Fleischmann 435201: DB E 52

Das erste von der Deutschen Reichsbahn Gesellschaft aufgestellte Beschaffungsprogramm neuer Triebfahrzeuge für die Gruppenverwaltung Bayern sah die Lieferung einer schweren Personenzuglokomotive vor. Nach zahlreichen Entwürfen wurde ein Projekt ausgewählt und daraufhin mehrfach abgeändert. Realisiert wurde dann eine Lok mit der Achsfolge 2′ B B 2′. Man ging bei diesen Maschinen aus begründeter Abneigung gegen einen großen auf vier kleinere Motore über. Das Triebwerk wurde in zwei Gruppen geteilt. Jeder Gruppe sind zwei Motoren zugeordnet, die über Stirnräder eine Vorgelegewelle und von dort über ein Parallelkurbelgetriebe mit Schrägstangen eine Blindwelle und zwei Kuppelachsen antreiben. Um die Achslasten in zulässigen Grenzen zu halten, war, wie schon erwähnt, an jedem Ende des Fahrzeuges ein Drehgestell erforderlich. Der durchgehende lange Rahmen, der Kastenaufbau mit abgeschrägten Ecken und mit Stirnwandtüren sind die besonderen Merkmale der 35 Lokomotiven, die von Maffei und der WASSEG als EP 5 21 505 bis 21 535 geliefert wurden. 1927 erhielten sie dann die neuen Betriebsnummern E 52 01 – 35. Von den sehr teuren und schweren Maschinen mußten bis 1950 sechs Lokomotiven ausgemustert werden, alle anderen verblieben bei der DB und wurden nach der Einführung der Computernummer als Baureihe 152 geführt.


Modellvorstellung

Kommt sie oder kommt sie nicht, mußte man sich fragen, als unklar war, ob Fleischmann die vor einigen Jahren angekündigte EP 5 der K. Bay. Sts. B. bzw. die E 52 der DRG/DB und 152 (DB) angekündigt hatte. Nachdem dezente Hinweise des Mitbewerbs über das Erscheinen dieser Loktype aufgetaucht sind, mußte der Heilsbronner Hersteller dann doch Farbe bekennen, weshalb mit dem 130jährigen Firmenjubiläum dann noch eine eigens kreierte Zugpackung mit der EP 5 und vier bay. Lokalbahnwagen als Krönung des Firmenjubiläums angekündigt wurde. Das Neuheitenprogramm enthielt zum Epoche II-Zug als Einzelfahrzeug eine Lokomotive der DB, die als E 52 in der Epoche III-Beschriftung erschien. Angekündigt wurden daher als Neuheit die Gleichstrom-Version unter der Artikelnummer 435201 zum UVP von € 279,– (ohne Loksound) sowie mit Loksound als Artikelnummer 435271 zum UVP von € 359,– sowie die Wechselstrom-Variante mit Lok-Sound zum selben UVP.

Verpackung

Fleischmann liefert die DB E 52 in der roten, robust und zweiteilig ausgeführten Kartonverpackung aus. Ein paßgenauer Schaumstoffeinsatz nimmt das auf Kunststoffgleis stehende und mittels Plastikhaube geschützte Modell auf. Im beiliegenden Zurüstbeutel liegen die Bremsschläuche sowie die Zughaken für die Selbstmontage bei, zusätzlich liegt noch eine Leiter bei. Beigepackt sind noch eine ausführliche Betriebsanleitung sowie das Ersatzteilblatt.

Technik

Das Kunststoffgehäuse sitzt auf dem Zinkdruckgußrahmen und ist über zwei Schrauben befestigt. Die Schrauben sind diagonal versetzt an der Modellunterseite zwischen den Vorlaufdrehgestellen platziert. Nach dem Entfernen ist das Abziehen des Kunststoffgehäuses nach oben probemlos möglich.

Das Innenleben bringt eine über dem Lokrahmen befindliche Platine hervor. An der Oberseite – ungefähr in Lokmitte – befindet sich die 22polige Digitalschnittstelle (PluX22). Daneben sind zwei Stützkondensatoren als Pufferspeicher sowie ein Dip-Schalter untergebracht. Mit dem Dip-Schalter lassen sich im Analog-Betrieb verschiedene Stellungen des Schlußlichtes darstellen. Da die Neukonstruktion nicht mehr für einen funktionsfähigen Oberleitungsbetrieb ausgelegt ist, findet man vergebens auch einen diesbezüglichen Umschalter.

Ein fünfpoliger Motor mit einer großen Schwungmasse ist mittig in den Fahrzeugrahmen eingelassen. Zwei Fahrzeugwellen greifen direkt in den Getriebeblock der beiden Triebwerksgruppen. Eine Achse wird direkt über das Getriebe angetrieben, die zweite Treibachse und die Blindwelle wird über das Gestänge mitgenommen. Pro Triebwerksgruppe sind zwei Haftreifen auf jenem Radsatz berücksichtigt, der mittels Zahnkranz angetrieben wird. Diese Achse liegt sogleich starr im Fahrwerksrahmen, die über die Kuppelstangen mitgenommene Antriebsachse ist gefedert und Seitenspiel in beide Richtungen ausgeführt. Die Kurzkupplungskulisse ist direkt am Rahmen untergebracht und trägt den NEM-Normschacht, wo die Profikupplung bereits eingesteckt ist. Die beiden Vorlaufdrehgestelle weisen einen zentralen Drehpunkt auf und sind zusätzlich noch seitenverschiebbar.

Fahrverhalten

Das Modell bringt ein Gewicht von 499 Gramm auf die Waage.  Das Modell fällt durch ein solides Fahrverhalten und durch die geringe Geräuschentwicklung auf. Das Vorbild hat eine Höchstgeschwindigkeit von 90 km/h. Messungen bei 12 V Gleichstrom ergaben umgerechnete Werte von ca. 125 km/h. Die berechnete Modellgeschwindigkeit ist gegenüber der Vorbildgeschwindigkeit um ca. 39 % zu hoch, gegenüber dem NEM-Wert – unter Berücksichtigung der Erhöhung um 30 % – ist die Modellgeschwindigkeit um ca. neun % zu niedrig.

Optik

Die Fleischmann E 52 spielt konstruktiv in der selben Liga wie die zuvor ausgelieferte E 60 mit. Das Modell zeichnet sich durch verschiedene Details aus. Schon beim Anblick des Lokkastens fallen die dezent ausgeführten Deckleisten an den Seitenwänden auf. Die Lüftergitter wirken etwas flach ausgeführt. Sämtliche Nietreihen soweit dezent ausgeführt, daß sie erst unter der Lupe richtig sichtbar werden. Die Gummidichtungen aller Fenster sind hauchdünn umgesetzt. Einzelne Details sind am Lokkasten angespritzt, es sind dies Scharniere bzw. die elektrischen Steckverbindungen an der Fahrzeugfront. Als seperat angesetzte Teile sind die Griffstangen bei den Türen und die Scheibenwischer ausgeführt.

Am Dach sind einerseits angespritzte Leitungen sowie auch viele Nietreihen erkennbar. Die beiden Stromabnehmer mit dem Einfachschleifstück sind filigran ausgeführt. Die elektrische Dachausrüstung ist komplett umgesetzt. Das Fahrwerk ist dank der feinen Speichenräder aus Metall eine Augenweide. Die funktionsfähige Nachbildung der Blindwelle sowie auch die erhabene Darstellung der Gegengewichte werten das Modell optisch ungemein auf. Die Treib- und Kuppelstangen bestehen aus feinen Metallteilen. Weitere Details sind auch im Fahrwerksbereich zu entdecken, indem die Sandfallrohre direkt zu den Radlaufflächen reichen, ebenso befinden sich die Bremsklötze auf exakter Höhe der Radlaufebene. Sehr schön anzusehen sind dann noch die am Rahmen aufgehängten Kurbelantriebe sowie weitere Apparaturen.

Farbgebung und Bedruckung

Das einfache Farbkonzept spiegelt sich bei der Lackierung des Modells problemlos wieder, indem dieser Teil der Beurteilung keinen Grund zur Beanstandung liefert. Die Bedruckung ist vollständig und unter der Lupe trennscharf lesbar. Fleischmann hat seiner E 52 die Betriebsnummer E 52 07 verpaßt. Die Lokomotive ist beim Bw Stuttgart bzw. der BD Stuttgart beheimatet. Als letztes Datum der Bremsuntersuchung ist Fahrzeugrahmen der 14.07.1960 des AW Freimann zu lesen. Manche Anschriften weisen einen schwarzen Hintergrund auf, womit entsprechende Lokschilder imitiert werden.

Beleuchtung

Das Beleuchtungskonzept besteht aus wartungsarme LED. Das weiße Spitzenlicht leuchtet dreimal, das rote Schlußlicht nur einmal. Der Wechsel erfolgt fahrrichtungsabhängig. Über die Dip-Schalter an der Platine lassen sich weitere Schaltungen für das Schlußlicht einstellen. Im Digitalbetrieb läßt sich der Führerstand bzw. der Maschinenraum beleuchten.


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