Fleischmann 714302: DR 37 1009-2

Die Deutsche Reichsbahn Gesellschaft ließ die Lokomotiven der Baureihe 24 als Personenzuglokomotiven für das Flachland konstruieren. Sie wurden auch als Universalmaschinen auf den langen Nebenstrecken in Ost- und Westpreußen eingesetzt, weshalb die Baureihe als Beinamen „Steppenpferd“ erhielt. Die Type war beim Personal sehr beliebt. Die erste Bauserie von 37 Lokomotiven stammte von den Herstellern Linke-Hofmann und Schichau. Bis zum Jahre 1938 folgten dann noch weitere 58 Lokomotiven von mehreren Herstellern. Zwei der Maschinen, die 24 069 und 24 070 hatte Borsig im Jahre 1931 als Mitteldruck-Verbundlokomotiven zu Versuchszwecken für einen Kesseldruck von 25 bar gebaut. Beide Maschinen wurden 1952 an die Serie angeglichen. Die Baureihe 24 entstand als Parallelgattung zur Baureihe 64. Viele Bauteile und Baugruppen waren untereinander austauschbar. Nach 1948 waren noch 47 Lokomotiven bei der DB vorhanden, von denen die letzte (24 067) 1966 ausgemustert wurde. Die Deutsche Reichsbahn übernahm vier Lokomotiven, und zwar 24 002, 004, 009 und 021, wobei eine Lokomotiven noch das Zeitalter der DR-Computernummer erlebte. Die 37 1009-2 wurde 1972 nach Außerdienststellung an den Eisenbahn-Kurier im damaligen Westdeutschland verkauft.


Die Baureihe 24 wurde noch in Nürnberg konstruiert und ins Programm genommen, wobei Fleischmann der Tradition folgend beide Spurweiten im Auge hatte. Ergänzend zu den bisherigen Modellausführungen gesellt sich diesmal als Jahresneuheit 2017 ein Modell der Deutschen Reichsbahn mit Computernummer. Die 24 009 erhielt als einzige im Jahr 1970 die neue Betriebsnummer 37 1009-2, welches entweder als Gleichstrom-Modell unter der Artikelnummer 714302 zum UVP von € 169,– bzw. erstmals mit DCC-Decoder und Loksound unter der Artikelnummer 714382 zum UVP von € 209,– erhältlich ist.

Verpackung

Die Auslieferung des Steppenpferdes erfolgt in der üblichen Verpackungsform. Die Lok ist in einer robusten Blisterbox verpackt und liegt in einer Plastikschale eingelegt. Verschiedene beigelegt Folien schützen das Modell vor ungewollten Beschädigungen, Verschmutzungen oder Scheuern am Verpackungsoberteil. Darunter ist im Kartoninlet einerseits die Betriebsanleitung abgedruckt und das Ersatzteilblatt zu finden.

Technik

Der Lokantrieb ist im Tendergehäuse platziert. Das Tendergehäuse ist am Rahmen des Tenders aufgesetzt. Dieses muß zuerst gegen das Führerhaus geschoben werden und läßt sich dann nach oben abziehen. Der kleine Motor wird durch eine Klammer im Tenderrahmen gehalten. Zwei kurze Wellenstummel mit Welle greifen auf das Zahnradgetriebe der beiden äußeren Tenderachsen zu. Eine davon ist mit Haftreifen versehen. Die Mittelachse ist antriebslos, dasselbe gilt auch für das Laufwerk der Lok. Das Gehäuse der Lok (Führerhaus mit Langkessel) ist am Fahrwerk mit einer Zentralschraube befestigt. Beim vorliegenden Modell ist keine NEM-Schnittstelle zu finden, allerdings sollte beim zweiten Modell eine derartige vorhanden sein, ohne konkret in den Unterlagen (Ersatzteilblatt) bildlich dargestellt zu sein.

Fahrverhalten

Das Eigengewicht der Schlepptenderlok beträgt 69 Gramm. Das Vorbild hat eine Höchstgeschwindigkeit von 90 km/h bzw. mit Tender voraus nur 50 km/h. Messungen bei 12 V Gleichstrom ergaben umgerechnete Werte von ca. 105 km/h. Diese ist gegenüber der Vorbildgeschwindigkeit (gerechnet zur Höchstgeschwindigkeit von 90 km/h) um ca. 16 % zu schnell, gegenüber dem NEM-Wert mit der Draufgabe von 50 % um gerade einmal ca. 34 % zu niedrig. Im Rückwärtsgang ergeben sich folgende Werte: 109,14 bzw. 59,14 % zu schnell.

Optik

Die Detailierung ist aufgrund der Baugröße nicht in jenem Umfang darstellbar, dennoch hat Fleischmann sehr viele Details vorgesehen. Die Kesselleitungen sind am Langkessel angespritzt, bei genauerer Betrachtung fallen auch die Nieten ins Auge, die man auch auf den Wagner-Windleitblechen erkennen kann. An den Kesseldomen sind Leitungen sowie Ventile angebracht. Die Verschlüsse der Rauchkammertüre wirken etwas klobig. Das Fahrwerk ist aus Metalldruckguß gefertigt, die bewegliche Heusinger-Steuerung besteht aus zierliche Metallteile. Die Anordnung der Bremsklötze erfolgte auf Radlauffläche.

Die Ausführungen beim Tender sind mit jenen des Lokgehäuses vergleichbar, wobei auch hier feine Detailandeutungen zu sehen sind. Das Tenderlaufwerk ist gleichermaßen detailgetreu wiedergegeben.

Farbgebung und Beschriftung

Die Lackierung ist korrekt umgesetzt. Die Anschriften sind gut deckend am Modell aufgetragen und unter der Lupe lesbar. Die als 37 1009-2 angeschriebene Lok ist beim Bw Stendal und der Rbd Magdeburg beheimatet. An der Lok ist als letztes Untersuchungsdatum der 23.12.1971 angeschrieben.

Beleuchtung

Glühlampen dienen als zweibegriffiges Spitzensignal. Es gibt keine Schlußlichter.