Minitrix 16103: DB 110 389-4

Die Deutsche Bundesbahn läutete nach dem Zweiten Weltkrieg einen Modernisierungsschub und eine neue Ära bei den Triebfahrzeugen ein. Nach den fünf Prototypen E 10 001 bis 005 begann im Jahr 1956 die Serienfertigung der E 10.1 . Ab 1963 wurde – beginnend mit der E 10 288 – eine neue windschnittigere Kastenform gebaut, deren Stirnseiten zusätzlich noch schürzenartige Verkleidungen erhielten und diese Loks somit zeitlos elegant wirken ließen. Die neue Kastenform mit dem dezenten Knick an der Stirnseite brachte dieser Bauserie den Beinamen „Bügelfalten-E10/110.3“ ein. Obwohl als Einheitslokomotive konzipiert, stellt gerade die E 10/110 jene Baureihe dar, welche die meisten Unterschiede in der Serie aufweist.

Die DB stellte insgesamt 410 Lokomotiven in Dienst. Die 411. Lok entstammt aus einem Umbau aus einer BR 139. Einige Maschinen erhielten unfallbedingt ebenfalls einen Bügelfalten-Lokkasten. Die Baureihe 110 war lange Zeit im Schnellzugdienst anzutreffen, ehe sie von modernen Maschinen in den Nahverkehr verdrängt wurde. Sie wurden bei Ablieferung blau lackiert, gefolgt von den Farbschemen in ozeanblau/beige, orientrot und verkehrsrot.

Erwähnenswert ist noch die Subserie E 10.12, welche zur Bespannung der hochwertigen F-Züge „Rheingold“ und „Rheinpfeil“ beschafft wurden und daher abweichend eine rot/beige TEE-Lackierung erhielten.


Modellvorstellung

Die Ausführung diese ozeanblau-beigen 110 war schon im Neuheitenprospekt von 2016 enthalten. Die Auslieferung erfolgte im Sommer 2017, im Juni. Die neue 110 als Epoche IV-Modell entspricht dem Vorbild einer umgebauten Maschine mit unverkleideter Pufferbohle, seitlichen Einzellüftern und geänderter Regenrinne dar. Trix liefert diese Modellvarianten unter der Artikelnummer 16103 zum UVP von € 259,99 aus.

Verpackung

Trix/Minitrix liefert das Modell in der üblichen Umverpackung aus. Die Kartonschachtel nimmt die stabile Blisterbox mit dem Modell auf, das in einem der Schuber gesteckt ist. Die Betriebsanleitung sowie weitere Dokumente, u. a. das Zertifikat, sind im anderen Fach abgelegt. Die Lok ist ein einer paßgenauen Plastikeinlage mit Deckel verstaut und in einer Folie umwickelt. Es liegt dem Modell kein Zurüstbeutel bei.

Technik

Das Lokgehäuse aus Kunststoff ist ein Bauteil und wurde auf dem Chassis aufgesteckt. Zur Abnahme des Gehäuseteils genügt das leichte auseinanderspreitzen der Seitenwände. Die Fahrzeugplatine ist am Chassis mit zwei Kreuzschrauben festgeschraubt und hat an der Oberseite eine 14polige Digitalschnittstelle. Der eingebaute Decoder arbeitet mit den Datenformaten DCC, Selectrix und Selectrix 2. Auf der Platine befindet sich ein Umschalter für den Oberleitungsbetrieb.

Im Metallrahmen unter der Platine ist der Mittelmotor mit zwei großen Schwungmasse untergebraucht. Die Kraftübertragung erfolgt über die beidseitigen Wellenstummel auf das Zahnradgetriebe der Drehgestelle. Es sind alle vier Achsen angetrieben, die zweite und die dritte Achse haben jeweils einen Haftreifen. Die Auslieferung erfolgt mit Kurzkupplungskulisse.

Fahrverhalten

Die Fahreigenschaften der 70 Gramm schweren Hochgeschwindigkeitslokomotive können sich ohne weiteres sehen lassen. Das Modell durfte seine Proberunden auf einem Gleisoval auf dem kleinsten Radius des „piccolo“-Gleissystems von Fleischmann erbringen.

Das Vorbild hat eine Höchstgeschwindigkeit von 150 km/h. Messungen bei 12 V Gleichstrom ergaben umgerechnete Werte von ca. 135 km/h. Diese ist gegenüber der Vorbildgeschwindigkeit um ca. 10 % zu niedrig, gegenüber dem NEM-Wert mit der Draufgabe von 50 % um gerade einmal ca. 60 % zu niedrig.

Optik

Die Kopfform des Minitrix-Modell ist sehr gut getroffen. Das Modell ist mit zahlreichen Gravuren versehen, wobei die Lüftergitter am Gehäuse angesetzt sind. Ebenfalls angespritzt sind die Handläufe der Führerstandstüren sowie an der Fahrzeugfront und die UIC-Dosen. Der Bereich der Führerstandstüren ist sauber umgesetzt, auch der Dachgarten kann sich sehen lassen, indem auch hier der Lüfterturm sauber Gravuren aufweist. Die Isolatoren und die Dachleitung ist filigran ausgeführt, die Stromabnehmer entsprechen der Bauart DBS 54. Die Regenrinnen sind nur über den Führerstandstüren angebracht.

Farbgebung und Bedruckung

Die ozeanblau-beige Lackierung kann durchaus als Herausforderung gesehen werden. Das Modell ist sauber lackiert und beschriftet. Das aktuelle Modell trägt die Betriebsnummer 110 389-4. Die Lok ist im Bw Frankfurt/M 1 der BD Frankfurt stationiert. Das Revisionsraster weist die Daten REV Opl 17.10.84 auf.

Beleuchtung

Minitrix hat die Bügelfalten-Lok mit warmweise LED ausgestattet. Die Stirnbeleuchtung wechselt richtungsabhängig mit den roten Schlußlichtern. Im Digitalbetrieb lassen sich die Lampen einzeln schalten.


Bilder