DB-Baureihe 120: Fleischmann 7560059 / 7560062

Die Lokomotivschmiede Krauss-Maffei in München-Allach konnte am 14. Mai 1979 das erste Exemplar einer neuen Lokomotiv-Generation der Deutschen Bundesbahn übergeben werden, und zwar die Lok 120 001-3. Sie war die erste von fünf Maschinen, mit denen moderne Drehstromtechnik im universellen Einsatz vor Schnell- und Güterzügen untersucht werden sollte. Kernstück der Neuentwicklung waren die einfachen und robusten Drehstrommotoren und die Leistungs-Halbleitertechnik bei Eisenbahnfahrzeugen. Zu den weiteren technischen Neuerungen zählten die querbeweglichen Drehzapfen mit Lemmiskatenlenkern, Monoblocräder, Leichtmetall-Achslagergehäuse, die Kastenabfederung durch Flexicoilfedern und hydraulische Dampfer bei der Achsfederung und bei der Abstützung des Lokomotivkastens. Der mechanische Teil wurde unter der Federführung von Krauss-Maffei in München, bei Krupp in Essen und bei Henschel in Kassel gefertigt, der elektrische Teil bei BBC in Mannheim. Als Höchstgeschwindigkeit waren zunächst 160 km/h, bei der 120 005 sogar 200 km/h zugelassen. Nach einer Änderung der Getriebeübersetzung erzielte die 120 001 am 17. Oktober 1984 mit 265 km/h einen neuen Weltrekord für Drehstrom-Lokomotiven. Die fünf Prototypen wurden in den TEE-Farben rot/beige ausgeliefert und teilweise ins Nachfolgefarbschema der Serienloks Baureihe 120.1 versetzt. Von der später einsetzenden Serienlieferung wurden 60 Maschinen beschafft, von denen einige Maschinen zwischenzeitlich für DB Regio als Baureihe 120.2 oder bei DB Netz als Baureihe 120.5 im Einsatz stehen.


Modellvorstellung

Fleischmann hat die Elektrolokomotiven der Baureihe 120 der DB bzw. der DB AG als Neukonstruktion im Neuheitenprospekt von 2025 erwähnt. Im Zuge dieser Bekanntgabe wurden zwei verschiedene Ausführungen ins Programm genommen, und zwar das Modell der ersten 120 im Status der Vorserienlok und im TEE-Lack sowie eine Ausführung als Serienlok der Baureihe 120.1.

Die Vorserienlok im TEE-Farbschema ist als 120 001-3 bedruckt und wird unter den Artikelnummern 7560059 (analoge Ausführung) zum UVP von € 219,90 bzw. unter der Artikelnummer 7570059 (digitale Modellausführung mit Decoder und Loksound) zum UVP von € 319,90 offeriert. Die Ausführung der Serienlok wurde mit der Loknummer 120 105 versehen und gehört der Epoche VI an. Diese beiden Modelle weisen die Artikelnummern 7560062 bzw. 7570062 auf; bei selben UVP.

Verpackung

Fleischmann hat bei diesem Modell eine neue Ausführung der Blisterverpackung eingeführt. Diese ist weiterhin als zweiteilige Box ausgeführt, allerdings weist diese einen größeren Querschnitt auf und ist an den Ecken kantiger ausgeführt. Nach dem Öffnen des Deckels stoßt man auf einen weiteren Blistereinsatz, der auf das Modell gesetzt ist. An der Oberseite dieses Blistereinsatz befindet sich der Zurüstbeutel, indem nicht nur Bremsschläuche enthalten sind. Das Modell ist wiederum in einer dünnen Folie eingewickelt und liegt im unteren Blistereinsatz gebettet.

Das Kartoninlet ist erhalten geblieben. Es enthält keine technischen Angaben zum Modell bzw. zur Wartung. Beigelegt ist eine neu gestaltete Betriebsanleitung. Aus dieser geht aber nicht hervor, wo die im Zurüstbeutel befindlichen Teile zu montieren sind. Auch schweigt sich die neue Betriebsanleitung hinsichtlich der Angabe zur verschiedenen Ersatzteilen aus, wie man dies bisher gewohnt war. Es wird auf die Angaben der Homepage verwiesen. Leider ist die Schriftart eher supoptimal gewählt und zu klein ausgeführt.

Technik

Das Gehäuse sitzt paßgenau auf dem Rahmen. Um an das Innenleben heranzukommen, sind die Seitenwände des Lokgehäuses seitlich auseinander zu spreizen, um es dann nach oben abziehen zu können. Es wird dann die Zentralplatine sichtbar. Für den Digitalbetrieb ist eine Digitalschnittstelle Next 18 vorgesehen, die an der Unterseite der Platine situiert ist. Die Zentralplatine ist über vier Schraubenverbindungen mit dem Chassis verbunden. Unter der Zentralplatine befindet sich der Mittelmotor mit einer Schwungmasse. Die Kraftübertragung erfolgt über Kardanwellen auf das Zahnradgetriebe in den Drehgestellen. Das Modell ist mit einem Haftreifenpaar ausgestattet, welches sich jeweils einseitig auf die beiden Innenachsen verteilt. Die Stromabnahme erfolgt über alle vier Achsen. An den Stirnfronten sind NEM-Kurzkupplungskulissen vorgesehen.

Fahrverhalten

Das Eigengewicht beträgt 97 Gramm. Die Vorbildgeschwindigkeit beträgt 200 km/h. Messungen bei 12 V Gleichstrom ergaben einen umgerechneten Wert von ca. 131 km/h. Die berechnete Modellgeschwindigkeit ist gegenüber der Vorbildgeschwindigkeit um ca. xxx % zu langsam, gegenüber dem NEM-Wert – unter Berücksichtigung der Erhöhung um 50 % – ist sie xxx % zu langsam.

Optik

Der Lokkasten ist zwar recht einfach gehalten ist, aber dennoch kommt es auf die richtige Ausbildung der Fahrzeugecken an, um den Gesamteindruck des Vorbildes ideal zu treffen. Dazu zählt die gepfeilte Form des Führerstandes samt der Eckrundungen genauso dazu wie auch die Dachschrägen und dessen Rundungen. Die glatten Seitenwände des Lokkastens werden lediglich durch die die Führereinstiegstüren durchbrochen. Die Türen weisen feine Gravuren auf, der Türgriff ist erhaben dargestellt und farblich abgesetzt. Die Griffstangen sind aus Stahldraht gefertigt und extra ins Modell eingesetzt. Die Seitenfenster weisen paßgenaue Fenstereinsätze auf. Die Stirnfenster sind mit zierlichen Alu-Stegen ausgeführt. Die montierten Scheibenwischer ist als eigene Anbauteile gefertigt worden. Während man die UIC-Dosen am Fahrzeugkasten anspritzte, sind mehrere kleine querliegende Griffstangen extra montiert worden. Die Scheinwerfer weisen fein ausgeführte Lichtfassungen auf.

Der Blick auf das Dach macht weitere konstruktive Details sichtbar, wobei diese vor allem die Nachbildung der Verschlüsse an den einzelnen Dachfeldern und am ausgeführten Trittschutz (Riffelmuster) zu erkennen sind. Die Stromabnehmer sind äußerst filigran nachgebildet, ebenso die Isolatoren und der Hauptschalter. Die Dachleistung ist silbern gefärbt, dasselbe gilt auch für die eingesetzten Lüftergitter am Dach.

Die beiden Drehgestelle sind exzellent dreidimensional durchgebildet. Vor allem die Sekundärfederpakete weisen eine hervorragende Tiefenwirkung auf. Die Bremsklotze befinden sich auf Radlaufebene, ebenso werden die Sandfallrohre dorthin geführt.

Lackierung und Bedruckung

Das Erstmodell der Neukonstruktion ist eine in TEE-Farben befindliche Vorserienlok der Baureihe 120. Die Lackierung ist tadellos ausgeführt, auch die Farbtrennkante ist lupenrein getroffen. Fleischmann hat dem Vorserienmodell die Loknummer 120 001-3 vergeben. Die Lok ist beim Bw Nürnberg Rbf in der gleichnamigen BD Nürnberg beheimatet. Im Revisionsraster stehen die Angaben REV MF 11.10.80.

Beleuchtung

Das Modell ist mit warmweiße LED ausgestattet, wobei das Spitzenlicht dreimal weiß bzw. das Schlußlicht zweimal rot leuchtet. Die Modelle mit Digitaldecoder weisen noch andere Lichtfunktionen auf.


Bilder 7560059


Modellvorstellung Fleischmann 7560062

Das zeitgleich ausgelieferte Serienmodell der Baureihe 120.1 entspricht einem aktuellen Vorbild der Epoche VI. Das Modell weist eine verkehrsrote Lackierung mit Frontbalken auf und ist mit der NVR-Nummer 91 81 6120 105-2 D-DB bedruckt. Die Lok ist der DB Fernverkehrs AG zugewiesen. Das Revisionsraster weist die Angaben Unt. LD X 10.02.14. Gegenüber dem Vorserienmodell wurden einige Formänderungen vorgenommen, die die Seitentüren oder den Dachgarten mit der mehrfachgeführten Dachleitung betreffen. Auch wurden bei dieser Ausführung eckige Puffer verbaut.


Bilder 7560062