Liliput 133130 / 133131: ÖBB 5146 + 6546

Die SGP lieferte 1954/55 17 Einzeltriebwagen für Haupt- und Nebenbahnen als Reihe 5046. Die Fahrzeuge entsprachen hinsichtlich dem Antriebskonzept dem Blauen Blitz. Die niedrigere Höchstgeschwindigkeit sah den Einsatz im Regionalverkehr vor, um dort die Ablöse der Dampftraktion zu forcieren. Diese Triebwagen wurden ab 1965 bzw. ab 1974 stufenweise zur VT 5046.100 (Einbau Vielfachsteuerung) bzw. VT 5046.200 (Ausbau des Dampfheizkessel gegen Webasto-Heizung) umgebaut. Darüberhinaus wurden zwischen 1959 und 1961 acht VT 5146 beschafft, die sich äußerlich nur durch die Fenster- und Türeinteilung gegenüber dem VT 5046 unterscheiden. Die Reihe 5146 wurden ebenfalls etappenweise zu VT 5146.100 bzw. 5146.200 umgebaut. Um die Triebwagen zweiteilig einsetzen zu können, wurden noch 20 passende Beiwagen beschafft sowie die fünf fehlenden Triebwagenanhänger durch Umbauten aus Reisezugwagen geschaffen. Die Triebwagen wurden zuletzt von St. Pölten aus nach Krems, Kienberg-Gaming, St. Aegyd im Neuwalde bzw. nach Hainfeld eingesetzt. Zwei Triebwagen gelangten 1993/94 zur GySEV als 5146-01 und 02 und einer 1995 zur srb.


Modellvorstellung

Die Modellumsetzung geht im wesentlich auf die Ambitionen von Ing. Heribert Ischovits, dem früheren Eigentümer der Fa. Dolischo zurück. Die Triebwagenbaureihe wurde erstmals im Jahr 2005 als maßstabsgetreue Neukonstruktion als Exklusivmodell von Dolischo angekündigt. Schon damals wurden verschiedene Modellausführungen produziert.

Da die Firma Dolischo infolge Pensionierung am Markt nicht tätig ist, werden die Formen weiterhin bei Liliput verwendet, zumal die ersten Modelle schon dort produziert worden sind. Liliput hat im Neuheitenblatt 2020 nach längerer Pause wieder eine Modellversion angekündigt, und zwar das Set 133131 mit Beiwagen. Der Solo-Triebwagen mit der Artikelnummer 133130 war ein Jahr später angeführt. Alle Modelle sind nur als Gleichstromfahrzeuge erhältlich. Der UVP des Solotriebwagens beträgt € 256,–, das Set ist zum UVP von € 384,90.

Verpackung

Die ÖBB-Triebwagen wird in der bekannten Liliput-Verpackung ausgeliefert. Nach dem Abziehen des Kartonüberzuges und der Schutzverpackung aus Plastik ist das Modell aus der passgenauen Blisterbox entnehmbar. In der Blisterbox befindet sich in einer Ablage ein Zurüstbeutel. Mitgeliefert wird eine Betriebsanleitung und ein Ersatzteilblatt. Im Zurüstbeutel sind Teile für die Pufferbrust und andere Bauteile enthalten.

Technik

Die Unterbringung der technischen Komponenten ist derart angelegt, daß im Fahrgastraum ein freier Durchblick gewährleistet ist, womit diese Teile alle darunter platziert oder in der Bodenwanne untergebracht sind. In der Beschreibung steht, daß das Triebwagengehäuse bei den Türen mit Fingernägel abnehmbar sei. Mehrere Versuche scheiterten.

Die Antriebsanlage ist in der Mitte der Triebwagens unter der Inneneinrichtung untergeordnet. Ein Mittelmotor mit zwei großen Schwungmassen treibt über Kardanwellen und dem Stirnrad-/Schneckengetriebe die beiden Drehgestelle auf alle Achsen an. Alle Antriebsachsen sind haftreifenlos.

Die Fahrzeugplatine umgibt um den Mittelmotor auf der gesamten Fahrzeuglänge und beinhaltet eine Digitalschnittstelle nach NEM 652, also achtpolig.

Das Fahrzeug verfügt über eine NEM-Kurzkupplung, die beidseitig im Chassis integriert ist. Serienmäßig ist der Triebwagen beidseitig mit Schürzen verkleidet, sodaß der NEM-Schacht durch die Schürze festliegt. Um den NEM-Schacht verwenden zu können, liegt dem Modell ein Tauschteil bei.

Fahrverhalten

Das Eigengewicht beträgt 370 Gramm. Das Fahrverhalten der Lok ist tadellos. Die Vorbildgeschwindigkeit beträgt 100 km/h. Messungen bei 12 V Gleichstrom werfen eine Modellgeschwindigkeit von ca. 102 km/h aus. Demzufolge ist das Modell gegenüber der Vorbildgeschwindigkeit um ca. zwei % zu schnell, gegenüber dem NEM-Wert – unter Berücksichtigung der Erhöhung um 30 % – um ca. 28 % zu langsam.

Optik

Die vorliegende Triebwagenkonstruktion ist maßstäblich umgesetzt. Speziell die Fahrzeugfronten stellen dabei eine Herausforderung dar. Der Triebwagen weist am Gehäuse zahlreiche feine Gravuren auf, indem sowohl die Türbereich leicht nach innen versetzt umgesetzt sind als auch die Nachbildung der unterflurigen Abdeckklappen bei den Schürzen. Die Griffstangen sind bereits im Modell eingesetzt, ebenso auch verschiedene Anbauteile im Dachbereich. Der Dachbereich punktet insofern durch die feine Detaillierung der Fahrzeugaufbauten über der Antriebsanlage. Hervorzuheben ist auch die Stirnfront mit den eingesetzten Scheibenwischern und dem als Ätzteil umgesetzten Übergangsgitter. Aber auch das Fensterband fällt durch dünn ausgeführte Fensterstege auf. Abfallend wirken dagegen die Drehgestelle. Diese wirklichen ziemlich plastikhaft und flach.

Farbgebung und Beschriftung

Die zweifärbige Lackierungsschema samt der Fahrzeugrundungen stellt eine gewisse Herausforderungen dar. Der Triebwagen ist sauber lackiert, die Trennlinien sind sauber ausgeführt. Alle Anschriften sind gut deckend und vollständig aufgebracht, das Schriftbild ist lupenrein ausgeführt. Auch die Zierlinien sind sauber umgesetzt. Der Triebwagen ist mit der Betriebsnummer 5146.202 beschriftet und gehört zur Zfst. St. Pölten. Im Revisionsraster ist das letzte Untersuchungsdatum mit den Angaben REV Pn 15.12.81 angegeben.

Beleuchtung

Die Beleuchtung erfolgt durch warmweiße und rote LED. Die Spitzen- bzw. Schlußbeleuchtung wechselt Fahrrichtungsabhängig. Am Wagenboden sind mehrere Kippschalter untergebracht, die zum Einstellen verschiedene Beleuchtungskonfigurationen dienen. Insgesamt vier verschiedene Einstellungen möglich. Der Triebwagen ist werkseitig schon mit einer Innenbeleuchtung versehen.


Bilder 133130


Bilder 133131/1


Bilder 133131/1