Liliput 163100: VT 640 011-2 der DB AG – Spur N

Ende des letzten Jahrtausends entstanden eine Vielzahl neuer Produktpaletten auf dem Segment der Dieseltriebwagen. Als einer davon ist die Typenfamilie der LINT-Triebwagen von Alstom zu nennen, der seit 1999 auf den Schienen Deutschlands zu sehen ist. LINT steht für „leichter innovativer Nahverkehrstriebwagen“ und wurde noch von der bekannten Waggonbaufirma Linke-Hofmann-Busch (LHB) entworfen. Vier verschiedene Ausführungen bereichern diese Produktfamilie. Der LINT 27 ist ein einteiliger Triebwagen mit zwei Drehgestellen, eines davon angetrieben, und ist 27,26 m lang. Dieses Fahrzeug wird als Baureihe 640 geführt und ist bei der DB Regio, der Hessischen Landesbahn und HEX im Einsatz. Der zweiteilige Triebwagen wird als LINT 41 geführt, ist 41,81 m lang und verfügt neben zwei Antriebsdrehgestellen unter den Führerständen ein antriebsloses Jacobsdrehgesell am Fahrzeugkastenübergang auf. Die DB Regio hat diese Ausführung als Baureihe 648 in Betrieb. Als lange, zweiteilige Ausführung wird als LINT 54 bzw. Baureihe 622 betrieben und ist 54,27 m lang. Die längste Ausführung stellt der dreiteilige LINT 81 der Baureihe 620 dar.

Die DB Regio hat 30 Fahrzeuge gekauft und als 640 001 bis 030 bezeichnet. Sie werden auf verdieselten Nebenstrecken in Nordrhein-Westfalen von der DB Regio NRW sowie von der DB Regio Südost im Großraum von Leipzig betrieben.


Modellvorstellung

Liliput hat für 2016 als einzige N-Spur-Neuheit den LINT 27 als Modell vorgestellt. Zwei verschiedene Ausführungen waren angekündigt, und zwar die DB Regio-Version mit der Artikelnummer 163100 sowie als Privatbahn-Fahrzeug der Hessischen Landesbahn mit der Artikelnummer 163103. Dieses Fahrzeug trägt die HLB-Betriebsnummer VT 201 bzw. die vollständige NVR-Nummer 95 80 0640 101-1 D-HEB. Der UVP beider Fahrzeuge beträgt je € 219,–.

Verpackung

Zur Vorstellung gelangt die DB-Variante mit der Artikelnummer 163100. Das Modell wird in der bekannten Kartonschachtel und Plastikeinsatz geliefert. Das Modell liegt im paßgenauen, zweifachen Plastikeinsatzes. Nach dem Abnehmen des Oberteiles ist der zierliche Triebwagen entnehmbar und sofort einsetzbar. An der Innenseite des Unterteiles der Plastikeinsatzes ist ein Zurüstbeutel mit Kurzkupplungsstangen zur Nachbildung von Tandemtraktionen beigelegt. Mitgeliefert wird eine Betriebsanleitung in zweifacher Sprache (Deutsch/Englisch) und das Ersatzteilblatt.

Technik

Liliput hat den neukonstruierten Triebwagen wie beim Vorbild motorisiert. Das Antriebsdrehgestell befindet sich an der Fahrzeugseite 1 und ist im Fahrzeugteil zwischen Führerstand und Einstiegstüre untergebracht. Aufgrund der Dimensionen des Motors war es unmöglich, diese Bauteile zu kaschieren, weshalb der freie Durchblick und die Darstellung der Inneneinrichtung an dieser Stelle nicht möglich war.

Für den Fahrzeugantrieb dient ein kleiner Motor mit einer Schwungmasse und einer direkt angeflanschten Welle, die über die Zahnräder die beiden Achsen des Antriebsdrehgestelles antreiben. Das andere Drehgestell ist als Laufdrehgestell ausgeführt.

Die Fahrzeugplatine ist auf Dachhöhe platziert und übernimmt dabei die LED für die Innenbeleuchtung auf. Für die Digital-Freaks wurde dort eine NEXT18-Schnittstelle untergebracht, deren Schnittstelle an der Unterseite platziert wurde. Die beengten Platzverhältnisse bedingen eine unglückliche Lage des Decoders, was den Abzug der Platine vom Chassis erfordert, weil der Brückenstecker schon jetzt direkt auf dem oberen Abschluß der Sitzreihen anliegt.

Das Fahrzeug verfügt über keine Kurzkupplungskulisse. Die montierte Scharfenbergkupplung ist fix montiert und hat einen Drehpunkt. Für die Mehrfachtraktion zweier oder mehrerer Triebwagen liegen eigene Kupplungsstangen bei, die an der Fahrzeugunterseite in einer gesonderten Vorrichtung einzustecken sind.

Fahreigenschaften

Das Modell gilt wohl mit seinen 50 Gramm Eigengewicht als Leichtgewicht. Das Modell durfte seine Proberunden auf einem Gleisoval auf dem kleinsten Radius des „piccolo“-Gleissystems von Fleischmann erbringen. Der Motor surrt sehr leise.

Das Vorbild hat eine Höchstgeschwindigkeit von 120 km/h. Messungen bei 12 V Gleichstrom ergaben umgerechnete Werte von ca. 120 km/h. Die Modellgeschwindigkeit deckt sich somit mit der Vorbildgeschwindigkeit, gegenüber dem NEM-Wert mit der Draufgabe von 50 %, ist das Modell um gerade genau 50 % zu langsam. Der Fahrzeugauslauf beträgt 50 cm.

Optik

Liliput legt ein maßstäbliches Modell vor, dessen Konturen und Silhouetten sehr gut getroffen wurden. Am Fahrzeugkasten sind verschiedene Gravuren vorhanden und sauber ausgeführt. Die Fenstereinsätze sitzen paßgenau im Gehäuseteil und sind leicht nach innen versetzt. Die schwarzen Fensterstege sind dezent ausgeführt. Die Scheibenwischer hat Liliput als extra eingesetztes Teil ausgeführt. Der Wagenboden ist nachgebildet. Detailreich gestaltet sich das Dach mit der Auspuffanlage (abnehmbares Teil bezüglich Fahrzeugeinstellung an der Platine), den Dachlüftern und sonstigen Konsolen. Die Fahrzeugschütze weist neben Gravuren auch die Trittstufen der Doppelflügeltüren auf. Die Drehgestelle sind dreidimensional ausgeführt und weisen eine deutlich erkennbare Tiefenwirkung auf.

Farbgebung und Beschriftung

Der optische Eindruck wird durch die tadellose Lackierung ohne jegliche Verfransungen an den Farbübergängen aufgewertet, was auch für die mehrfarbigen Anschriften bzw. Bedruckungen gilt. Die vollständige Fahrzeugnummer (siehe oben) wird um das Halterkürzel D-DB bzw. die Gattungsbezeichnung ABp ergänzt. Die Revisionsanschriften lauten auf: Unt. FK X 17.03.08. Der Triebwagen ist in Dortmund bei DB Regio NRW beheimatet.

Beleuchtung

Für die Beleuchtung sowie die Innenbeleuchtung sorgen warmweiße LED. Das Zugschlußsignal wird mit roten LED dargestellt.


Bilder