Roco 72216: DB 03 1013

Als Weiterentwicklung der Baureihe 03 war eine Serie von 140 Lokmotiven der Reihe 03.10 mit Vollverkleidung geplant. Durch die Kriegshandlungen wurden bis 1941 aber nur 60 Lokomotiven in Dienst gestellt. Als Urheberfirma zeichnete sich Borsig, Berlin verantwortlich. Am Bau waren auch die Firmen Krupp und Krauss-Maffei beteiligt. Wie bei den Lokomotiven der Baureihe 01.10 war die Vollverkleidung mit geschlossener und ausgesparter Triebwerksschürze ausgeführt.

Im Zweiten Weltkrieg wurde ein Viertel des Bestandes Opfer der Kriegswirren. 26 Dampflokomotiven kamen zur Deutschen Bundesbahn, die übrigen verblieben bei der DDR bzw. in Mitteldeutschland. Die Stromlinien-verkleideten 03.10 waren nach dem Zweiten Weltkrieg in einem schlechten Zustand, sodaß nach 1950 bei allen die Stromlinien-Verkleidung abmontiert wurde. Die Kessel wiesen ab Mitte der 1950er Jahre starke Abnützungserscheinungen auf, sodaß nach einem Musterkessel von Krupp die Neubekesselung im AW Braunschweig vorgenommen wurde.

Die Lokomotiven glichen in der Aufmachung und den Abmessungen der Baureihe 01.10, Hinter dem Schornstein mit dem großen Durchmesser war nur noch die flache Erhebung des Heißdampfreglers und der Dampfdom zu erkennen. Zum Sanden stand ein eigener Behälter zur Verfügung.


Modellvorstellung

Die 03.10 wurde bei Roco erstmals im Jahr 2005 als Platin-Modell angekündigt und wurde mit blauem Langkessel ausgeliefert. Seither sind verschiedene Modellausführungen gefertigt worden, für 2017 wurde eine weitere Formvariante angekündigt, die ohne Tenderklappen auskommt, mit Speichenvorlaufradsätzen und hoch angesetzten Sandkästen auskommt.

Die als 03 1013 bezeichnete Maschinen wird unter den Artikelnummern 72216 (Gleichstrom-Ausführung, UVP € 399,–), 72217 (Gleichstrom-Ausführung mit Loksound, UVP € 469,–) und 78217 (Wechselstrom-Ausführung mit Loksound, UVP € 469,–) ausgeliefert.

Verpackung

Die einstige Ansiedelung der Konstruktion als Platin-Modell macht sich auch heute noch mit der voluminösen Schachtel bemerkbar. Das Modell wird in einer robusten, zweifachen Kartonverpackung ausgeliefert. Im Hohlraum ist die Klarsichtbox mit zwei umgebenden Styropor-Einlagen eingesetzt. Die Lok befindet sich in einer Klarsichtbox, steht auf einem Plastikgleis, ist mit drei Schrauben von unten gesichert. Die Klarsichtbox ist durch zwei Styropor-Einlagen umgeben. Dem Modell liegt eine dicke Betriebsanleitung samt Ersatzteilblatt sowie ein Zurüstbeutel bei. Das Modell ist jedoch soweit zugerüstet, daß nur mehr die Kolbenstangenschutzrohre vom Käufer zuzurüsten sind.

Technik

Die 03.10 verfügt über einen Tenderantrieb. Dabei werden nur die jeweiligen Außenachsen der beiden Tenderdrehgestelle angetrieben. Der Motor ist unter dem Tenderoberteil versteckt. Das Abnahmen erfolgt durch auseinanderspreitzen des Kunststoffteiles. Der Mittelmotor ist im Zinkdruckgussgehäuse eingelagert, deren beidseitigen Wellen ihre Kraftübertragung direkt mittels der Zahnräder auf die Achsen überträgt. Diese Achsen sind auch mit Haftreifen versehen. Die Fahrzeugplatine ist unter dem Mittelmotor platziert und mittels Kontaktbleche verbunden. Der Motor wird über eine Arretierungsklammer festgedrückt. Das Drillingslaufwerk der 03.10 dreht sich durch. Die äußeren Kuppelachsen sind starr ausgeführt, die mittlere weist eine Federung auf und ist höhenbeweglich. Die Treibräder dienen der Stromabnahme, wie auch die beiden Vorlaufradsätze. Die Zuleitung des Stroms zum Tenderantrieb erfolgt über eine elektrische Lok-Tenderkupplung.

Die früheren Modelle sind noch mit einer achtpoligen NEM-Schnittstelle gefertigt worden. Die aktuelle Auflage wurde weiterentwickelt und beinhaltet eine PluX16-Schnittstelle.

Fahrverhalten

Der edle Renner bringt ein Eigengewicht von 479 Gramm auf die Waage. Die Baureihe 03.10 verfügt über eine Höchstgeschwindigkeit von 140 km/h. Messungen bei 12 V Gleichstrom ergaben einen umgerechneten Wert von ca. 154 km/h. Die berechnete Modellgeschwindigkeit ist gegenüber der Vorbildgeschwindigkeit um ca. 10 % zu hoch, gegenüber dem NEM-Wert – unter Berücksichtigung der Erhöhung um 30 % – ist sie um ca. 20 % zu langsam.

Optik

Ein Modell dieser Größenordnung und Preisklasse erforderte gerade als Platin-Modell eine hohe Detaillierung, die dem Hersteller gelungen ist. Der Käufer erhält ein bereits fast fix und fertig zugerüstetes Premium-Modell, das keine Wünsche offen läßt. Hinsichtlich der Zurüstteile sind nur die schon oben erwähnten Teile einzusetzen.

Beide Kesselseiten weisen eine tadellose Detaillierung auf. Die speziellen Flansche, die sich einst unter der Vollverkleidung dicht an den Kessel schmiegten, sind vorbildgerecht umgesetzt. Der Kessel ist mit allen Details wie Ventilen, Leitungen und Pumpen versehen. Sämtliche Stangen sind aus festem Federstahl gefertigt.

Das Fahrwerk setzt alle Maßstäbe. Das Umlaufblech sowie die filigranen Räder sind aus Zinkdruckguß gefertigt. Die Steuerungsträger, Bremsen, Luftkessel und sonstige, diverse Leitungen und Teile sind allesamt aus Kunststoff gespritzt. Am Frontumlauf sowie auf der Tenderrückwand sind jeweils große Fahrzeuglampen angesetzt. Der Tender ist genauso detaillreich umgesetzt, was insbesondere am hinteren Fahrzeugteil ersichtlich wird.

Farbgebung und Beschriftung

Die Farbgebung der 03 1013 ist quasi selbsterklärend. Die Anschriften der Lok fallen in die Epoche III und sind daher weiß aufgebracht. Sie ist beim Bw Dortmund Bbf der BD Essen stationiert. Das Revisionsdatum ist an der Front der vorderen Pufferbrust angeschrieben und stammt vom 26.05.57. Sehenswert sind auch die Piktogramme an den Kesseldomen.

Beleuchtung

Das Modell ist mit warmweißen LED ausgestattet, in der Fahrtrichtung dreimal weiß, kein Schlußlicht. Eine Besonderheit stellt die Laufwerksbeleuchtung dar, die im Analogbetrieb laufend leuchtet.


Bilder