kamen auch Wagen von der Firma Rheingold & Mahla mit den Wagennummern 022 0 498 + 499 (ab 1980 als 232 0 116 + 117) sowie Louis Krages, die die Erstnummern 053 0 450ff trugen, aber in 053 0 368 bis 373 (ab 1980: 570 9 000 bis 005) umgezeichnet wurden. 1971/72 gesellten sich Wagen von Sogefa/Metzeler dazu, sie waren als 022 0 359 bis 368 und 390 bis 399 (ab 1980: 232 0 118ff und 143ff) angeschrieben, gefolgt von den Sogefa/Dunlopillo-Wagen im Jahr 1972 mit den Wagennummern 022 0 375 bis 389, die ab 1980 als 232 0 128 bis 142 angeschrieben wren. Die beiden letzten Privatwageneinstellungen betrafen nur mehr kurze Wagen mit 14,99 Meter LüP. EVA/Pelzwolle o. Europlastic gehörten die Wagen mit den Betriebsnummern 022 0 779 bis 784 (ab 1980: 232 5 009 bis 014) bzw. die Firma Sogefa/Greiner im Jahr 1972/73 mit den Wagen 022 0 356 bis 358 und 369 bis 374, die ab 1980 als 231 5 000 bis 008 in einer zugesammengehörigen Gruppen umgezeichnet wurden.

Die Umzeichnung der Privatwagen im Jahr 1980 ist infolge einer Umänderung der Gattungsbezeichnungen und der Nummernkreise bei der UIC zu suchen. Die drei unterschiedlichen Wagenlängen bedeuteten für den Verlader unterschiedliche Parameter, das die Ladelänge, die Ladefläche und auch das Ladevolumen betraf. Die langen Wagen mit 16,74 Meter LüP wiesen eine Ladelänge von 15,91 Meter auf, die Ladefläche betrieb 47,7 m² und das Ladevolumen lag bei 163 m³. Die Werte für die mittellangen Großraumgüterwagen mit 15,88 m LüP reduzierte sich daher auf eine Ladelänge von 15,04 Meter, eine Ladefläche von 45,0 m² und einen Laderaum von 152 m³. Bei den kurzen Wagen der 1972/73 in Dienst gestellten Fahrzeug verhielt sich das Verhältnis wie folgt: Ladelänge von 13,98 Meter, Ladefläche von 42,5 m² und Laderaum von 143 m³.


Modellvorstellung

Liliput hat diese Großraumwagen als die Hauptneuheit für 2019 in den Unterlagen ausgewiesen und gleich bei der Ankündigung verschiedene Vorbilder zur Modellnachbildung ausgewählt. Die Neukonstruktion dieser Wagen erfolgte für die Baugrößen H0 und N, was durchaus Synergien gestattete. Jedenfalls hat Liliput die Chance ergriffen, nicht nur die Vorbilder in beiden Baugrößen zu realisieren, sondern berücksichtigte bei der Modellumsetzung auch die unterschiedliche Vorbildlängen.

Im Neuheitenprospekt von 2019 sind folgende Modellausführungen angekündigt:

  • L230158, 2teiliges Set, lange Ausführung, SILLAN, Epoche III,
  • L230160, 2teiliges Set, mittellange Ausführung, Dunlopillo Matrazen, Epoche IV,
  • L235801, lange Ausführung, GLASFASER, Epoche III,
  • L235802, lange Ausführung, Rockwool, Epoche IV,
  • L235806, kurze Ausführung, Europlastic, Epoche IV,
  • L235807, kurze Ausführung, pelz-watte, Epoche IV,
  • L235813, mittellange Ausführung, Rheinhold & Mahla, Epoche IV.

Weitere Vorbilder wurden in späteren Neuheitenankündigungen aufgelegt und werden hier gesondert abgehandelt.

Dieselben Vorbilder werden in der Baugröße N unter den Artikelnummern L260158, L260160, L265801, L265802, L265806, L265807 und L265813 aufgelegt. Der UVP für die H0-Fahrzeuge beträgt bei den Sets € 86,–, bei den Einzelwagen € 43,90. Die N-Fahrzeuge sind im Fachhandel zum UVP von € 72,– (Sets) und € 40,90 (Einzelwagen) zu erwerben.

Die Modelle sind konstruktiv sehr gut umgesetzt und zeichnen sich durch feine Gravuren am Gehäuseteile auf. Verschiedene Detailierungen ergeben sich auch durch die konstruktive Ausbildung der Fahrzeugaußenseite. Die Modelle verfügen über eine NEM-Kurzkupplungskulisse und werden mit der Liliput-Kurzkupplung ausgeliefert. Für bessere Laufeigenschaften sind die Fahrzeuge mit Lenkachsen versehen, zudem sind die Modelle bereits werkseitig komplett zugerüstet. Die Wagen sind sauber lackiert, sehr zu überzeugen weiß auch die Beschriftung an den Modellen, die sogar bei den N-Modellen lupenrein ablesbar ist.


Bilder 230158/1

Das erste Wagenset betrifft Fahrzeuge aus der ersten Liefercharge beim Vorbild. Die Wagen sind in der Epoche III gehalten und tragen den Werbeschriftzug „SILLAN“. Das erste Modell ist mit der Betriebsnummer 576984P versehen, wobei als Einsteller Grünzweig + Hartmann angegeben ist. Im Revisionsraster sind die Abnahmedaten 4 REV 03.05.66 vermerkt, Heimatbahnhof ist Ludwigshafen (Rhein).


Bilder 230158/2

Das Schwesterfahrzeug in diesem Artikelset ist mit der Betriebsnummer 576989P angeschrieben, der nicht nur denselben Einsteller, sondern auch denselben Heimatbahnhof angeschrieben hat. Die Revisionsanschriften lauten dabei auf 4 REV 14.06.66.


Bilder 230160/1

Der an Dunlopillo Matrazen vermietete Wagen bringt Farbe in den Zugverband. Die gelb lackierten Großraumgüterwagen fallen in die Epoche IV. Das Modell ist mit der Betriebsnummer 20 80 022 0 380-9P versehen, weist als Heimatbahnhof Düsseldorf-Derendorf auf und ist mit den Revisionsanschriften 4 REV 102 22.01.78 beschriftet. Einsteller des Wagens ist die Sogefa Waggonvermietungs GmbH in Düsseldorf.


Bilder 230160/2

Der zweite Wagen unterscheidet sich durch die geänderte Wagennummer 20 80 022 0 387-4P und den Revisionsanschriften 4 REV 504 26.01.78.


Bilder 235801

Der Großraumwagen mit der Anschrift „GLASFASER“ zählt zur langen Wagenausführung und entspricht im Erscheinungsbild der Epoche III. Das Modell ist mit der Betriebsnummer 536181P bedruckt und gehört dem Einsteller Glaswatte Gesellschaft mbH in Bergisch Gladbach. Als Heimatbahnhof ist der Firmenstandort Bergisch Gladbach angeschrieben, im Revisionsraster steht das Abnahmedatum 4 REV 26.11.65.


Bilder 235802

Als Vertreter der Großraumwagen mit Computernummer wird der Wagen der Firma Rockwool vorgestellt. Am Güterwagen ist die Betriebsnummer 20 80 022 0 100-1P angeschrieben. Die Deutschen Rockwool Mineralwoll GmbH fungiert zugleich als Einsteller des Wagens. Im Revisionsraster ist das Abnahmedatum 4 REV 06.08.72 ersichtlich. Der Bahnhof Gladbeck-West gilt als Heimatbahnhof.


Bilder 235808

Der Großraumgüterwagen der Firma „Schaumstoffe Greiner“ gehört der kurzen Bauart Hbks an und ist als Privatwagen bei der DB eingestellt. Das Modell gehört der Neuheitenankündigung 2020 an. Der Privatwagen ist mit der Betriebsnummer 20 80 022 0 356-9P versehen und hat die Untersuchungsdaten 4 REV 102 09.01.78 im Revisionsraster stehen. Lackierung und Bedruckung sind tadellos umgesetzt. Das Modell wird zum UVP von € 43,90 im Fachhandel feilgeboten.


Bilder 265802

Als Pendant zum obigen Wagen dient die Ausführung der Baugröße N. Das Modell ist im Erscheinungsbild und bei Anschriften gänzlich ident zur größeren H0-Ausführung.


Bilder 265806

Der dunkelblaue Großraumgüterwagen entspricht der Bauart Hbks und ist mit der Betriebsnummer 20 80 022 0 783-4P bedruckt. Als Einsteller agiert die Waggonvermietungsgesellschaft EVA, die den Wagen an die Europlastic Schaumstoffe weitervermietet hat. Im Revisionsraster stehen die Untersuchungsdaten 4 REV 07.10.74. Als Heimatbahnhof ist Brühl Ost angeschrieben.


Bilder 265813

Der türkis-blau gehaltene Wagen von Rheinhold & Mahla gehört zur mittellangen Ausführung an und ist mit der Betriebsnummer 20 80 022 0 499-7P angeschrieben und gehört zur Wagengattung Hbbks. Das am Wagenkasten genannte Unternehmen ist zugleich Einsteller des Wagens, der seinen Heimatbahnhof in Düsseldorf-Reisholz hat. Im Revisionsraster ist das Abnahmedatum 4 REV 21.06.71 zu lesen.