Trix 22394: DB E 44 507

Die guten Betriebsergebnisse mit der E 44 101 veranlaßten die Deutsche Reichsbahn zu zwei Nachbestellungen für je vier Maschinen. Die dritte und letzte Lieferserie, die bereits 1932 bei der AEG bestellt worden war, kam wegen verschiedener Änderungen erst 1934 zur Auslieferung. Neue und leistungsfähigere Motoren verlangten eine andere Anordnung beim Einbau. Aus diesem Grund wurden die Drehgestelle mit einem vergrößerten Achsstand ausgeführt. Daraus resultiert auch die größere Gesamtlänge der Lokomotiven, die nun aber wieder Maßnahmen erforderte, um die zulässige Achslast nicht zu überschreiten. Der vollständig geschweißte Brückenrahmen wurde deshalb mit zahlreichen Aussparungen versehen, die zum Hauptunterscheidungsmerkmal der Maschinen wurden. Eine günstigere Auslegung und eine bessere Kühlung des Haupttransformators trugen zur Leistungssteigerung der Fahrzeuge wesentlich bei. Auf der krümmungsreichen Gebirgsstrecke von Freilassing nach Berchtesgaden bewährten sich die Maschinen sehr gut. Ohne Änderungen konnte die Höchstgeschwindigkeit der beiden letzten Lokomotiven auf 90 km/h erhöht werden. Alle vier Lokomotiven, die 1938 als E 44 506 bis 509 (ab 1968: 144 506 bis 509) bezeichnet wurden, blieben stets im Bw Freilassing beheimatet.


Modellvorstellung

Die Firmengruppe Märklin/Trix hat als diesjähriges Clubmodell die dritte Serie der E 44.5 als Neukonstruktion ausgewählt und schließt damit eine noch existierende Lücke an Altbau-E-Loks. Das Erstmodell ist ein Fahrzeug der Epoche III im Erscheinungsbild der 1960er Jahre, wie die Lok eben auf der angestammten Strecke unterwegs war. Die Neukonstruktion wird für das Zwei-Leiter-System unter dieser Artikelnummer angeboten, die Wechselstrom-Ausführung wird bei Märklin unter Artikelnummer 39445 geführt. Der UVP der Neukonstruktion beträgt € 469,–.

Verpackung

Die Auslieferung erfolgt in der bekannten Verpackungsform von Märklin bzw. Trix. Nach dem Abzug des Kartonschubers wird die stabile Plastikverpackung zugänglich, in welchem das Modell mit nochmaligen Plastikschuber sicher für den Transport fixiert wurde. Der Neukonstruktion liegt ein Zurüstbeutel mit einzelnen Zurüstteilen für die Pufferbrust bei. Die Betriebsanleitung und die sonstigen Dokumente sind in der Kartonschachtel in einem seitlichen Schlitz eingeschoben und werden durch eine zusätzliche Kartonhülle umschlossen.

Technik

Die Antriebstechnik ist unter dem Metallgehäuse untergebracht. Das Metallgehäuse ist auf dem Chassis aufgesetzt und mit zwei Schrauben an der Unterseite befestigt. Diese befinden sich seitlich rechts bei der Führerstandstüre. Nach dem Lösen dieser Schrauben läßt sich das aufgesetzte Metallgehäuse abnehmen, jedoch ist zu beachten, daß das Gehäuse elektrisch mit der Zentralplatine verbunden ist! Die Abnahme ist daher nur bedingt möglich. Die Kabelverbindung dient zur Stromversorgung der beiden Pizio-Motoren für die beweglichen Stromabnehmer. Interessanterweise lassen sich die Stromabnehmer auch ohne der bisher üblichen Stellstange heben und senken.

Die Fahrzeugplatine ist auf dem Metallchassis befestigt. Diese ist mit einer Digital-Schnittstelle mtc-21 bestückt. Das Modell wird serienmäßig mit einem mfx-Decoder ausgeliefert, der auch im DCC-Modus und unter analogen Anlagenbedingungen funktioniert.

Ein Mittelmotor (Hochleistungsantrieb) mit Schwungmasse ist im Metallrahmen der Lok eingelassen und sorgt via Kardanwellen und Schnecke über das Stirnradgetriebe für den Antrieb auf vier Achsen. Die Zahnräder sind aus Messing gefertigt, an der Unterseite befinden sich Öffnungen zum Ölen des Getriebes. Haftreifen sind jeweils einseitig an den Achsen 2 und 3 aufgezogen. Die Stromabnahme erfolgt von allen Achsen Die Neukonstruktion ist beidseitig mit einer Kurzkupplungskulisse nach NEM ausgestattet.

Fahreigenschaften

Das Eigengewicht beträgt 457 Gramm. Die Vorbildgeschwindigkeit beträgt 80 km/h. Messungen bei 12 V Gleichstrom ergaben einen umgerechneten Wert von ca. 59 km/h. Die berechnete Modellgeschwindigkeit ist gegenüber der Vorbildgeschwindigkeit um ca. 26 % zu niedrig, gegenüber dem NEM-Wert – unter Berücksichtigung der Erhöhung um 30 % – ist sie sogar um ca. 56 % zu niedrig. (Daten folgen)

Optik

Der erste Blick auf die Neukonstruktion läßt nur gutes verheißen, doch es gibt auch eine Kleinigkeit, die es gleich zu Beginn zu bemängeln gilt. Es ist der fehlende Durchblick im Brückenrahmen, welcher vermutlich konstruktionsbedingt durch das Chassis verdeckt wird.

Ungeachtet dieser optischen Eintrübung ist das Modell eine Augenweide. Das Metallgehäuse weist feine Gravuren und alle Details des Vorbildes auf. Der Blick auf die Seitenwände offenbart filigran ausgeführt Nietreihen, aber auch fein gravierte und leicht erhaben dargestellte Lüftergitter. Hinter die bündig angesetzten Fenster befinden sich relief-artige Imitationen des Maschinenraumes. Die Griffstangen der Führerstandstüren sind eigens angesetzte Teile. Selbiges trifft auch für die Stirnfronten zu. Die Stirnlampen sind aufgesetzt, zudem wurde unter dem Mittelfenster eine Signalhalterung extra angesetzt. Extra angesetzt ist auch eine eingesetzte Stange oberhalb der Pufferbrust am Drehgestell.

Die Drehgestelle sind dreidimensional durchgebildet und weisen ebenfalls verschiedene, dem Vorbild entsprechende Detaillierungen auf. Die Bremsklötze sind in Radlauffläche angeordnet. Die Ausdrehmöglichkeit der Drehgestelle wird durch die Lage eines innenliegenden Kessel begrenzt. (Exkurs: Interessanterweise gibt es keinen Hinweis auf den Mindestradius.)

Der letzte Blick ist noch auf das Dach gerichtet, wo sich nicht nur zwei Scherenstromabnehmer mit Einfachschleifstück befinden, sondern auch die Dachleitungen, der Hauptschalter und andere Bauteile vorbildgerecht umgesetzt wurden. Sogar das zweifärbige Dach wurde bei der E 44 507 nachempfunden.

Farbgebung und Beschriftung

Altbau-E-Loks der DB waren stets sehr einfach und einfärbig lackiert. Der Hersteller hat seine E 44 507 im Farbton Flaschengrün lackiert und mit weißen Anschriften versehen, die alle gut deckend aufgetragen sind und lupenrein lesbar sind. Als Betriebsnummer wurde die E 44 507 ausgewählt, die Lok ist beim Bw Freilassung bzw. in der BD München beheimatet. Das Revisionsraster weist als letztes Untersuchungsdatum die Angaben Letzte BR 2 MF 24.05.60 – Unt. MF 24.05.60 aus.

Beleuchtung

Die Neukonstruktion ist mit wartungsarmen und warmweißen LED bestückt. Die Ansteuerung der Beleuchtung erfolgt richtungsabhängig, im Digitalmodus sind zusätzliche Darstellungen möglich, hinzu kommen noch die Führerstandsbeleuchtung.


Bilder