Fleischmann 735507 – DB-Baureihe 101

Der hochwertige Schnellzugsverkehr war seit Beginn der 1970er Jahre bis zur Jahrtausendwende fest in der Hand der sechsachsigen Paradepferde der Baureihe 103 der Deutschen Bundesbahn. Obwohl die 103 unermüdlich im Einsatz standen und infolgedessen vom technischen Aspekt nicht mehr zeitgemäß waren, stand ab Mitte der 1990er Jahre die Beschaffung einer adäquaten Nachfolgerin im Raum.

Neue Tendenzen hinsichtlich der Ausbildung der Traktionstechnik wurden bereits bei der Baureihe 120 angewendet. Die Inbetriebnahmephase der BR 120 war von erheblichen Schwierigkeiten geprägt, stand doch die Drehstromtechnik noch in den Kinderschuhen und wurde fortan zur Serienreife weiterentwickelt. Gleichzeitig entwickelten die beiden deutschen Fahrzeughersteller Siemens/Krauss-Maffei und ABB/Henschel jeweils eigene Produktplattformen mit je einer eigenen Vorführlokomotive.

Auf Basis des 12x-Konzeptes von ABB/Henschel wurden mehrere Fahrzeugtypen konzipiert, wozu auch die BR 101 als Nachfolgerin für die Schnellzuglokomotive 103 abgeleitet wurde. Den Auftrag zum Bau der neuen Baureihe 101 vergab die DB AG 1994 an ABB Henschel (heute Bombardier), obwohl schon damals die Umstellung des Fernverkehrs komplett auf Triebwagenzüge im Raum stand. Zum Zeitpunkt der Beschaffung bestanden sogar noch Überlegungen, die neue Schnellzuglokomotive auch im hochwertigen Güterverkehr mit Geschwindigkeiten von bis zu 160 km/h vorzusehen.

Die Indienststellung der BR 101 erfolgte ab dem Sommer 1996 und endete mit der Auslieferung der 145. Lokomotive noch vor dem Jahrtausendwechsel. Die Lokomotiven haben eine Achsfolge Bo‘ Bo‘, sind 19.100 mm lang und wiegen rd. 84 t. Die Lokomotiven sind für 220 km/h in Deutschland zugelassen, in Österreich lediglich für 200 km/h. Leistungsmäßig rangieren die Fahrzeuge bei 6, MW Dauerleistung und sind damit dem später in Dienst gestellten ÖBB-Taurus ebenbürtig.

Die ersten drei Lokomotiven wurden noch in orientroter Lackierung ausgeliefert. Alle weiteren Fahrzeuge erhielten eine verkehrsrote Kastenlackierung. Die geraden Flächen sowie die kantige Kastenform ohne Rundungen ließ diese Baureihe schnell zur rollenden Litfaßsäule verkommen. Im Laufe der bald 20jährigen Einsatzgeschichte trugen die Maschinen zahlreiche bunte Folien oder Lackierungen, von denen einzelne Maschinen in unterschiedlichen Erscheinungsbildern auf dem Streckennetz der DB AG, der SBB und der ÖBB zu sehen waren.


Modellvorstellung

Die ersten Modelle der Baureihe 101 in der Spurweite N sind noch bei der eigenständigen Firma Fleischmann entstanden. Durch die Übernahme der Modelleisenbahn GmbH kann diese auf den Formenschatz bauen und führt zu weiteren Modellvarianten. Im Neuheitenblatt 2017 findet sich eine Modellausführung im aktuellen Erscheinungsbild dieser DB-Schnellzuglokomotive. Das Epoche VI-Modell wird als normales Analog-Modell unter der Artikelnummer 735507 zum UVP von € 164,– angeboten, das Sound-Modell mit der Artikelnummer 735577 kostet stattdessen € 244,–.

Verpackung

Die Auslieferung der DB-Schnellfahrlok erfolgt in der üblichen Verpackungsform. Die Lok ist in einer robusten Blisterbox verpackt und liegt in einer Plastikschale eingelegt. Verschiedene beigelegt Folien schützen das Modell vor ungewollten Beschädigungen, Verschmutzungen oder Scheuern am Verpackungsoberteil. Darunter ist im Kartoninlet einerseits die Betriebsanleitung abgedruckt und das Ersatzteilblatt zu finden.

Technik

Die Antriebstechnik ist unter dem aus Kunststoff gefertigten Gehäuse untergebracht. Das Gehäuse läßt sich durch Auseinanderspreitzen der Seitenwände leicht nach oben abziehen. Es wird dann die Fahrzeugplatine sichtbar, die über eine Schnittstelle nach NEM 651 aufweist. Darunter ist der Mittelmotor und einer Schwungmasse eingesetzt. Dieser treibt beidseitig über Wellenverlängerungen die Zahnräder in den Drehgestellen an. Die beiden inneren Radsätze sind jeweils mit einem Haftreifen bestückt. Die Konstruktion verfügt über eine Kurzkupplungskulisse und hat auch einen Aufnahmeschacht nach NEM 355.

Fahrverhalten

Die Fahreigenschaften der 82 Gramm schweren Hochgeschwindigkeitslokomotive können sich ohne weiteres sehen lassen. Das Modell durfte seine Proberunden auf einem Gleisoval auf dem kleinsten Radius des „piccolo“-Gleissystems von Fleischmann erbringen.

Das Vorbild hat eine Höchstgeschwindigkeit von 200 km/h. Messungen bei 12 V Gleichstrom ergaben umgerechnete Werte von ca. 256 km/h. Diese ist gegenüber der Vorbildgeschwindigkeit um ca. 28 % zu hoch, gegenüber dem NEM-Wert mit der Draufgabe von 50 % um gerade einmal ca. 22 % zu niedrig.

Optik

Die 101 stellt eine sauber gravierte Konstruktion dar. Das Lokgehäuse ist an den Seitenwänden sauber graviert, die konstruktiven Eigenheiten sind am Lokgehäuse alle dargestellt, wie die erhabene Darstellung der Seitenwände, die Schürzenverkleidungen, aber auch die Lüftergitter in den Dachschrägen. Die Filigranität des Modells erlaubt bei der Darstellung der Griffstangen (Front- und Seitenpartie), der UIC-Dosen, der Scheibenwischerdüsen, aber auch der Scheibenwischer nur die angespritzte Variante. Die wenigen Anbauteile am Dach sind korrekt umgesetzt und extra angesetzt. Die beiden Stromabnehmer sind zierlich ausgeführt, wirken aber robust. Die Drehgestelle sind dreidimensional durchgebildet.

Farbgebung und Beschriftung

Fleischmann hat bei diesem Modell die Betriebsnummer 91 80 6 101 007-3 und das Halterkürzel D-DB aufgedruckt. Die Lokomotive ist sauber lackiert. Die mehrfarbige Bedruckung könnte stellenweise besser sein, da diese nur fragmenthaft lesbar ist. Ansonsten sind die Anschriften unter Zuhilfenahme einer Lupe gut lesbar. Im Revisionsraster steht: Unt. AE 18.10.12.

Beleuchtung

Die Lokomotive verfügt über ein Dreilicht-Spitzenbeleuchtung, das richtungsabhängig wechselt. Es wurden LED verwendet.


Bilder