Piko 52840: FS D.145

Die Italienischen Staatsbahnen FS beschafften in den Jahren 1982 bis 1995 diese eigenwillig aussehende Mittelführerstandslokomotive. Hersteller des mechanischen Teiles ist Fiat Savigliano, als Lieferant der elektrischen Komponenten trat Elettromeccanica Parizzi und BBC (Italien) auf. Der Bau der Mittelführerstandslokomotiven wurde am 26. Juli 1979 in Auftrag gegeben, wobei bei dieser Neukonstruktion das dieselelektrische Antriebskonzept Verwendung fand.

Die dieselelektrischen, 70 t schweren Dieselverschublokomotiven der Reihe D.145 mit der Achsfolge Bo‘ Bo‘ sollten Ende der 1970er Jahre die grundlegende Modernisierung der FS einleiten und wurden 1982 als erste Diesellokomotive mit der bis dato ungewöhnten, orangen Farbgebung in Dienst gestellt. Die markanten, von der italienischen Firma Brown-Boveri Tecnomasio von Vado Ligure entwickelten Lokomotiven erhielten für Italien eher untypische Mittelführerstände, was aber im Betriebsdienst beim Verschub ein wesentlicher Vorteil ist. Die D.145 wird von zwei Antriebsanlagen (jeweils bestehend aus einem Viertakt-Hochleistungs-Dieselmotor IVECO 8297.22 und einem Generator, Dauerleistung 620 kW) über vier Elektromotoren (zwei pro Drehgestell) angetrieben und ist in der Lage, auch bei Ausfall oder Abschaltung einer Antriebseinheit weiterhin mit allen vier Motoren angetrieben zu werden. Die D.145 eignen sich sowohl für den Güterzugdienst mit einer Höchstgeschwindigkeit von 100 km/h als auch im schweren Verschubdienst im Rangiergang mit max. 30 km/h. Die Type D.145 ist derzeit in Turin, Bologna, Rom, Reggio Calabria, Messina und Neapel beheimatet.


Modellvorstellung

Piko überraschte die Branche mit der Ankündigung der italienischen Diesellok-Bauart D 145. Es stellt dies das erste Modell für den Stiefelstaat dar. Es dürfte aber ein Produkt mit dem italienischen Vertriebspartner Emmemodels S. r. l. sein. Vier verschiedene Modelle sind im Neuheitenblatt 2019 enthalten. Vor Vorstellung gelangt die Gleichstrom-Ausführung ohne Loksound mit der Artikelnummer 52840 zum UVP von € 199,99. Dieselbe Ausführung ist als Wechselstrom-Modell (52841 – UVP € 239,99) verfügbar sowie in den jeweiligen Ausführungen mit Loksound (52842 – € 289,99/52843 – € 299,99).

Verpackung

Piko liefert diese Neukonstruktion in der neuen Verpackungsform aus, das aus einer Kartonschachtel und einer Blisterverpackung besteht. An diese ist der Zurüstbeutel für das Modell mit Tixo angeheftet. In einem eigenen Schuber werden die Betriebsanleitung sowie das Ersatzteilblatt mitgeliefert.

Technik

Die Antriebskomponenten sind auch bei dieser Neukonstruktion unter dem Lokgehäuse verstaut. Das Gehäuse läßt sich nach dem Lösen schon zwei Schrauben, der Abnahme des Unterflurkastens zwischen den Drehgestellen und dem seitlichen Herausziehen der werkseitig schon montierten Griffstangen an der Führerstandstüre nach oben abziehen. Die Fahrzeugplatine ist oberhalb des Fahrzeugrahmens montiert, die eine Digital-Schnittstelle PluX22 enthält. Darunter befindet sich ein Mittelmotor mit zwei großen Schwungmassen. Dieser treibt das Modell via Kardanwellen und dem Stirnrad-/Schneckengetriebe auf alle vier Achsen an, die zugleich der Stromabnahme dienen. Das Modell ist mit einer Kurzkupplungskulisse ausgestattet.

Fahrverhalten

Das Eigengewicht beträgt 395 Gramm. Die Vorbildgeschwindigkeit beträgt 100 km/h. Messungen bei 12 V Gleichstrom ergaben einen umgerechneten Wert von ca. 108 km/h. Die berechnete Modellgeschwindigkeit ist gegenüber der Vorbildgeschwindigkeit um ca. sieben % zu hoch, gegenüber dem NEM-Wert – unter Berücksichtigung der Erhöhung um 30 % – ist sie sogar um ca. 23 % zu niedrig.

Optik

Piko legt bei seiner Neukonstruktion ein sehr schönes Modell vor, das die italienischen Fans begeistern wird. Der Formenbau zeigt die aktuellen Möglichkeiten auf. Feine Gravuren überziehen den Lokkasten an sehr vielen Stellen. Wenn man auf die Oberseite der Vorbauten sieht, sind feine Erhebungen für die Wartungsdeckel ersichtlich. Die Seitenwände weisen fein ausgeführte Lüfterjalousien auf, in einem Fahrzeugbereich sind feine Ätzteile als Lüftergitterimitation eingesetzt. An der Wartungsluke am Dach sind die Befestigungsverschlüsse filigran nachgebildet, ebenso die aufgesetzte Klimaanlage und das zierliche Typhon. Alle Seitengeländer sowie die Griffstangen sind aus robusten Stahldraht gefertigt. Die Drehgestelle sind dreidimensional durchgebildet, wobei auch der Unterflurkasten zahlreiche Detaillierungen offenbart.

Farbgebung und Beschriftung

Die Farbgebung der italienischen Diesellok orientiert sich an den jeweiligen Bauteilen beim Vorbild, womit ideale Farbtrennkanten entstehen. Der Lokkasten ist grundsätzlich ganzflächig orange lackiert, wobei einzelne Abschrägungen der Vorbauten gelb lackiert sind. Das Dach ist hellgrau und das Fahrwerk schwarz lackiert. Das vorliegende Modell ist mit der Betriebsnummer D 145.2018 bedruckt, wobei sämtliche damit zusammenhängenden Anschriften mit schwarzer Farbe fein liniert sind. Am Fahrzeugrahmen sind weitere, sehr klein ausführte Anschriften unter der Lupe erkennbar, die alle trennscharf ausgeführt sind. Die Lok ist im Depot Milano SM. TO beheimatet,

Beleuchtung

Das FS-Modell ist mit LED bestückt, die fahrtrichtungsabhängig leuchten.


Bilder