Brawa 494xx – DB Pwg

Die Güterzüge bei den deutschen Länderbahnen wurden bis in die 1920er Jahre durchwegs handgebremst, weshalb im Zugverband laufend Wagen mit Bremserständen mitgeführt wurden. Die Bedienung oblag den Bremsern, die wie die Lokführer, der Zugführer, die Packmeister, der Zugschaffner und die Rangierer (österreichisch: Verschieber) zur Zugmannschaft gehörten. Diese Personen hatten verschiedene Funktionen zu bekleiden und waren somit für das Bremsen des Zuges, für Verschub-/Rangierarbeiten auf den Zwischenbahnhöfen, den Austausch und die Bearbeitung von Frachtpapieren der zu befördernden Güter und weitere Tätigkeiten betraut. Für den Transport dieses Funktionspersonal diente ein mitgeführter Begleit- oder Gepäckwagen, der gleich hinter der Lokomotive gereiht war und zugleich als rollendes Büro auf Schienen diente. Lediglich die Bremser waren auf ihren Bremserständen, in der Regel Bremserhäuser platziert, um den Zug nach genauen, betrieblichen Anweisungen und Vorschriften einzubremsen.

Die KPEV bzw. P. St. E. V beschafften als Abschluß ihrer eigenen Entwicklung erstmals 1913/1914 einen Güterzugbegleitwagen der Gattung Pwg nach dem Musterplat pr IIa 13 a. Um die Typenvielfalt der alten Länderbahn-Begleitzugwagen zu bereinigen, wurde dieser Entwurf nochmals herangezogen und überarbeitet, was zur Nachbeschaffung des überarbeiteten Entwurfes von mehr als 7.000 Pwg bis 1929 führte. Diese Wagen verbereiteten sich nicht nur im Gebiet der ehemaligen KPEV, sondern auch in Bayern, Baden, Württemberg und Sachsen.

Eine Änderung im Erscheinungsbild trat dann unter der DRB ein, die angeblich wegen eines versuchten Raubüberfalles ab Ende der 1930er Jahre durchgehenden Laufbretter und Griffstangen entfernen ließ. Weitere Umbauarbeiten betrafen die Verstärkung des Wagenkastengerippes und das Entfernen des Fensters in der Laderaumtür. Die Wagen sind nach dem Zweiten Weltkrieg ein mehreren Bahnverwaltungen verblieben und wurden auch weiterhin dort eingesetzt.


Modellvorstellung

Brawa hat die zierlichen Güterzuggepäckwagen der Gattung Pwg pr 14 in das Neuheitenprogramm 2017 aufgenommen und sogleich acht verschiedene Varianten in den Ausführungen der P. E. St. B./KPEV, DRG/DRB, DB (zweimal), DR, CSD, ÖBB und SNCF angekündigt. Die Formneuheit ist in der Nummerngruppe 494xx von Brawa angesiedelt und werden zum UVP von € 49,90 angeboten. Die ersten Modellausführungen kamen kurz vor Weihnachten in den Fachhandel. Brawa liefert seine Wagen in der stabilen Plastikverpackung mit Plastikeinsätzen aus, indem das fein detailierte Modell geschützt transportiert wird. Dem Modell beigelegt ist ein Zurüstbeutel.


Brawa 49402

Das erste DB-Modell entspricht dem Ursprungszustand des Fahrzeuges. Die vorliegende Neukonstruktion wird den bisherigen Ansprünchen eines Modelles aus diesem Hause mehr als gerecht. Die vielen Fahrzeugdetails werden durch feine und saubere Gravuren umgesetzt und machen das Modell zum echten Hingucker. Neben der Bretterimitation zählen vor allem die nachgebildeten Metallleisten und die Nietreihen und Knotbleche als Highlights. Selbst die Verschlüsse bzw. Scharnier der kleinen Seitentüren der Kleintierabteile sind perfakt umgesetzt. Das Laufwerk ist vollständig umgesetzt, die Federpakete weisen feine Gravuren auf. Die Bremsklötze sind auf Höhe Radflächen positioniert. Der Fahrzeugboden nimmt einerseits die Kurzkupplungskulisse auf, zugleich ist auch die vollständige Bremsausrüstung zu erkennen. Der große Tank liegt dem Modell als Einsteckteil bei. Sämtliche Trittstufen sind fest in das Chassis eingepaßt, positiv ist vor allem die Verwendung eines äußerst elatischen und robusten Kunststoffes für die Trittstufen und Verschiebertritte. Alle Griffstangen sind freistehend und bereits ab Werk montiert. Sämtliche Kaminrohre bzw. Dachaufsätze sind bereits ab Werk montiert, die am Dach verlegte Leitung ist konstruktiv sehr zierlich ausgefallen. Brawa hat dem Wagen die Betriebsnummer 120 001 Mz verliehen. Das Anschriftenfeld des Wagens ist dabei in gelber Farbe aufgebracht. Die Anschriften am Fahrzeugrahmen sind verschiedenfarbig aufgetragen. Diese sind unter der Lupe trennscharf zu erkennen, sogar ein Fabriksschild wurde am Rahmenteil aufgedruckt. Das letzte Untersuchungsdatum des Wagens stammt von Lu 04.12.52.

 


Brawa 49403

Das zweite DB-Modell betrifft die nach dem Zweiten Weltkrieg verstärkte Ausführung. Diese mögen zwar auf den ersten Blick nach einheitlichen Kriterien durchgeführt worden sein, immerhin gibt es bei den Wagen dennoch eine Vielzahl an unterschiedlichen Ausführungen. Die Wagen waren bis Anfang der 1960er Jahre mit unverändertem Kastengerippe im Einsatz, fielen aber durch Querverstrebungen optisch auf. Zudem wurden die Öffnungen der Kleintierabteile verschlossen und beim WC nicht nur die Fensterscheibe weiß hinterlegt, sondern auch das Fallrohr am Wagenboden versehen. Allerdings reduzierte sich der Bestand kontinierlich, 1972 sind dann die letzten (ohne Computernummer) ausgeschieden.

Diese Version wird anhand dieses Modells nachgebildet, wobei die Querstreben sehr gut zu erkennen sind. Gegenüber dem obigen Modell ist der große Tank am Wagenboden entfallen, wie auch bei den Seitentüren die Fenster bzw. am Dach verschiedene Aufbauten. Dort verblieben ist nur mehr der Kamin des im Wageninneren eigenbauten Ofens.

Das vorliegende Modell erhielt die Betriebsnummer 123 312 (Nür), welche in weißer Schrift ausgeführt ist. Auch bei diesem Wagen sind verschiedene Anschriften am Längsträger sehr gut zu erkennen, u. a. die Fabrikstafel des Herstellers Köln Deutz. Die Revisionsanschriften lauten auf 3 REV Dst 06.04.58.

 


Brawa 49408

Als einziges Österreich-Variante ist dieses Modell des Pwg 75 117 zu nennen, wobei nach den entsprechenden Unterlagen diese Betriebsnummer für diese Wagenbauart nicht vergeben wurde. Ungeachtet dessen entspricht das Fahrzeug der Ausführung des ersten DB-Wagens in der ursprünglichen Bauform. Der Wagen ist dem Heimatbahnhof Hieflau Vbf. zugewiesen. Das Revisionsraster ist wiederum am Fahrzeugrahmen an der Position anstatt des Fabriksschildes platziert. Die letzte Untersuchung fand in Kd (Knittelfeld) am 09.04.1953 statt.