Roco 73472 – ÖBB 1042.611

Die Reihe 1042 war bis zur Beschaffung des Taurus (332 Stück) die größte Lokfamilie der ÖBB. Von 1963 bis 1977 wurden 257 Loks geliefert, die in drei verschieden große Gruppen eingeteilt wurden. Der Einsatz der sechsachsigen Neubauloks der Reihen 1010/1110 brachte starke Abnutzungserscheinungen an den Spurkränzen. Abhilfe sah man im Bau der Reihe 1042, deren Auslegungskriterien als vierachsige „Grenzleistungslok“ zunächst von Traktionserfordernissen am Semmering – engster Kurvenradius 189 Meter, 25 Promille Steigung – bestimmt waren. Es wurden mehrere Serien mit unterschiedlichen Motortypen, E-Bremssysteme, Stromabnehmer und Dachaufbauten sowie Höchstgeschwindigkeiten in Dienst gestellt. Die Hauptlieferserie der Reihe 1042 stellt mit 177 Maschinen den damals meistgebauten Typ im Fahrzeugbestand der ÖBB dar. Die Ablieferung erfolgte bereits in der neuen Farbgebung in Karminrot (1042.533 und 534) oder Blutorange (1042.531, 532 und 535–707) mit elfenbeinfarbigen Zierstreifen. Die 1042.510 (nachmalige 1042.58) war 1968 die erste in Dienst gestellte Neubaulok im neuen Farbschema. Zum Einbau kam die modifizierte Version des bewährten Motortyps EM 1001. Als wichtigster Bauartunterschied zu den Reihen 1042.0 und 1042.500 ist der Einbau einer gleichstromerregten Widerstandsbremse mit 2.400 kW Verzögerungsleistung zu nennen. Diese bedingte eine geänderte Dachaufteilung mit gewendeter Montageposition der Stromabnehmer – beide Knie nach innen schauend. Unterhalb der Stromabnehmer befinden sich die Lüftungsschlitze für die zusätzlichen Bremslüftertürme. Zahlreiche Bauartänderungen erfuhren die Loks im Rahmen von Ausbesserungsarbeiten im TS-Werk Linz. Auffallend sind die Anwendung des neuen Valousek-Farbschemas mit umbragrauer Brille und achatgrauer Bauchbinde, das Verblechen der Eckfenster aus Sicherheitsgründen, die Neugestaltung der Scheinwerferkonsolen und das Verschließen der rechtsseitigen Führerstandstüren ab 1995. Der ÖBB-Personenverkehr führte zum Fahrplanwechsel 1996 im Regionalverkehr den Wendezugbetrieb ein. Dafür wurden im großen Stil Doppelstockwagen beschafft und die „Langen Schlieren“ zu wendezugfähigen Waggons umfunktioniert. Als geeignete Lok für die Bespannung dieser Wendezüge wurde die Hauptlieferserie der Reihe 1042.500 auserkoren, womit fast alle Loks zwischen 1995 und 2001 zur Reihe 1142 umgestaltet wurden.


Modellvorstellung

Vor gut zwölf Jahren erschien das erste Modell der ÖBB-Grenzleistungslokomotive bei Roco. Es war eine weitere, willkommene Neukonstruktion, zudem stellten die Modellausführungen eine Ergänzung zum Lima-Modell dar. Welche Modelle Roco bisher geliefert hat, ist anhand der hier auf der Homepage abrufbaren Liste ersichtlich. Das aktuelle Modell der 1042.611 als eine Vertreterin der Hauptlieferserie 1042.5-7 gelangt unter den Artikelnummern 73472 (Gleichstrommodell, UVP € 189,–), 73473 (Gleichstrommodell mit Sound, UVP € 264,–) und 79473 (Wechselstrommodell mit Sound, UVP € 264,–) zur Auslieferung.

Verpackung

Die Auslieferung erfolgt in der bereits bekannten Roco-Verpackung mit Schaumstoffeinlage. Dem Modell liegt eine Betriebsanleitung und ein Ersatzteilblatt bei, darüber hinaus noch zwei Zurüstbeutel. Einer enthält die Teile für die Bremsanlage, der andere die verschiedensten Zurüstteile für den Lokkasten, um das Modell noch optisch aufzuwerten.

Technik

Das Modell der Roco 1042 setzt auf die bewährte Antriebstechnik unter dem Lokgehäuse. Ein Mittelmotor mit zwei Schwungmasse sorgt für den Antrieb des Modells auf alle vier Achsen, von denen zwei mit Haftreifen auf der vierten Achse bestückt sind. Die Stromabnahme erfolgt über alle Achsen. Ein Oberleitungsbetrieb ist nicht möglich.

Fahrverhalten

Die Lok hat ein Eigengewicht von 418 Gramm. Sie fällt durch hervorragende sowie ruhige Laufeigenschaften auf. Die Höchstgeschwindigkeit beim Vorbild beträgt 150 km/h. Messungen bei 12 V Gleichstrom ergaben umgerechnete Werte der Vorbildgeschwindigkeit von ca. 160 km/h. Die berechnete Modellgeschwindigkeit ist gegenüber der Vorbildgeschwindigkeit um ca. 7 % zu schnell, gegenüber dem NEM-Wert (+ 30 %) ist die Modellgeschwindigkeit um ca. 23 % zu langsam.

Optik

Die 1042 zählt zu den bestens nachgebildeten Fahrzeuge der Salzburger. Die Modellkonstruktion zeichnet sich durch eine vorbildgerechte Modellumsetzung aus. Trotz der großen Formenvielfalt ist es Roco gelungen, die Trennkanten der Formen sauber zu verstecken, außerdem sind am Modell zahlreich sauber durchgeführte Gravuren zu entdecken. Die Fenstereinsätze sind allesamt paßgenau gefertigt, gleiches gilt auch für die seitlichen Lüftergitter entlang des Maschinenraumes. Roco liefert die Lok teilweise schon zugerüstet aus. Die Griffstangen für die Führerstandstüren sind bereits ab Werk montiert, allerdings sind verschiedene Teile auf beiden Lokfronten selbst zu montieren. Diese Teile befinden sich im zweiten Zurüstbeutel.

Weitere saubere Gravuren finden sich auf den Dachaufbauten und der Lüftertürme bei den Stromabnehmern. Hierbei kann man sich kaum des Eindrucks zu verwehren, daß dort sogar feinste Ätzteile verbaut wurden. Die Dachleitungen und Isolatoren sind verschiedenfarbig dargestellt. Die Drehgestelle sind dreidimensional durchgebildet.

Farbgebung und Lackierung

Das vorliegende Modell der 1042.611 ist sauber lackiert und gibt trotz der drei Zierlinien keinen Grund für eine Beanstandung. Ebenfalls sauber und treffscharf aufgebracht ist die Beschriftung. Sämtliche Anschriften sind unter der Lupe gut lesbar, sogar die Fabriknummer 69914 und das Baujahr 1973 sowie ELIN als E-Hersteller sind im Fabriksschild zu entziffern. Die Lok ist bei der Zfl. Salzburg stationiert und weist als Revisionsdatum den 28.03.78 auf.

Beleuchtung

Die Lok verfügt noch über Glühlampen, die weiß bzw. rot je nach Fahrtrichtung glühen.


Bilder



Literatur-Empfehlung

Die Reihe 1042 – Kiruba-Verlag