Trix 11627: TEE-Set „Rheingold-Flügelzug“ in Spur N

Der Rheingold-Flügelzug gehört zu jenen Vorbildern, den sich Modellbahner schon lange wünschen. Die Nachbildung für die Baugröße N ist wiederum auf den Produktmanager von Minitrix zurückzuführen. Für die Beförderung des DB-Paradezuges „Rheingold“ stellte die Deutsche Bundesbahn ab Oktober 1962 die dank einer Getriebeänderung für 160 km/h Höchstgeschwindigkeit tauglichen E 10 1265 – 1270 in Dienst. Den bei diesen Fahrzeugen erstmals verschwendeten strömungsgünstigen Lokkasten mit der charakteristischen „Bügelfalte“ an den Stirnfronten erhielten ab 1963 alle Serien-E10. Die so gestalteten Lokomotiven bildeten die Unterbauart E 10.3, die erste Serienmaschine mit Bügelfalte war die E 10 288. Den sechs Rheingold-E 10.12 folgten 1964 mit E 10 1308 – 1312 fünf weitere Lokomotiven, die letzte Serie dieser 160 km/h schnellen Fahrzeuge wurde 1968 bereits als 112 485 bis 504 in Dienst gestellt. Insgesamt erhielt die DB 379 Serienmaschinen der Baureihe E 10.1/E 10.3 sowie 31 Lokomotiven der Baureihe E 10.12.


Modellvorstellung und Verpackung

Das Zugset „Rheingold Flügelzug“ wurde bereits vor zwei Jahren im Neuheitenprogramm 2016 gelistet. Verschiedene interne Probleme bei Trix in der Fertigung in Ungarn haben jedoch die Auslieferung des Sets verzögert. Es wird unter der Artikelnummer 11627 gelistet, der aktuelle UVP beträgt € 299,99. Das Zugset wird in einer besonderen Verpackung ausgeliefert, das einer Buchumverpackung gleicht. Das Set besteht aus einer Lok der Baureihe 112 und die drei Schnellzugwagen als Dreierset. Das Zuglaufschild an den Wagen weist den TEE 7/17 auf seiner Fahrt von Emmerich nach München aus. Die Betriebsanleitungen liegen eigens bei.

Technik

Der technische Aufbau des Lokmodells orientiert sich an vergleichbare Konstruktion der Baugröße H0. Die Abnahme des Gehäuseteiles erfolgt durch seitliches Auseinanderspreitzen der Seitenwände und dem Hochziehen desselben. Im Chassis ist ein Mittelmotor eingesetzt. Dieser treibt mit seinen beiden Schwungmassen und den Wellenstummel und Zahnradgetriebe die beiden Drehgestelle an. Die Achsen 2 und 3 sind jeweils einseitig mit Haftreifen bestückt.

Über dem Motorblock ist die Fahrzeugplatine aufgesetzt. Diese nimmt die 14polige Digital-Schnittstelle auf. Ausgeliefert wird das Modell mit einem Digitaldecoder, der die Systeme DC, DCC sowie Selectrix 1 und Selectrix 2 verarbeitet. Die Lok ist mit einer Kurzkupplungskulisse versehen.

Fahrverhalten

Die Lokomotive zeigt beim Fahrverhalten keinerlei Beanstandungen. Das Modell ist 73  g schwer. Die Höchstgeschwindigkeit beim Vorbild ist mit 160 km/h festgelegt. Messungen bei 12 V Gleichstrom ergaben einen umgerechneten Wert von ca. 133 km/h. Die berechnete Modellgeschwindigkeit ist gegenüber der Vorbildgeschwindigkeit um ca. 17 % zu langsam, gegenüber dem NEM-Wert – unter Berücksichtigung der Erhöhung um 50 % – ist die Modellgeschwindigkeit um ca. 67 % zu niedrig.

Optik

Minitrix hat die Kopfform der Bügelfalten E 10 bzw. TEE 112 sehr gut getroffen. Das Modell ist mit zahlreichen Gravuren versehen, wobei die Lüftergitter am Gehäuse angesetzt sind und sich farblich unterscheiden. Ebenfalls angespritzt sind die Griffstangen der Führerstandstüren sowie an der Fahrzeugfront und die UIC-Dosen. Der Bereich der Führerstandstüren ist sauber umgesetzt, auch der Dachgarten kann sich sehen lassen, indem auch hier der Lüfterturm sauber Gravuren aufweist. Die Isolatoren und die Dachleitung ist filigran ausgeführt, die Stromabnehmer entsprechen der Bauart DBS 54. Die Regenrinnen sind nur über den Führerstandstüren angebracht.

Farbgebung und Beschriftung

Das Modell ist am Lokkasten zweifärbig lackiert. Obwohl die Grundfarben am Modell sauber aufgetragen sind, ergeben sich an der Farbtrennkante leichte Ausfransungen. Die Anschriften sind unter der Lupe gut lesbar. Als Loknummer wurde die 112 488-2 angeschrieben, im Revisionsraster steht REV Opl 25.3.83. Die Lok ist beim Bw Hamburg 1 bzw. der BD Hamburg stationiert.

Beleuchtung

Das Modell verfügt über eine LED-Beleuchtung. Der Lichtwechsel von dreimal weiß (Spitzenlicht) auf zweimal rot (Schlußlicht) erfolgt fahrtrichtungsabhängig. Im Digitalbetrieb lassen sich die Lampen einzeln schalten.


Bilder 11627/1


Bilder 11627/2, Apmz 122

Die Großraumwagen mit der Bauartnummer 122 für TEE- und IC-Züge der Deutschen Bundesbahn sind eine Neuentwicklung der WAGGON-Union (WU) in Berlin. Durch eine andere Innenraumgestaltung und kleinere Vorräume konnte das Sitzplatzangebot um drei Drehliegesitze erweitert werden. Ansonsten entsprechen die Wagen in ihrem Aufbau den anderen Großraumwagen der DB. Wesentliche Verbesserungen weisen die Laufwerke der gebauten Fahrzeuge auf. Die Wagen sind mit Drehgestellen der Bauart Minden-Deutz, mit Scheiben- und Magnetschienenbremsen, ausgestattet. Einige Fahrzeuge erhielten das neuentwickelte Drehgestell MD 522 bzw. 525, zugelassen für eine Höchstgeschwindigkeit von 250 km/h.

Der Großraumwagen Apmz 122 hat folgende Betriebsnummer angeschrieben: 61 80 18-90 098-4. Das Modell ist sauber lackiert und bedruckt. Die Anschriften sind mittels einer Lupe gut lesbar. Der Wagen ist in München beheimatet. Als Revisionsanschriften sind zu nennen: REV MH 29.11.83.

 


Bilder 11627/3, WGmh 804

Die DB ließ zum Fahrplanwechsel für den TEE 6/7 „RHEINGOLD“ drei zur Untersuchung R4 anstehende Amph 121 zu Clubwagen umbauen, wobei die Inneneinrichtung des „TUI-Treffwagen“ als Vorbild diente. Eingebaut wurden eien Bar mit 13 Stehplätzen, eine Faßbierzapfanlage und eine Kaffeemaschine, 15 Tische mit 34 Drehsesseln, ein Kiosk und eine Sonderbeschallungsanlage. Hinter der Bartheke schleißen sich eine kleine Küche und ein Personalraum für das Bedienungspersonal an. An jeder Wagenseite ist beiderseits vom DB-Emblem der Schriftzug „Rheingold-Club“ angebracht. Neben dieser Bauart wurden 15 Avmz 111 mit Schwenkschiebetüren, sechs Apmz 121 und drei WRm für den Einsatz im „Rheingold“ aufgefrischt.

Der Gesellschaftswagen sollte eine Neukonstruktion sein und ergänzt den Flügelzug ideal. Wie die anderen Schnellzugwagen weist auch dieser einen orangen Trennstrich zwischen den beiden Fahrzeuggrundfarben auf. Als Betriebsnummer ist 61 80 89-70 402-6 angeschrieben. Auch dieser Wagen ist in München zu hause. Im Revisionsraster steht: REV MH 16.05.84.


Bilder 11627/4, Avmz 111.1

Die vierachsigen Abteilwagen sind seit 1962 mit den Bauartnummern Av4üm-62 bzw. Avmz 111 und 111.1 in mehr als 260 Fahrzeugen für den Einsatz in modernen TEE- und IC-Zügen in Dienst gestellt worden. Die Fahrzeuge weisen einen hohen Ausstattungs- und Fahrkomfort auf und laufen alle auf Drehgestellen der Bauart Minden-Deutz. Die Magnetschienenbremse wurde anfangs nicht bei allen Wagen eingebaut. Anstelle von Klotzbremsen haben die Wagen der Gattung 111.1 selbstnachstellende Scheibenbremsen erhalten. Brems- und lauftechnisch sind die Reisezugwagen für eine Höchstgeschwindigkeit von 200 km/h ausgelegt. Eine am Langträger angebrachte Schürze schützt und verdeckt die unter dem Wagenboden verstauten Aggregate.

Die Deutsche Bundesbahn beschaffte außer den Wagen mit Abteilen und Seitengang auch eine größere Anzahl von Großraumwagen für den TEE- und IC-Züge im nationalen und internationalen Verkehr. Der Großraumwagen ist mit bequemen Drehliegesitzen ausgestattet. An den Stirnwänden befinden sich die standardisierten Gummiwulstübergänge und zweiflügelige Schiebetüren mit elektropneumatischer Betätigung. Bei einem Teil der Fahrzeuge wurden Drehgestelle der Bauart Minden-Deutz verwendet, an denen achsangetriebene Generatoren für die Energievorsorgung montiert sind. Bei den anderen Wagen wurde eine Zugsammelschiene verlegt, an welcher die elektrische Zugheizung gespeist wird.

Der Abteilwagen entspricht lackierungsmäßig den anderen Fahrzeugen. Die Betriebsnummer lautet auf 61 80 19-90 203-9. Heimatbahnhof ist wiederum München. Die Revisionsanschriften lauten auf: REV MH 27.10.83.