Baureihe M44: Piko 52380
Mitte der 1950er Jahre wurde in Ungarn eine leistungsfähige Diesellokomotive für den Verschub- bzw. Rangierdienst in den früheren RGW- bzw. Comecon-Staaten entwickelt. Diese legendären Rangierdiesellokomotiven der Baureihe M44 stehen für robuste Leistungsfähigkeit, hohe Zuverlässigkeit und vielseitige Einsetzbarkeit im Rangier- und leichten Güterverkehr, und sie sind auch heute noch im Regelbetrieb zu finden.
Seit den späten 1950er-Jahren prägen diese Diesellokomotiven nicht nur den Betrieb in Ungarn, sondern fanden – in exportierten Varianten – auch ihren Weg in die Tschechoslowakei (ČSD, Baureihe T 455.0), nach Polen zur PKP (Baureihe SM 41) sowie in die Staaten der ehemaligen Sowjetunion. Ausgestattet mit dem kraftvollen Ganz-Jendrassik XVI 170/240 V16-Dieselmotor und einer Höchstgeschwindigkeit von 80 km/h, vereint die Lokkonstruktion Wirtschaftlichkeit, Langlebigkeit und Flexibilität. Ihr markantes Design mit Führerstand am Fahrzeugende und praktischen Übergängen für das Rangierpersonal macht sie zum unverwechselbaren Klassiker der europäischen Eisenbahngeschichte. Neben den Maschinen der ungarischen Staatsbahn MÁV fanden zahlreiche Exemplare ihren Weg zu Industrie- und Werksbahnen, wo die M44 dank ihrer kräftigen Zugleistung und der robusten Bauweise rasch zu einem vertrauten und geschätzten Arbeitsmittel wurde. In der internationalen Nutzung wurden die Lokomotiven flexibel
für rangierintensive Aufgaben sowie für leichte Übergabe- und Nebenbahndienste herangezogen, wann immer ein widerstandsfähiges, unkompliziertes Fahrzeug gefragt war. Die einfache Grundkonstruktion erleichterte Wartung und Instandhaltung sowohl bei den Staatsbahnen als auch bei industriellen Betreibern und trug entscheidend zur langen Einsatzdauer der M44 bei, wobei vor allem noch mehrere Exemplare bei der GySEV als M44.300 in Verwendung stehen.
Weitere Maschinen wurden als Baureihe T455.0 bei der CSD in Betrieb genommen. Seit den 1950er-/1960er-Jahren prägen diese Viertakt-Dieselloks nicht nur den Betrieb in Ungarn, sondern fanden – in exportierten Varianten – auch in der Tschechoslowakei und bei tschechischen Industriebahnen ihren Platz. Die Bauform ist eine klassische Vierachser-Ausführung mit der Achsfolge B’ B’, die dem Rangierpersonal gute Sicht auf das Gleisfeld bietet. Diese Kombination aus kompakter Bauweise, simpler Elektrik und leichter Zugänglichkeit zu den Inspektionsöffnungen hat die Lokomotiven besonders in industrieller Verwendung beliebt gemacht. In der
tschechoslowakischen Nutzung wurden die Loks flexibel für rangier- und leichtere Streckendienste eingesetzt, wenn robustes, unkompliziertes Fahrverhalten gefragt war. Die einfache Konstruktion erleichterte Wartung und Instandsetzung in den Werkstätten der ČSD.
In Polen wurde diese Lokkonstruktion ab Mitte der 1950er Jahre in Betrieb genommen, nachdem entsprechend leistungsstarke Diesellokomotiven für den Rangierdienst fehlten. Auch hierbei entschied sich die Polskie Koleje Państwowe (PKP) für die bewährte Technik der Baureihe M44 aus Ungarn. Allerdings befand sich die Dieseltraktion in Polen noch in den Kinderschuhen und war vielfach von überalterten Dampfrangierlokomotiven dominiert. Nach erfolgreichen Tests im Jahr 1957 folgte 1958 der Kauf von zehn Maschinen. Diese ersten M44 für Polen entsprachen weitgehend der ungarischen Grundversion, wurden aber bereits mit polnischen Sicherheits- und Funkausrüstungen
ausgerüstet. Mit verbesserter Leistungsregelung, optimierter elektrischer Steuerung und praktischen Rangiergeländern ging ab 1961 die weiterentwickelte Serie als PKP SM41 in die Produktion. Ihr Einsatzgebiet reichte von großen Knotenbahnhöfen wie Warszawa, Gdańsk und Wrocław bis hin zu regionalen Güterbahnhöfen und Industriewerken, gefolgt von Industriebahnen der Hütten- und Chemiewerke.
Modellvorstellung
Piko hat diese osteuropäische Bauform als eine der Top-Neuheiten für das Jahr 2026 im Neuheitenkatalog aufgenommen und bedient dabei gleich drei markante Märkte. Der ungarische Markt steht für den Hersteller noch im Aufbau und findet nach der V 43 seine Fortsetzung mit der M 44. Piko wird drei Ausführung eines Epoche III-Modells produzierten, die mit den Artikelnummer 52380 (Zweileiter-Gleichstrom-Ausführung, analog, UVP € 209,–), 52382 (digitale Zweileiter-Gleichstrom-Ausführung, UVP € 319,–) und 52383 (digitales Dreileiter-Wechselstrom-Modell, UVP € 319,–) erscheinen wird. Die CSD-Ausführung wird unter den Artikelnummern 52384 (Gleichstrom, analog), 52385 (Gleichstrom, digital) und 52386 (Wechselstrom, digital) verfügbar sein. Die SM 41 der PKP wird mit den Artikelnummern 52387 (Gleichstrom, analog), 52388 (Gleichstrom, digital) und 52389 (Wechselstrom, digital) produziert.
Verpackung
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Werksfoto Piko

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