Trix 24161 & Märklin 46661 / 46663 – VW Behältertragwagen

Die Aufteilung von Produktionen an bestimmten Standorten ist unter anderem als Ausprägung der Arbeitsteilung bzw. der Spezialisierung zu sehen. Mit der Auftrennung von Produktionen auf verschiedene Arbeitsstätten werden innerbetriebliche Transporte notwendig, die je nach Situierung der Werke unterschiedlich durchgeführt werden. Ein solches Problem hatte der Volkswagen-Konzern, der seine Motoren und Getriebe an einem anderen Standort produzieren ließ. Die Fertigstellung der Fahrzeuge erfolgte jedoch in Wolfsburg. Um die Motoren und die Getriebe von der Fertigungsstätte in die Werkshallen der Autoproduktion zu bringen, haben der Volkswagen-Konzern und die Deutsche Bundesbahn im Jahr 1959 eine äußerst kreative Idee umgesetzt. Die Lösung bestand in der Verwendung von normierten Behältern, die auf kurzgekuppelten Doppelwageneinheiten von umgebauten Rungenwagen der Bauart Rm(r)so 31 transportiert werden konnten.

Es entstanden nun wiederum kurzgekuppelte Einheiten aus je zwei Wagen der Bauart Klms 440. Bei den Wagen entfielen die Rungen, die Seiten- und Stirnwände, die Handbremsen, Bremserbühnen und Bremserhäuser. Sie besaßen nun nur noch flache Aufbauten mit Holzboden, auf dem die Tragrahmen für die Behälter montiert waren. Die Behälter selbst waren zwar unterschiedlich hoch (1.546, 1.765 oder 2.330 mm), besaßen aber identische Bodenmaße (2.900 x 2.650 mm), da sie in die Aufnahmerahmen der Tragwagen passen mussten. Die Transportbehälter waren entweder für 36 Motoren oder 96 Getriebe je Ladung konzipiert. Sie besaßen an den Innen- und Mittelwänden Führungsschienen, auf denen kleine Rollgestelle mit der entsprechenden Anzahl Motoren oder Getriebe eingeschoben wurden. Zum Be- und Entladen wiesen die Behälter an den Seitenwänden Klappen und Türen mit einer Zentralverriegelung auf.

Mit Produktionsbeginn von Motoren und Getrieben im VW-Werk Salzgitter ab 1970 sowie der Einverleibung der Audi NSU Auto Union AG in den VW-Konzern hießen die weiteren Ziele nun Salzgitter, Neckarsulm, Stuttgart und Osnabrück (Karman). Als Besonderheit sei die Behandlung dieser Wagen beim Rangieren erwähnt: Sie hatten „Bergverbot“ und mussten unter Umgehung des Ablaufbergs in die Ausfahrgruppe geschoben werden und durften auf keinen Fall zu hart auflaufen. Doch schon gegen Ende der 1960er-Jahre verdrängten Schiebewand- und Schiebedachwagen diverser Bauarten langsam die Tragwagen, da hier auf die Behälter verzichtet werden konnte und die Gestelle mit Motoren und Getrieben direkt eingeladen wurden. So waren in den 1980er-Jahren die Behälter-Transportwagen schon wieder Geschichte.


Modellvorstellung

Die Herstellergruppe führt im Sortiment schon seit Jahren verschiedene Wagenbauarten zum Transport von fertig gestellten PKWs. Um auch die vorgelagerten Transporte auf der Modellbahn nachzubilden, sind bei Märklin und Trix in der Baugröße H0 für das Neuheitenjahr 2022 diese Behältertransportwagen mit den VW-Behälteraufbauten als Neukonstruktion angekündigt worden. Im Märklin- bzw. Trix-Neuheitenblatt sind folgende Modelle angeführt.

Märklin 46661 – DB-Behältertransportwagen mit zwei grauen und vier orangen Aufbauten
Trix 24161 – detto, mit vier grauen und zwei orangen Aufbauten

Neben diesen beiden neukonstrierten Modelle wurden als Ergänzung dazu weitere Sets mit Doppelwagen der Bauart Laaes und Brekina-Automodellen des Typs VW 1500 und 1600 in unterschiedlichen Farben angekündigt. Die Sets haben bei Märklin die Artikelnummern 46129 und 46139 und werden zum UVP von € 139,– offeriert. Ein weiteres Autotransportwagenset ist bei Trix unter der Artikelnummer 24332 erschienen. Die neuen Motor- und Getriebetransportwagen weisen einen UVP von € 89,– auf.

Die Modellumsetzung erfolgt im Zusammenspiel mit dem VW-Konzern. Die neuen Behältertransportwagen entstammen zwar aus einem früher konstruierten Wagentypen des Herstellers, wurden jedoch im Zuge dieser Umsetzung modifiziert. So wurde nicht nur der Wagenboden neu und vorbildgerecht nachgebildet, auch die Behälteraufbauten stellen eine Neukonstruktion dar. Die beiden Wagenmodelle als auch die insgesamt zwölf verfügbaren Behälter sind außerdem noch mit unterschiedlichen Betriebsnummern bedruckt worden.

Die Auslieferung des Wagens erfolgt in der üblichen Kartonverpackung des Herstellers mit Blistereinsatz. Der Blistereinsatz ist zweiteilig ausgeführt. In das Unterteil ist sowohl die Wageneinheit als auch die Behälter einzeln eingeschoben. An der Unterseite der Blisterverpackung ist ein Zurüstbeutel abgelegt, welcher aus den beiden Märklin-Kupplungen und einer fixen Kupplung besteht.

Die Wagenmodelle deuten sehr auf eine Neukonstruktion, welche sich nicht nur am Wagenboden und den eingesetzten Transportgestellen offenbart, sondern auch an der Wagenunterseite ist eine komplett nachgebildete Bremsanlage und das Sprengwerk ersichtlich. Die Modelle sind mit einer Kurzkupplungskulisse ausgestattet, an einem Wagenende ist einseitig ein Verschieberhandgriff eingesteckt. Die Transportgestelle nehmen die Transportbehälter bündig in die Vorrichtungen auf.

Detailreich sind auch die Transportbehälter ausgefallen. Das Außengerüst ist mit verschiedenen Nietreihen versehen. Beachtenswert sind auch die dachseitigen Kran-Ösen, die bei unsachgemäßer Behandlung zur Beschädigung neigen. Die grauen Transportbehälter sind dem Transport der Motoren vorbehalten, die orangen interessanterweise auch. In welchen die Getriebe transportiert werden, ist leider nicht ersichtlich. Beachtenswert ist vor allem die saubere Bedruckung. Die grauen Transportbehälter sind mit den Nummern DB VW 893435P, 893436P, 893437P und 893439P. Die orangen Transportbehälter weisen die Nummern DB VW 893438P und 893440P auf. Für alle Transportbehälter ist der Bahnhof Fallersleben als Heimatbahnhof angegeben.

Der Hersteller hat seine beiden Behälter-Transportwagen ebenfalls unterschiedlich beschriftet. Das vorliegende Trix-Modell gehört der Wagengattung Laabs an, werden aber als eingestellte Privatwagen geführt. Das Modell ist mit der Wagennummer 16 80 430 6 080-0P bedruckt. Als Heimatbahnhof gilt in diesem Falle ebenfalls Fallersleben.


Bilder


Modellvorstellung Märklin 46661

Ein zweites Modell ist noch bei Märklin erschienen. Das Märklin-Modell ist ebenfalls mit sechs Behältern beladen, von denen vier eine orange Außenhülle haben. Der Tragwagen ist mit der Wagennummer 16 80 430 6 168-3P bei gleichem Heimatbahnhof bedruckt. Das Revisionsraster ist am innenliegenden Langträger angeschrieben und mit den Daten 4 REV P 04.08.71 versehen. Die vier orangen Behälter sind mit den Nummern DB VW 893 686P, DB VW 893 688P, DB VW 893 687P und DB VW 893 690P versehen, die grauen weisen die Nummern DB VW 893 689P und DB VW 893 691P auf. Der UVP beträgt € 94,99.


Modellvorstellung Märklin 46663

Da diese Behälter-Transportwagen von VW nicht als Einzelwagen verkehrten, sondern in eigenen Ganzzügen gereiht waren, wurde im Rahmen der Herbst-Neuheiten 2023 ein weiteres Märklin-Modell mit neuer Wagennummer aufgelegt. Die Nummernvariante wird unter der Artikelnummer 46663 geführt und zum UVP von € 94,99 angeboten. Der neue Märklin-Wagen ist mit der DB-Wagennummer 16 80 430 6 076-8P bedruckt. Als Heimatbahnhof ist der Bahnhof Fallersleben angegeben. Im Revisionsraster stehen die Angaben 4 REV P 25.10.71. Das Modell ist mit zwei orange-farbigen und vier grauen Behältern beladen. Die orangen Behälter weisen die Nummern VW 893426P und 893422P. Die grauen Behälter sind mit den VW-Nummern 893425P, 893424P, 893421P und 893423P.