Trix 21680 – Lufthansa-Airport-Express

Als am 2. Juni 1991 die Neubaustrecke Stuttgart – Mannheim in Betrieb ging, sollte auch der Airport-Express Stuttgart – Frankfurt-Flughafen diesen Weg nehmen. Doch wegen der höheren Geschwindigkeit und vor allem der Druckproblematik in den zahlreichen Tunnelbauwerken der Neubaustrecke konnten die bisherigen Fahrzeuge nicht mehr weiterverwendet werden. Einhergehend mit einer Fahrzeitverkürzung von 90 Minuten erfolgte eine Ausweitung des Verkehrsangebotes auf vier tägliche Zugpaare, die nur mit einer Lokomotive gefahren werden sollten. Die kurzen Wendezeiten in Stuttgart erforderten allerdings die Bereitstellung von zwei Zuggarnituren. Nach Lufthansa-Vorgaben umgestaltete, druckdichte Wagen übernahmen nun mit der farblich zum Zug passenden E-Lok der Baureihe 103 – 103 101 – des Bw Frankfurt/Main den Airport-Express.

Die 103 101 wechselte in ein zum Wagensatz passendes Farbkleid in den Lufthansa-Farben. Beim Lokkasten und der Dachhaube dominierten nun Lichtgrau (RAL 7035). Nur am unteren Rand des Lokkastens beim Übergang zum Brückenrahmen glänzte ein schmaler melonengelber Rand (RAL 1028), dessen Farbton sich im oberen Teil des Brückenrahmens fortsetzte. Die Lüftergitter der alten Bauart behileten ihr übliches Silbergrau. Der untere Teil des Brückenrahmens samt Pufferverkleidungen und Drehgestellen wies dagegen einen dunkelgrauen Anstrich (NCS 8000) auf. Seitlich im gelben Bereich des Rahmens stach der Schriftzug „Lufthansa Airport Express“ hervor und die DB-Sidnets fanden sich in stark verkleinerter Form ausschließlich an den Längsseiten links neben der Betriebsnummer wieder. Im Gegensatz zum Wagenmaterial war jedoch die 103 101 nicht druckertüchtigt und daher konzipiert man die Farbplantrassen so, dass keine Zugbegegnungen in den Tunnelabschnitten stattfanden konnten. Die kurzen Wendezeiten in Stuttgart führten dann zu einem „fliegenden Weechsel“ zwischen beiden, in der Regel dreiteiligen Wagengarnituren, der sich wie folgt abspielte: Im Stuttgarter Kopfbahnhof stand auch einem Gleis schon eine Wagengarnitur bereit. In dieses Gleis fhr der von Frankfurt/Main kommende Airport Express dann ein, die Lokkuppelte ab und gleich wieder an die schon bereitstehenden Wagen an. Die angekommende Wagengarnitur schleppte eine Rangierlok in den Abstellbahnhof zur Vorbereitung auf die nächste Fahrt und nach wenigen Minuten konnte der Airport Express wieder ausfahren. Leider stellte die Lufthansa am 23. Mai 1993 sämtlichen Service auf „Flughöhe Null“ ein und somit war em Tag zuvor auch die 103 101 zum letzten Mal unterwegs gewesen.


Modellvorstellung

Das Zugset wurde als Einmalserie im Rahmen der Herbstneuheiten 2016 angekündigt und im Sommer 2017 an den Fachhandel ausgeliefert. Die Gleichstrom-Version wird unter der Trix-Artikelnummer 21680 zum UVP von € 579,99 angeboten. Dasselbe Set ist auch für die Dreileiter-Fraktion als Märklin-Modell erhältlich.

Der Hersteller liefert das Modell in einer Kartonumverpackung mit Styroporeinsatz aus. Es ist die übliche Verpackungsform mit Styropor-Deckel. Die Modelle liegen in den Ausnehmen und sind mit Klarsichtfolien umwickelt, die das Herausziehen der Modelle in den engen Ausnehmungen erleichtert. Zum Lieferumfang gehören Zurüstteile wie Bremsschläuche, eine Garantieurkunde und mehrsprachige Betriebsanleitungen.

Das Zugset des Lufthansa-Airport-Express besteht aus einer Lokomotive und drei Eurofima-Wagen im Maßstab 1:93,5. Die 103 101-2 ist aus Metall gefertigt und bringt ein hohes Eigengewicht auf die Waage. Mit 634 Gramm zieht die Maschine die drei Wagen wohl problemlos über jede Steigung. Das Modell weist infolge des Metallgehäuses viele Gravuren am Modell auf, wobei die Griffstangen und die Scheibenwischer extra angesetzte Bauteile sind. Die Lüftergitter sind ebenfalls sauber graviert, die Dachausrüstung ist vollständig umgesetzt. Wiewohl das Metallgehäuse seine Vorteile hat, beim Zerlegen der Lok ist es aufgrund der mangelden Elastizität der Seitenwände ein Nachteil. Das Abnahmen des Lokgehäuses gestaltet sich als sehr mühsam. Zuerst müssen die Drehgestellblenden abmontiert werden, indem eine jeweils eine Schraube an der Kupplungsdeichsel zu lösen ist. Erst danach sind die seitlichen Gehäuseschrauben zugänglich, die jeweils vorne links am Metallgehäuse platziert sind. Erst danach ist das Innenleben zugänglich. Für den Antrieb der 103 ist ein Rundmotor an einem Drehgestell vorgesehen. Das zweite Drehgestell ist antriebslos. Die Platine ist auf der antriebslosen Seite des Modells montiert, an der Unterseite ist der Steckplatz für den Decoder untergebracht. In dieser Modellausführung kann die 103 erstmals mit mehr als 16 verschiedene Digitalfunktionen betrieben werden.

Die drei Wagenmodelle stammen aus den neukonstruierten Formen der 1:93,5-Modelle. Die Wagen wurden für das Zugset teilweise neu konstruiert. Das Set besteht aus den Wagen der Gattungen Avmz und Bpmz indruckertüchtigter Ausfürhung und mit SIG-Übergängen. Die Wagen sind serienmäßig mit einer LED-Innenbeleuchtung verstehen, ein Wagen verfügt über einen Zugschluß.

Als erster Wagen ist der 2. Klasse Großraumwagen Bpmz 296 zu erwähnen. Der Wagen erhielt die Betriebsnummer 70 80 84-95 784-2. Der Wagen ist in Stuttgart Abf. stationiert und am Revisionsraster sind die Untersuchungsdaten REV ANX 25.07.91 angeschrieben. Beim zweiten 2. Klasse-Wagen handelt es sich ebenfalls um einen Bpmz 296. Dieser erhielt die Folgenummer 70 80 84-95 785-9. Die Revisionsanschriften sind vom 15. August 1991.

Als dritter und letzter Wagen ist noch der Avmz 106 anzuführen. Dieser Wagen läuft mit der Betriebsnummer 70 80 84-95 753-7 und hat als einziges Modell im Zuglaufkasten ein Wagenschild abgedruckt. Die Revisionsanschriften lauten auf REV KKROX 18.07.00.

Die Modelle der neuen Eurofimawagen von Märklin bzw. Trix sind sauber ausgeführt und wurden letztes Jahr als Neukonstruktion vorgestellt. Feine Gravuren überzeugen die Neukonstruktion, wiewohl auch die Fensterrahmen mit dezenten Fensterstegen ausgeführt sind. Der Wagenboden ist vollständig nachgebildet; Lackierung und die mehrfarbige Bedruckung ist sauber ausgeführt. Die Drehgestelle haben zwar einen außermittigen Drehpunkt beim inneren Drittel, sind dafür aber dreimensional durchkonstruiert. Die Lackierung der Wagen könnte besser sein. Beim genauen Schauen fallen Unebenheiten auf. Die Bedruckung ist ebenfalls unterschiedlicher Natur, im Großen und Ganzen sind die mehrfarbigen Anschriften sauber und trennscharf aufgetragen.


Bilder 21680/1 – LHA 103


Bilder 21680/2 – DB Bpmz 296


Bilder 21680/3 – DB Bpmz 296


Bilder 21680/4 – DB Avmz 106