Trix 16981 + 15394: DB Schienenbus VT 98 / VS 98

Nach den drei Prototypen aus dem Jahr 1963 (VT 98 901 bis 903) erfolgte ab 1965 die Serienlieferung zweimotoriger Schienenomnibusse. Im Gegensatz zu den Probetriebwagen hatten die Fahrzeuge der Serie neuentwickelte Laufgestelle erhalten, die zu einer Verbesserung der Laufeigenschaften beitrugen. Die Maschinenanlage besteht aus zwei wassergekühlten Sechs-Zylinder-Büssing-Unterflurmotoren, je einer hydraulischen Kupplung und je einem Sechsgang-Getriebe der Zahnradfabrik Friedrichshafen. Den Fahrzeugteil lieferten die Hersteller Uerdingen, MAN und WMD. Alle Trieb-, Bei- und Steuerwagen der Baureihe VT/VM/VS 98 haben normale Schraubenkupplungen und Hülsenpuffer der Regelbauart erhalten. Die Triebwagen VT 98 9531 bis 9553 und 9571 bis 9600 sind mit einer Einrichtung zum Befahren von Steilstrecken ausgerüstet. In den Triebwagen ab der Betriebsnummer VT 98 9651 wurden anstelle der Schraubenkupplungen neue lastabhängige gesteuerte Luftfedern eingebaut.


Modellvorstellung

Der DB-Schienenbus gehört zu jenen Fahrzeugen, die ein jeder Modellbahnhersteller im Sortiment führen sollte. (Mini)Trix hat daher eine überarbeitete Version des DB-Schienenbus im Rahmen der Märklin-Händler-Initiative (mhi) ins Programm genommen. Zugleich stellte das Schienenbus-Modell auch das Jubiläumsmodell des 30jährigen Bestehens dieser Initiative dar. Angekündigt war das Modell als eine Sonderserie, welche nicht nur mit umfangreichen Soundfunktionen und einer durchgehenden LED-Beleuchtung versehen war, sondern auch einen freien Durchblick durch den Fahrgastraum bewarb. Das einmalig erscheinende Set mit dem VT 98 9719 und dem VS 98 004 wird zum UVP von € 330,– angepriesen.

Verpackung

Trix/Minitrix liefert die Modelle in der üblichen Plastikverpackung aus. Der Deckel ist mittels Klebestreifen befestigt. Die Modelle liegen in der Ausnehmung des Blistereinsatzes und sind zusätzlich mit Plastikfolien umwickelt. Als zusätzliche Transportsicherung ist noch ein einsteckbarer Deckel dazwischen gelegt. Die Betriebsanleitung sowie weitere Dokumente sind unter dem Blistereinsatz abgelegt. Drei Zurüstbeutel gehören zum Lieferumfang. Zwei beinhalten die Zurüstteile für die Pufferbrust des Fahrzeuge bereit, im dritten Beutel ist eine leitende Spezialkupplung und ein Radsatz mit Messingzahnrad abgelegt.

Technik

Der freie Blick durch den Fahrgastraum erforderte die Unterbringen der Antriebskomponenten unterhalb der kaschierenden Inneneinrichtung. Das Lokgehäuse ist auf dem Fahrzeugrahmen gesteckt. Die Abnahme läßt sich durch Auseinanderspreitzen der beiden Seitenwände bei gleichzeitigem Abzug nach oben leicht bewerkstelligen. Die Inneneinrichtung ist als Kunststoffteil ausgeführt und dient der Motorabdeckung. Ein kleiner Mittelmotor mit Schwungmasse ist in die aus Metalldruckguß gefertigte Bodenwanne eingelassen, der Antrieb erfolgt über zwei Kardanwellen und Zahnräder auf die Einzelachsen. Eine dieser Einzelachsen ist mit Haftreifen versehen, die gegen jene im Zurüstbeutel ersetzt werden kann. Der Digitaldecoder ist direkt auf der Platine als fixer Bestandteil verlötet. Der Digital-Decoder ist für DCC und konventionellen Betrieb aufgerichtet. Im Digitalbetrieb sind verschiedene Digitalfunktionen vorgesehen. Nicht vorgesehen ist die Berücksichtigung einer Kurzkupplungskulisse. Nur je eine Fahrzeugseite ist mit einer elektrischen Kupplungsverbindung ausgestattet, welche dazu dient, den Schienenbus als dreiteilige Einheit zu ergänzen.

Fahrverhalten

Die Fahreigenschaften der 82 Gramm schweren Schienenbus-Einheit können sich ohne weiteres sehen lassen. Das Modell durfte seine Proberunden auf einem Gleisoval auf dem kleinsten Radius des „piccolo“-Gleissystems von Fleischmann erbringen.

Das Vorbild hat eine Höchstgeschwindigkeit von 90 km/h. Messungen bei 12 V Gleichstrom ergaben umgerechnete Werte von ca. 74 km/h. Diese ist gegenüber der Vorbildgeschwindigkeit um ca. 18 % zu niedrig, gegenüber dem NEM-Wert mit der Draufgabe von 50 % um gerade einmal ca. 68 % zu niedrig. Auffallend war, daß der Triebwagen mehrmals einen Aussetzer hatte.

Optik

Das vorliegende Modell verdeutlicht, mit welcher Detailliebe der Hersteller den Nebenbahnretter der deutschen Nachkriegszeit ins Modell umgesetzt hat. Das Modell ist mit hervorragenden Gravuren am Fahrzeugkasten ausgestattet. Filigran konstruierte Nietreihen dominieren die Außenhaut. Das Dach ist mit den ebenso markanten Sicken und der Dachlüfter versehen, auch am Wagenboden sind die markanten Verkleidungen der Antriebsanlage (Motorwagen) erkennbar. Die Fenster sind paßgenau eingesetzt, und die Gummi- bzw. Alufassungen sind ebenfalls gut erkennbar.

Bedruckung und Lackierung

Beide Fahrzeugteile sind sauber lackiert und bedruckt. Unter der Lupe sind sogar die winzigen Fahrzeuganschriften lesbar. Der Triebwagen ist mit der Betriebsnummer VT 98 9719 bedruckt, der Steuerwagen als VS 98 004. Beide Fahrzeuge sind beim Bw Tübingen beheimatet. Im Revisionsraster stehen als letzte Untersuchungsdaten die Angaben REV U2 Ks 26.05.66 bzw. REV Ks 29.11.63.

Beleuchtung

Die Neukonstruktion ist mit einer LED-Beleuchtung ausgestattet, die entweder warmweiß oder rot je nach Fahrtrichtung leuchtet. Die Innenbeleuchtung erfolgt ebenfalls über LED.


Bilder 16981


Bilder 16981/1


Bilder 16981/2

Bilder 15394

Der Beiwagen zum VT 98 wurde ebenfalls im Rahmen der mhi angekündigt. Die Modellausfertigung beruht auf allen konstruktiven Belangen und ebenfalls mit einer LED-Beleuchtung versehen. Die Verbindung zum VT/VS-Set erfolgt über eine trennbare Spezialkupplung, die auch elektrisch leitend ist. Das Modell wird zum UVP von € 99,99 angeboten. Der als VB 98 134 beschriftete Beiwagen ist beim Bw Tübingen bzw. der BD Stuttgart beheimatet. Im Revisionsraster stehen die letzten Untersuchungsdaten mit den Angaben REV T2 Ks 14.08.64. Der Beiwagen bringt 29 Gramm auf die Waage.