Exact-train 20514A: Kesselwagen 24 m³

Die Firma Ürdingen war eine von zwei Herstellern, die den Auftrag zum Bau von Leichtbaukesselwagen erhielt. Während bei der Bauart Deutz die Kopfstücke am Kesselende befestigt sind, haben die Ürdinger Wagen einen durchgehenden Fahrzeugrahmen, auf dem die Kessel aufliegen. Zuerst wurde die 30 m³-Version in Auftrag gegeben. Die Herstellern Ürdingen, MAN, Busch, SEAG u. a. haben im Zeitraum von 1941 bis 1943 ca. ca. 3.700 Kesselwagen gebaut, die nach dem Zweiten Weltkrieg großteils bei der DB und DR sowie anderen benachbarten Bahnverwaltungen verblieben sind.

Bereits 1941 war die Lage in der Rüstungsindustrie sehr angespannt, und durch personelle Veränderungen wurde auch die organisatorische Nachschubversorgung geändert. Im Sonderausschuß Eisenbahn wurde im Frühjahr 1942 eine Produktionsvereinfachung und die Einschränkung der Typenvielfalt beschlossen. Ein neues Typenprogramm des SAE brachte einen Wagen zum Transport von Heizöl mit 24 m³ und einen Benzinwagen mit 30 m³ Volumen hervor. Der als neue Standardbauart angepriesene Kesselwagen fiel durch das auf gesamter Wagenlänge gezogene Sattelblech auf. Beim Bau der ca. 4.200 Wagen waren die Hersteller Stauding, SGP Graz, Ürdingen, Lüttgens und andere beteiligt. Auch diese Wagen verblieben großteils in Westdeutschland, ebenso in der DDR und den benachbarten Ländern. Zahlreiche Wagen wurden auch von Mineraölfirmen als Privatwagen eingestellt. Der Einsatz endete um die Jahrtausendwende.


Modellvorstellung

Das Gebrüderpaar Keppel hat die Leichtbau-Kesselwagen der Bauart Ürdingen im Herbst 2018 als Neuheit vorgestellt. Zu sehen war bereits ein erstes Muster, die Serienmodelle wurden dann im Herbst 2019 ausgeliefert. Wie man von diesem Hersteller gewohnt ist, hat dieser nicht nur Reichsbahn- und DB-Ausführungen angekündigt, sondern fertigt auch Modelle der deutschen Minerölfirmen, die diese als Privatbahnen einstellten und somit das Bild der Bahn bunter machten. Zu einem späteren Zeitpunkt wurde auch die Entwicklung der 30 m³-Version angekündigt, bei der noch eine größere Modellvielfalt zu erwarten ist.

Das vorliegende Modell entstammt aus dem Zweierset 20514, das zwei Esso-Kesselwagen in der Ausführung der Epoche IV enthält. Der Kesselwagen ist aus Kunststoff gefertigt und bringt ein Eigengewicht von 38 Gramm auf die Waage. Das Modell ist hervorragend detailliert. Dies macht sich an den leicht erhabenen Kesselnähte, den detailgetreuen Tankdomen und den freistehenden Zapfventile und Absperreinrichtungen bemerkbar. Die Bremserbühne ist einerseits aus Kunststoff gefertigt, alle anderen Geländerteile sind aus Ätzteilen gefertigt, wie auch die durchbrochenen Trittflächen. Der Hersteller hat wie bei anderen Modellen auch, wiederum Federpuffer verbaut, zudem ist am Wagenboden eine Kurzkupplungskulisse vorhanden und die Bremsanlage ist vorbildgerecht umgesetzt worden. Als besonderer Hingucker bei diesem Modell seien die an der Kesselaußenhaut montierten, runden Firmenlogos genannt. Ein derart filigranes Modell erfordert auch eine transportsichere Verpackung. Das Modell wird in einer robusten Kartonverpackung mit Schaumstoffeinlage aufgeliefert und ist dabei in eine dünne Folie gewickelt. Im beiliegenden Zurüstbeutel sind die Standardkupplungen abgelegt.

Das vorliegende Modell ist ein Privatwagen des Mineralölkonzerns ESSO in der Ausführung mit Computernummer, also in der Aufmachung der Epoche IV. Der Wagen erhielt die Wagennummer 21 80 000 2 966-8P, hat seinen Heimatbahnhof in Hamburg-Unterelbe und ist mit den Untersuchungsdaten 4 REV 104 14.04.70 bedruckt. Der UVP eines Zweiersets beträgt ca. € 97,50.


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