Fleischmann 718202 – DB 50 mit Kabinentender

Die Deutsche Reichsbahn entwickelte ab 1937 eine weitere Einheitslokomotive, um die in die Jahre gekommenen Länderbahn-Güterzuglokmotiven abzulösen und zugleich schon einen Grundstock geeigneter Kriegslokomotiven im Güterverkehr zu haben. Henschel & Sohn lieferte 1939 die ersten zwölf Lokomotiven der neuen Baureihe 50. Dies stelle den Auftakt zur Lieferung einiger Tausend Lokomotiven dar, die ab 1942 in einer vereinfachten Übergangs-Kriegsausführung (ohne Windleitbleche, Frontschürze und zweiten Führerhausseitenfenster; Scheibenachsen an den Vorlaufachsen, eckige Sandkasten udgl.) gefertigt wurden.

Mit dem Ende des Zweiten Weltkrieges fand eine Neuverteilung des Bestandes statt. Lokomotiven der Baureihe 50 verblieben bei der DB, der DR, der ÖBB, bei der SNCF und SNCB. Die Deutsche Bundesbahn übernahm 2.159 betriebsfähige Maschinen, die lange Zeit neben der Baureihe 44 das Rückgrat im Güterverkehr darstellten. Die DB hat ihre Loks in weiterer Folge einer Adaptierung unterzogen, dabei wurden die Wagner-Windleitbleche durch solche von Witte ersetzt, bei 735 DB-Maschinen wurden die Tender mit einer Zugführerkabine nachträglich ausgerüstet, wodurch sich das Volumen der Vorräte (Kohlebunker und Wasservorrat) reduzierte. 1.452 Lokomotiven schafften den Sprung in das EDV-Nummernschema im Jahre 1968. Diesen wurden die Baureihennummern 050 bis 053 zugewiesen.


Modellvorstellung

Die Baureihe 50 ist ebenfalls keine unbekannte, wenn man sich die Firmengeschichte von Fleischmann ansieht. Die ersten Modellnachbildung erfolgten vor einigen Jahrzehnten, seither wurde das Modell verfeinert und verbessert. Das aktuelle Fleischmann-Modell zeigt eine DB 50 mit Kabinentender der Epoche III und mit Wagner-Windleitbleche. Diese Modellausführung liefert Fleischmann in der analogen Basisversion unter der Artikelnummer 718202 zum UVP von € 199,– aus.

Verpackung

Fleischmann liefert die DB-Dampflok in der bekannten Blisterbox aus. Nach Öffnen des Deckels ist die Lok durch Herausziehen der Plastikfolie sofort entnehmbar. Unter dem passgenauen Plastikeinsatz befinden sich das Ersatzteilblatt und die Betriebsanleitung sowie als Karton-Einsatz der Blisterbox die gut illustrierte Wartungsanleitung.

Technik

Die Antriebstechnik ist bei den Schlepptender-Dampflokomotiven von Fleischmann im Tender untergebracht. Das Tenderoberteil ist am Rahmen festgeschraubt. Das Gehäuseoberteil ist am Fahrzeugrahmen aufgesteckt. Durch einfaches Spreitzen der Seitenwände ist ein Abzug nach oben möglich. Der Mittelmotor mit einer großen Schwungmasse ist im Fahrzeugrahmen aus Metalldruckguß eingesetzt und treibt über einen Wellenstummel und das Zahnradgetriebe die vier Tenderachsen an, von denen jeweils die äußersten Achsen beidseitig mit Haftreifen versehen sind. Die Auslieferung des Modells erfolgt ohne digitale Schnittstelle!

Fahrverhalten

Die 50 519 hat ein Eigengewicht von 86 Gramm. Das Vorbild hat eine Höchstgeschwindigkeit von 80 km/h für beide Fahrtrichtungen. Messungen bei 12 V Gleichstrom ergaben umgerechnete Werte der Vorbildgeschwindigkeit von ca. 147 km/h. Die berechnete Modellgeschwindigkeit ist gegenüber der Vorbildgeschwindigkeit um ca. 83 % zu hoch, gegenüber dem NEM-Wert (+ 50 %) ist die Modellgeschwindigkeit um ca. 33 % zu hoch.

Optik

Das Modell der Baureihe 50 kann keinesfalls in der Filigranität und dem Detailreichtum eines H0-Modells mithalten, aber dennoch hat Fleischmann bei dieser Modellnachbildung ein Modell vorgelegt, welches dem Vorbild sehr nahe kommt. Dies wird am besten beim Langkessel sichtbar, indem die normalerweise freistehenden Leitungen an der Außenhaut des Kessels angespritzt bzw. vereinfachend nachgebildet sind. Gleiches gilt auch für die Umsetzung des Kabinentenders. Das Laufwerk ist filigran nachgebildet und zeichnet sich durch eine bewegliche Heusinger-Steuerung und Achsen mit feinen Speichenrädern aus. Der freie Durchblick durch das Laufwerk ist nur bedingt möglich.

Farbgebung und Beschriftung

Die Schlepptenderlokomotive ist vorbildgerecht lackiert. Die Anschriften weisen eine Lok der Epoche III aus und sind daher in weißer Farbe ausgeführt. Die weiteren Anschriften der 50 519 sind leider mit der zur Verfügung stehenden Lupe nicht eindeutig entzifferbar.

Beleuchtung

Das Spitzenlicht besteht aus drei weiße Lichter, welches noch mittels Glühlampen generiert wird.


Modellvorstellung