Trix 25463: Siemens Desiro HC „bwegt“
Die Produktfamilie des Desiro HC wurde erstmals 2014 auf der Innotrans in Berlin vorgestellt und ab 2017 in Dienst gestellt. Der vierteilige Triebwagen zeichnet sich nur einstöckige Triebköpfe und doppelstöckige Zwischenwagen aus. Die verteilige Einheit ist ca. 105 m lang und hat Platz für 400 bis 420 Sitzplätze. Die fünfteilige Einheit ist ca. 131 m lang und verfügt über 560 Sitzplätze. Bei der sechsteiligen Ausführung mit ca. 157 m Länge über Kupplung finden je nach Ausführung zwischen 634 und 655 Personen Platz. Die Triebwagen sind in Aluminium-Leichtbauweise gefertigt und entsprechen im Frontbereich der Kollisionssicherheit gemäß EN 15227 und TSI. Sie laufen luftgefedert auf Drehgestellen des Typs SF 100 und SF 500. Die Triebzüge sind bei mehreren, deutschen Eisenbahnverkehrsunternehmen im Einsatz, und zwar beim Rhein-Ruhr-Express (RRX) als Baureihe 0462, bei der DB Regio als Baureihe 1462, bei Arverio als Baureihe 2462, bei der ODEG als Baureihe 3462 und nochmals bei der DB-Regio als Baureihe 4462. Baugleiche Fahrzeuge wurden auch nach Israel oder Ägypten geliefert.
Modellvorstellung
Märklin/Trix hat die Modellumsetzung des Siemens Desiro HC zwar im Neuheitenprogramm für das Jahr 2024 angekündigt, doch ging zuvor schon eine gesonderte, unterjährige Modellankündigung voraus. In welchem Zusammenhang diese Ankündigung steht, kann nur spektuliert werden, zumal dieser Triebwagentyp von einem norddeutschen Modellbahnhändler mit ausgeprägter Ideenvielfalt ebenso zur Umsetzung als H0-Fahrzeug anstand. Jedenfalls hat die Herstellergruppe Märklin/Trix im Neuheitenprogramm 2024 zwei verschiedene Ausführungen als Neuheit angekündigt, indem unter der Artikelnummer 25462 das Modell der Baureihe 1462/1862 der DB AG in verkehrsroter Farbgebung und unter der Artikelnummer 25463 die Ausführung im Erscheinungsbild des Landesdesign von Baden-Württembergischen Landesdesign „bwegt“ genannt wurden. Dieses Modell fällt durch die Farben Weiß, gelb und schwarz auf und ist als erstes der beiden Modelle schon im Fachhandel verfügbar. Die Modelle, egal für Trix oder Märklin, wurden zum UVP von € 699,– aufgerufen. Dieser UVP gilt auch noch bei der Auslieferung an den Fachhandel. Die beiden Märklin-Ausführungen tragen die Artikelnummern 39462 bzw. 39463.
Verpackung
Der Hersteller liefert seinen neukonstruierten Zug in einer sehr repäsentativen Verpackung aus. Auf eine großvolumige Kartonverpackung wurde verzichtet, sodaß der Umfang sich auf das Wesentliche beschränkt. In der Kartonschachtel befindet ein zweiteiliger Styroporeinsatz, in welchem die vier Fahrzeuge gut verpackt eingelegt sind. Auf dem Styropordeckel liegen die Beschreibungen sowie ein Beiblatt hinsichtlich der angebrachten Transportsicherung. An dieser Stelle sei ein Wort bezüglich der Darstellung der Explorationszeichnungen in den Beschreibungen erteilt, indem die Größe bzw. die Erkennbarkeit von Details in dieser Form mit dem bloßen Auge nicht mehr möglich ist. Ohne ein Vergrößerungsglas stößt man rasch an die Grenzen. Diese ist zwischen einem Rad und Drehgestellblende angebracht (solllte auf einem Bild zu sehen sein) und muß selbst entfernt werden. Wurden früher zwischen den Modellen und der Verpackung dünne Folien gelegt, so beschreitet der Hersteller einen neuen Weg (der Nachhaltigkeit). Die dünne Folie wurde durch ein stabiles, weißes Papier mit glatter Oberfläche ersetzt, sozusagen ein besseres Butterpapier; immerhin kein schlechter Ansatz auch bezüglich Langlebigkeit der Materialien. Dem Modell liegt noch ein Zurüstbeutel bei. Darin ist eine Kupplungshilfe, mehrere Verbindungskupplungen zur Doppelführung von Triebwagen sowie dazugehörige Blindabdeckungen im Frontbereich enthalten.
Technik
Das Modell des Siemens Desiro HC besteht aus vier Fahrzeugteilen, und zwar zwei Triebköpfen und zwei Mittelwagen. Ein Triebkopf ist als angetriebene Einheit ausgeführt, die anderen sind alle Dummy-Fahrzeuge. Die Verbindung aller Fahrzeuge erfolgt über eine mehrpolige, elektrisch leitende Kupplung. Damit die Steckleisten beim Zusammenführen der Fahrzeuge nicht beschädigt werden, liegt dafür eine eigene Kuppelhilfe bei, wie diese auch schon bei anderen Modellen (zB SBB RAm) verwendet wurde. Alle Kupplungen sind mit einer Kinematik versehen, die darüber befindlichen Übergänge sind federnd ausgeführt und drücken autark aufeinander.
Der erste Triebkopf ist als Motorwagen ausgeführt und dient als Antriebsquelle für den vierteiligen Zug. Was das Öffnen des Modells betrifft, so wurden auch neue Wege beschritten, indem die Gehäuseteile jeweils auf dem Chassis aufgesteckt sind. Das seitliche Spreizen der Seitenwände läßt das Gehäuseteil nach oben abziehen. Dies ist aber auch nur möglich, daß die Gehäuse aus Kunststoff gefertigt sind. Dieselbe Vorgangsweise gilt auch für die anderen Fahrzeugteile des Triebzuges.
Nach dem Öffnen des Modells wird die aufwendig umgesetzte Innenraumgestaltung sichtbar. Auf Dachhöhe befindet sich die Zentralplatine des Fahrzeuges, in welchem auch der Digitaldecoder mit der Schnittstelle des Typs 21MTC befindet. Die Zentralplatine erstreckt sich über die gesamte Fahrzeuglänge und weist an der Unterseite die serienmäßig berücksichtigte LED-Innenbeleuchtung auf. Die Zentralplatine ist mittels Schraubenverbindungen an Steher montiert. Der Lautsprecher ist im Chassis hinter dem ersten Antriebsdrehgestell verbaut.
Die Antriebsanlage befindet sich in der Fahrzeugmitte und ist auch baulich abgedeckt und somit von der Außenseite nur durch die glatten, weißen Wände erkennbar. Der Hersteller hat das Modell mit einem Mittelmotor mit Kardanantrieb ausgestattet, deren lange Kardanwellen in die beiden Getriebeteile der Antriebsdrehgestelle reichen. Der integrierte Mittelmotor verfügt über zwei große Schwungmassen. Die erste Achse des Triebzuges ist beidseitig mit Haftreifen versehen.
Das neue Modell ist wiederum mit einem Pufferkondensator für kurze, stromlose Abschnitte im Weichenbereich versehen, außerdem sind die Stromabnehmer digital heb- und senkbar ausgeführt. Ein entsprechender Hinweis zur Handhabung findet sich in der Betriebsanleitung. Die Triebwageneinheit ist auf Anlagen mit Radien von 360 mm einsetzbar.
Fahrverhalten
Es wurde eingangs schon erwähnt, daß der Triebwagen aus einem angetriebenen Fahrzeugteil und drei lauffähigen Modellen besteht. Der angetriebene Triebkopf 1 hat ein Eigengewicht von 515 Gramm, die beiden Mittelwagen von 196 bzw. 197 Gramm und der Triebkopf 2 wiegt 191 Gramm. In Summe beträgt das Gesamtgewicht des Triebzuges 1.099 Gramm. Die Vorbildgeschwindigkeit des Siemens Desiro HC beträgt in der vierteiligen Ausführung 160 km/h.
Da die Testanlage nur mit max. 12 V betrieben wird und sich der Zug nur sehr langsam in Bewegung setzt, wird auf die Angabe weiterer Angaben diesbezüglich verzichtet. Messungen bei 12 V Gleichstrom ergaben umgerechnete Werte von ca. 51 km/h. Diese ist gegenüber der Vorbildgeschwindigkeit um ca. 68 % zu niedrig, gegenüber dem NEM-Wert mit der Draufgabe von 30 % um 98 % zu niedrig.
Optik
Die Herstellergruppe Märklin/Trix ist bekannt dafür, die Lokgehäuse in der Regel aus Metall zu fertigen. Ob dies bei diesem Modell auch möglich gewesen wäre, entzieht sich der Kenntnis. Der Hersteller entschied sich aber ganz gewußt für die Modellumsetzung mit einem Kunststoffgehäuse und der Anwendung seit Jahrzehnten gelebter Konstruktionsprinzipien mit aufgesetzten Gehäuseteilen auf das Chassis. Märklin/Trix haben vor einigen Jahren den Weg zur Modellumsetzung im Mittelmaßstab von 1:935 eingeschlagen. Das vorliegende Modell wurde in diesem Maßstab realisiert.
Der erste Blick auf das Gehäuse zeigt eine weitgehend glatte Oberfläche der Seitenwände. Feine Gravuren sind allerdings im Türbereich, im Führerstandsbereich sowie in den Dachschrägen zu erkennen. Die über den Führerstand befindlichen Lüftergitter sind unterschiedlich tief graviert und detailliert umgesetzt. Bei den Wagenübergängen finden sich die Imitationen der Leitungspakte. Das Fensterband sitzt bündig im Wagenkasten. Die Scheibenwischer wurden als eigene Anbauteile in die Form montiert. Die Wagenkästen laufen auf zwei unterschiedliche Drehgestellbauarten, wobei bei den Triebköpfen das jeweils führende Drehgestelle auf der rechten Seite einen Indusi-Magneten montiert hat. Die Drehgestellblenden sind dreidimensional durchgebildet und weisen eine entsprechende Tiefenoptik auf. Die Schlingerkämpfer seinen extra eingesetzte Teile zu sein. Am Wagenboden wurden nicht nur Leitungsbahnen nachgebildet, sondern auch einzelne Apparatekästen.
Die hohe Detaillierung des Triebzuges wird allerdings erst beim Betrachten des Daches ersichtlich. Das Dach ist einerseits über die gesamte Länge mit verschiedenen Gerätekästen ausgestattet, an denen nicht nur alle Ausführungsdetails zu sehen sind, sondern auch verschiedene Anschriften oder Piktogramme zu sehen sind. Die Oberfläche weist verschiedene Gravuren für die Lüfteröffnungen bzw. die Scharniere oder der Verschlüsse der Abdeckungen auf. Einzelne Bauteile sind über Leitungsschächte verbunden. Am hinteren Wagenende befindet sich beim Triebkopf ein Einholmstromabnehmer sowie auch die mehrfarbig ausgeführte Hochspannungsanlage. An der Oberseite des Daches sind verschiedene Leitungsstränge graviert.
Die beiden Mittelwagen weisen einige Unterschiede in der optischen Ausführung auf, wobei im Grunde genommen die wesentlichen Aussagen schon getroffen wurden. Die Dächer der Mittelwagen sind nach oben gezogen, lediglich im Übergangsbereich der Wagenenden wurden jeweils aufwendig umgesetzte Aggregatkästen berücksichtigt. Auffallend ist, daß alle Türen der Wagenübergänge über keine Fenster verfügen.
Farbgebung und Beschriftung
Die mehrfarbige Lackierung des vorliegenden Modells ist tadellos in den Farben Gelb, Weiß und Schwarz wiedergegeben und entspricht dem Design „bwegt“. Die wenigen Farbübergänge sind trennscharf dargestellt. Alle Anschriften sind sauber und gut lesbar aufgedruckt. Die Modelle sind mit den Fahrzeuganschriften 94 80 1462 001-7 (Triebkopf 1), 94 80 1862 001-3, 94 80 1862 501-2 und 94 80 1462 501-6 (Triebkopf 2). Die Halterkennung wird mit D-DB angegeben. Im Revisionsraster steht das Abnahmedatum mit der Anschrift REV 1218 26.05.20. Die Zugzielanzeige weist die Angabe RE7 Basel Bad auf.
Beleuchtung
Das Modell ist serienmäßig mit einer LED-Beleuchtung ausgestattet. Wartungsarme, warmweiße und rote LEDs dienen der Darstellung des Spitzen- bzw. des Schlusslichtes. Mit dem eingebauten Digitaldecoder lassen sich verschiedene Licht- und Soundfunktionen darstellen. Dazu zählt u. a. die eigens digital schaltbare Führerstands- oder Maschinenraumbeleuchtung.
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Bilder 25463/2
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