Brawa – G10-Familie

Von den gedeckten Güterwagen der Verbandsbauart und seinen Vorgängern nach Länderbauart wurden zusammen etwa 180.000 Wagen hergestellt. Als Beschaffer dieser Wagen galten mehrere Länderbahnen. Allein schon diese enorme Stückzahl  dieser Fahrzeugtype prägte das Gesamtbild des Güterzugverkehrs der Deutschen Reichsbahn, indem in jedem Güterzug in der Regel mehr oder weniger ein paar derartige Fahrzeuge eingereiht waren. Zahlreiche Wagen wurden bereits ab Werk mit einer Bremse ausgestattet. Das war nach dem damaligen STand der Technik eine Handbremse. Der Bremser fand seinen Platz in einem erhöhten Bremserhaus, von dem aus der gesamte Zug zu überblicken war. Auf Pfeifsignale von der Lokomotive wurden die Bremsen angezogen oder gelöst. Die Konstruktion des Wagens war vielfach auf tarifliche Bedingungen einerseits und technische Gegebenheiten andererseits zurückzuführen, wobei es sich hierbei um einen Wagen mit gleichen Abmessungen und Ladegewichten handelte. Die Wagen hatten eine Radstand von 4,5 m und eine Länge über Puffer von 9,3 m. Die ungebremsten Wagen hatten ein Ladegewicht von 15 t, später sogar 17,5 t und eine Bodenfläche von 21 m².

Die Deutsche Reichsbahn reihte die Gedeckten Güterwagen der Verbandsbauart unter den Gattungsbezirken „Kassel“ und „München“ ein. Im Zuge der Kriegsvorbereitungen schuf man in den 1930er Jahren außerdem den Bezirk „Karlsruhe“. Diese Wagen mußten Hand- und Druckluftbremse besitzen, hatten Einrichtungen für den Personentransport und durften nicht international eingesezt werden. Während des Zweiten Weltkrieges gingen viele Wagen verloren oder verblieben bei anderen Staatsbahnen.

Die Deutsche Bundesbahn hatte Anfang der 1950er Jahre noch fast 40.000 Dedeckte Güterwagen der Verbandsbauart im Bestand. Der zu dieser Zeit häufigste Gedeckte Güterwagen erhielt bei der DB ab 1951 die neue Wagenbezeichnung G 10. Zwar waren die Wagen verstärkt worden, um die Belastungen durch Einbau von Druckluftbremsen und durch die erhöhten Geschwindigkeiten aufzufangen. Die Wagen der Ursprungsausführungen waren aber noch bis zum Schluß im Dienst, vielfach auch ungebremst, weshalb diese nur eine durchgehende Luftleitung besaßen und somit als „Leitungswagen“ bezeichnet wurden.

Zahlreiche dieser Wagen der Verbandsbauart verblieben nach dem Zweiten Weltkrieg in der sowjetisch besetzten Zone und kamen dann zur Deutschen Reichsbahn. Die Wagen erhielten dort die Schlüsselnummer 05. Selbst Mitte der 1960er Jahre waren für die Wagen noch ein Nummernkreis von immerhin 9.000 Fahrzeuge reserviert.

Die Gedeckten Güterwagen der Verbandsbauart kamen nach dem ersten und dem Zweiten Krieg auch in die Schweiz. Im Zweiten Weltkrieg dienten die Fahrzeug der Versorgung der Bevölkerung mit Lebensmitteln und Arzneien. Die Wagen in der Schweiz waren vielfach für das Rote Kreuz im Einsatz.


Modellvorstellung

Brawa führt die Modelle der Gedeckten Güterwagen der Verbandsbauart schon seit mehr als einem Jahrzehnt im Sortiment, und das bisherige Produktionsprogramm bestätigt die Tatsache, daß man von diesem „Standardwagen“ nicht genügend verschiedene Ausführungen produzieren kann. Deshalb finden sich immer wieder interessante Farb- und Beschriftungsvarianten Aufnahme ins Neuheitenprogramm und ergänzen die bisherigen Bestände.

Die aktuellen Modelle werden genauso wie alle anderen Fahrzeuge in der bekannten und robosten Plastikverpackung ausgeliefert. Das Modell ist paßgenau und transportsicher in entsprechenden Plastikeinlagen. Zum Lieferumfang gehört auch ein Zurüstbeutel. Das Neuheitenprogramm sah wiederum mehr als ein Dutzend neuer Modellvarianten vor, wobei durch die Vielfalt sehr viele Märkte bedient werden können. Der UVP der Modelle der G 10-Familie beträgt aktuell € 39,90.


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Modellbahnhersteller haben bei Neuentwicklung sehr gerne nur die eigenen Modelle des Heimatlandes im Auge gehabt und dabei auf die Vielfalt der Vorbilder verzichtet. Gerade die Öffnung der Grenzen sowie der Wegfall des Eisernen Vorhanges ermöglichte die Generierung neues Wissens und Kundengruppen. Umso erfreulicher ist es, wenn auch bekannte Güterwagentypen im Design der Nachfolgebahnen nach dem Zweiten Weltkrieg erfaßt werden und damit entsprechende Ausführungen in den Handel gelangen.

Als ein solches Modell ist der CSD-Güterwagen der Gattung Z zu sehen. Der Güterwagen erhielt die Betriebsnummer 2-98592 erhalten und gehört in dieser Ausführung der Epoche III an. Der braun lackierte Wagen zeichnet sich durch feine Gravuren und Detailierungen aus, zudem sind viele Teile extra angesetzt. Mit dem RIV-Zeichen am rechten Wagenkasten ist der Güterwagen auch international einsetzbar. Die saubere Beschriftung ist lupenrein und trennscharf lesbar. Am Fahrzeugrahmen stehen die Revisiondaten: REV Pl 15.09.57.

 


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Freunde der Epoche II werden ihre Freude mit diesem Modell haben, indem Brawa eine Ausführung der BBÖ mit grauem Wagenkasten auslieferte. Das Modell trägt die Wagennummer 79167 und die Gattungsbezeichnung G. Die Revisionsangaben am Fahrzeugrahmen lauten auf REV Ff 05.36; dasselbe Datum wird am Fahrzeugaufbau als Funkenschutz Eisenblech genannt.

 


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Als letztes Modell ist noch eine DB-Ausführung in der Epoche III zu benennen. Dieses Fahrzeug unterscheidet sich gegenüber den anderen Fahrzeugen darin, daß an den jeweiligen Außenfeldern Verstärkungsmaßnahmen sichtbar sind. Als weitere konstruktive Highlights gelten die extra einzeln eingesteckten Signalstützen, die einzeln aufgesetzten Lagerdeckel bei den Achsen, Metallachlager sowie feinst angesetzte Trittstufen und Griffstangen in filigraner und robuster Ausführung. Die Bremsanlagen bei diesen Wagen ist mehrteilig ausgeführt, die Bremssohlen sind auf Radlauffläche angeordnet, am Unterboden ist die Bremsanlage extra angesetzt und vollständig nachgebildet.