Piko 54690 / 54691 / 54693 / 54694 / 54695 – Zementsilowagen Ucs-v DR / GATX

Die Anfang der 1970er-Jahre von der Deutschen Reichsbahn der DDR beschafften zweiachsigen Zementbehälterwagen konnten den Bedarf noch nicht decken, und es mußten weiterhin große Mengen Zemend und andere staubförmige Güter in Säcken oder lose in weniger geeigneten Wagen dafür befördert werden.

Die Deutsche Reichsbahn entschloss deshalb, in der zweiten Hälfte der 1970er-Jahre weitere Behälterwagen in Dienst zu stellen. Die Fahrzeuge wurden zwischen 1976 und 1980 geliefert. Hersteller war die rumänische Waggonfabrik Turnu-Severin in der gleichnamigen Stadt. Die Wagen wurden in zwei Serien beschafft und zunächst als Gattung Uce bezeichnet. Ab 1980 wurden sie dann als Gattung Ucs-v geführt. Die erste Lieferung (Dokumenationsnummer 8428 bekam die Wagennummern 912 4 495 ff, die zweite (Dokumentationsnummer 8432) trug die Nummern 912 5 443 ff.

Keiner dieser Wagen wurde 1994 von der Deutschen Bahn AG übernommen. Die meisten kamen zu privaten Einstellern, und einige von ihnen sind heute noch im Einsatz.

Die zweiachsigen Zementbehälterwagen haben ein Laufwerk mit rollengelagerten Radsätzen. Sie sind über achtlagige (1. Bauserie) oder neunlagige (2. Bauserie) Pekate aus Blatttragfedern und Doppelschaken mit den Lagerböcken am Untergestell verbunden.

Die Druckluft-Klotzbremse der Bauart Knorr KE-GP hat einen mechanischen Lastwechsel, der von Hand umgestellt werden muß. Die zugehörigen Hebel befinden sich unter den Langträgern. Ein Bremszylinder überträgt seine Kraft über den Bremsgestängesteller und das Gestänge auf einfach Bremssohlen aus Grauguß. Ein Teil der Wagen hat eine Feststellbremse, die sich mit einer Handkurbel von einer Stirnbühne aus bedienen läßt.

Die Zugvorrichtung ist bei der ersten Bauserie durchgehend, bei der zweiten Lieferserie wurde sie geteilt ausgeführt. Sie ist mit normalen Schraubenkupplungen und Zughaken bestückt. Eine automatische Mittelpufferkupplung kann nachgerüstet werden.  Vier Hülsenpuffer der Bauart Ringfeder mit rechteckigen Puffertellern übertragen auftretenden Stoßkräfte.

Das geschweißte Untergestell setzt sich aus zwei Langträgern und zwei Kopfstücken zusammen. Weil die beiden Zementbehälter unten ins Untergestell hineinragen, mußte auf Mittellangträger verzichtet werden. Deshalb verstärken Diagonalstreben sowie Quer- und Diagonalverstärkungen aus Profilstahl den Rahmen. An beiden Wagenenden befinden sich Übergangsbühnen mit festen Geländern und Trittstufen.

Hauptbestandteil des Wagenkastens sind die beiden Zementbehälter. Sie haben ein Ladevolumen von je etwa 12,5 m³ und bestehen unten aus einem Kegelsegment und einem mittleren, zylinderförmigen Teil und einem tonnenförmigen Dach. Die Behälter sind senkrecht stehend in einem gemeinsamen Sattel geschweißt. Über Leitern an den Längsseiten kann das Personal auf die Wagen steigen, um die Füllluken zu bedienen. Die runden Füllluken sind Schwenkdeckel mit Scharnieren und Knebelverschlüssen. Sicherheitsventile, Manometer und Entlüftungshähne sollen Betriebsstörungen vermeiden. Unten haben die Behälter einen kegelförmigen Entleerungstrichert mit einer Auflockerungseinrichtung.

Die Behälter sind für einen Betriebsdruck von 2,5 bar ausgelegt. Die Dichteprüfung erfolgt mit einem Druck von 3,25 bar. Ventile und Handräder der Bedieneinrichtungen sind auf einer Längsseite zusammengefaßt.

Um die Behälter zu entladen, wird Druckluft hineingedrückt. Die dazu benötigten Leitungen lassen sich über Anschlußstutzten mit den Wagen verbinden. Das Ladegut wird über Anschlüsse an den Stirnseiten und flexible Leitungen in Vorratsbehälter oder Straßenfahrzeuge gepresst. Die Auflockerungseinrichtung ist ein kegelförmiger Trichter, in dem ein Blech mit Bohrungen ist. Über dieses Blech ist ein Filtertuch aus Nylon gespannt.

Die von unten eingeblasene Druckluft strömt durch das Filtertuch und lockert das Ladegut so weit auf, dass es zu fließen gebint. Wenn der Behälterdruck 2 bis 2,5 bar erreicht hat, kann mit dem Eintladen gebonnen werden. Der Überdruck drückt das Ladegut dann aus dem Behälter. Während der Entladung ist auf eine gleichmäßige Druckluftzuführ zu achten. Die Entladung ist beendet, wenn das Manometer bei gleichbleibender Druckluftzufuhr fast auf 0 bar abgefallen ist. Griffe, Zettelkasten, Seilhaken und Signalhalter ergänzen die Ausstattung der Behälterwagen.

Die Wagenfamilie der Sonstigen Güterwagen, Hauptgattungskennzeichen U bei der DR

Die Zementbehälterwagen gehören zur Wagenfamilie der Staubgutwagen und sind nach dem UIC-Wagenschema mit dem Hauptgattungszeichen U gekennzeichnet. Diese Gattung umfaßt alle Wagentypen, die nicht einer der vorangegangen Gruppen zugeordnet wurden. Dies betrifft folgende Behälterwagen, und zwar den Typ IVa der Kohlenstaubbehälterwagen, den Typ IVe als Zementbehälterwagen und den Typ IVf als Chemiebehälterwagen, wie diese Fahrzeugtypen bei der Deutschen Reichsbahn genannt wurden.

Die dreiachsigen Güterwagen vom Typ IVa mit drei stehenden Behältern sind durch Entlade-Rohrleitungen miteinander verbunden. Die Einfüllöffnungen befinden sich auf den Behältern. Mit Druckluft (ungefähr mit ca. 1,5 bar) von einer stationären Anlage werden die Behälter nacheinander entleert.

Gedeckte, vierachsige Schwerkraftselbstentladewagen der Gattung Uaoos-y werden vorzugsweise für den Transport von mineralischen Düngemitteln (Kalidüngemittel) und anderen mässeempfindlichen Schüttgütern eingesetzt. Für die Beladung sind im Dach vier Ladeluken angebracht. Im unteren Teil des Wagenkastens befinden sich vier Entladeöffnungen, die mit gewölbten, handradbedienten Schiebern zu verschließen sind. Durch einen Sicherungshebel und mit Sperrklinken wird die Verschlußeinrichtung arretiert.

Die zweiachsigen Behälterwagen der Gattung Ucs sind für den Transport von Zement und anderen staubförmigen Ladegütern, wie etwa für Kalk und Kalkhydraht, vorgesehen. Die Wagen besitzen zwei stehende Behälter mit oberer Fülleinrichtung (Domdeckel). Mit Druckluft von ungefährt 2,5 bar wird in Lagerbehälter oder in Spezialfahrzeugen entladen. Jeder Behälter ist mit Rohrleitungen, Armaturen, Leiteraufstiegen, einer Arbeitsbühne zwischen den Behältern sowie mit Sicherheitseinrichtungen ausgerüstet.

Vierachsige Chemiebehälterwagen werden zum Transport von Granulaten sowie von feinkörnigen oder flüssigen Chemieprodukten eingesetzt.

Tiefladegüterwagen – seien es zweiachsige, vierachsige, sechsachsige, achachsige oder auch mehrachsige – sind zum Transport von kompakten und schweren Ladegütern bestimmt. Sie besitzen eine Tragfähigkeit von sechs maximal 500 Tonnen.

Eine Neuentwicklung ist das Eichfahrzeug für Gleiswaagen, das aus einem Eichwagen und einem Eichbeiwagen besteht. Es besitzt einen eigenen Dieselmotorantrieb. Die Wiegestücke werden mit Hilfe einer Hängebahn und einem Kettenzug auf die Gleiswaagen befördert.

 

 


Modellvorstellung

Piko hat sich als eine der vielen Formneuheiten speziell im Güterwagensektor dieses Staubgutwagens der DR angenommen. Der Vorbildwaggon entspricht dem Betriebszustand der frühen 1980er Jahren und verkörpert damit eine besondere Bauform, mit welcher zugleich eine weitere Lücke im Güterwagensegment geschlossen wird. Das Premierenmodell wird unter der Artikelnummer 54690 ausgeliefert und ist zum UVP € 44,99 im Fachhandel erhältlich.

Die Auslieferung des Modells erfolgt in der üblichen Piko-Verpackung (Kartonverpackung mit paßgenauen Plastikeinsatz). Das Modell ist sofort auf der Anlage einsetzbar, da sämtliche Anbauteile bereits am Modell montiert sind.

Die Neukonstruktion zeichnet sich gerade deswegen aus, in dem die bereits ab Werk angesetzen vielen Teile nicht mehr selbst aufwendig montiert werden müssen. Piko ist es mit seiner Neukonstruktion gelungen, nicht nur äußerst filigrane Aufstiege und Sicherheitsgeländer, sondern auch fein ausgeführte, unterschiedliche Riffel- und Lochbleche nachzubilden. Die Seilanker sind extra angesetzt, ebenso Handläufe, Druckleitungen, Quergeländer, Ventile, Handräder und Leitern. Das Modell weist saubere Gravuren auf, dies zeigt sich bei der realistisch nachgebildeten Bremseinrichtung ebenso wie bei den korrekt umgesetzten Einfüll- und Druckluftstutzen.

Die einfach, hellgraue Lackierung spricht für sich selbst. Allerdings sind die weißen Anschriften auf dem hellgrauen, ja fast schon beigefarbig-lackierten Modell schlecht zu lesen. Das Modell hat die vollständige Wagenanschrift Ucs-v [[9120]] 21 50 912 4 629-2. Das Revisionsdatum stammt vom 10. März 1980. Die Bedruckung ist trotz der weißen Farbe fein säuberlich und gut deckend aufgetragen und unter der Lupe trotz dieser Verhältnisse problemlos lesbar.


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Piko 54691 – GATX

Als zweites Modell dieser Neukonstruktion ist die Modellausführung als Privatwagen der Firma GATX Deutschland zu nennen. Das Modell entspricht aufgrund der Beschriftung der Wagennummer der Epoche VI, wiewohl das nachgesetzte P immer noch auf die Herkunft der Epoche V verweist. Bezüglich der Modellausführung sei auf die oben ausgeführten Angaben verwiesen. Interessanterweise wurde aber bei diesem Modell in den Schaugläsern rote Handräder hinterlegt, was den Wagen optisch aufwertet. Der Wagen gelangt unter der Artikelnummer 54691 zur Auslieferung und ist zum UVP von € 44,99 erhältlich. Die Wagenanschriften lauten dabei: 23 80 912 5 090-8P D-GATXD mit Heimatbahnhof Brandenburg-Altstadt. Das Revisionsdatum ist vom 06.05.07.

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Piko 54695 – DR

Nachdem Piko sein Premierenmodell der letztjährigen Neukonstruktion in hellgrauer Lackierung für Wagenaufbau und Rahmen ausgeliefert hat, folgt als Neuheit 2017 die Ausführung mit mittelgrauen Siloaufbauten und schwarzem Fahrzeugrahmen. Piko liefert die Neuheit 2017 unter der Artikelnummer 54695 zum UVP von € 44,99 aus. Das Modell ist seit Ende Jänner 2017 im Fachhandel zu erhalten.

Das neue Modell der Wagengattung Uces (9120) trägt die Betriebsnummer 21 50 912 5 176-3 und gehört der Epoche IV an, wobei die Revisionsanschriften auf den Jänner 1977 basieren. Das Modell ist wiederum sauber lackiert bzw. bedruckt. Aufgrund der unterschiedlichen Farben sind die Fahrzeuganschriften diesmal besser lesbar. Einige Anschriften wurden auf den abgerundeten Stirnwänden angebracht.

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Piko 54693 – DR

Als weitere Farb- und Beschriftungsvariante hat Piko diesen Zementwagen in der einheitlich hellgrauen Farbgebung mit weißen Fahrzeuganschriften ausgeliefert. Das Modell trägt die Betriebsnummer 21 50 912 4 296-0 und die Gattungsbezeichnung Ucs-v sowie die GSNR 9120. Am Revisionsraster sind die Daten 4 REV M 12.3.81 zu lesen.

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Piko 54694 – DR

Passend zu den bisher erschienenen Modellvarianten gesellt sich eine Ausführung aus dem täglichen Betrieb, indem das vorliegende Modell mit verschiedenen Ausbesserungsflächen gibt. Die Neuheit erhielt die Betriebsnummer 21 50 912 4 505-8 und hat die Gattungsbezeichnung Ucs-v. Als GSNR wurde wiederum die 9120 angeschrieben. Das Revisionsraster verrät folgende Angaben: 4 REV M 24.04.80.


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