Rivarossi HR2820: ÖBB 1040.13

Die ÖStB bzw. die ÖBB forcierten nach dem 2. Weltkrieg die ab 1937 begonnene und durch die Kriegswirren bedingte Unterbrechung der Elektrifizierung der Westbahn bis Wien. Obwohl die Fertigstellung erst im Jahr 1952 erfolgte, wurden 1947 auf Basis der Reihe 1245 16 modifizierte Loks der Reihe 1040 bei WLF (mechan. Teil) und der Firmengemeinschaft ABES (elektr. Teil) bestellt. Die Fertigung erfolgte unter Berücksichtigung modernster Erkenntnisse (Schweiß-Technik). Die Lieferung erfolgte in zwei Baulosen. Die ersten zehn Maschinen hatten eine gerade Stirnfront und wurden später dann, an jene der Zweitserie gelieferten Maschinen mit der zu letzt bekannten Kopfform, angepaßt. Mit 90 km/h Höchstgeschwindigkeit und der abermaligen Leistungserhöhung von ca. 25 % gegenüber der 1245-Familie wurden die sehr kleinen, aber voluminös wirkenden Loks zunächst auf der Westbahn eingesetzt werden. Mit der Ablieferung neuerer Lokreihen verlagert sich ihr Einsatzgebiet auf andere Strecken, unter anderen auch auf den Tauern. Doch war der Niedergang alsbald vorgezeichnet. Vorspannleistungen am Semmering sowie im untergeordneten, gemischten Betrieb auf landschaftlich reizvollen Strecken ließen die Loks bis zum 1. Oktober 2002 in Betrieb stehen.


Modellvorstellung

Die Neukonstruktion der Reihe 1040 in H0 bei Rivarossi langt bald an die 20 Jahre zurück, indem die ersten Modellausführungen aufgelegt wurden. Schon damals legte der Hersteller zwei Varianten ohne Computernummer und eine Variante mit Computernummer auf, so wie wir es nunmehr in der aktuellen Neuauflage kennen. Geplant war auch einmal die Ausführung des ersten Bauloses mit der ersten Kastenform, dazu ist es aber nie gekommen. Im Neuheitenblatt 2020 hat der Hersteller also eine Modellausführung in tannengrüner Farbgebung mit Flügelrad, eine in blutoranger Ausführung mit Flügelrad und eine ebensolche Maschine mit Pflatsch aufgenommen. Die Auslieferung war schon für das alte Jahr geplant, aber der Brexit sorgte für einen massiven „Wirbel“ bei der Auslieferung der Neuheiten, da das Zentrallager in England ist und dadurch nicht nur Zollprobleme, sondern auch viele Zollformalitäten hinzukamen. Zur Modellvorstellung gelangt die blutorange lackierte 1040.13 der ÖBB als Epoche III bzw. IV-Modell, welches unter dieser Artikelnummer zum UVP von € 247,50 erhältlich ist. Die Sound-Version trägt die Artikelnummer HR2820S und hat einen UVP von € 309,–. Für die Wechselstrom-Modellbahner steht die Ausführung unter der Artikelnummer HR2820ACS zum UVP von € 309,– zur Verfügung.

Verpackung

Die Modelle von Rivarossi werden in der zweifachen Kartonverpackung ausgeliefert. Darin ist ein Schaumstoffkern mit Ausnehmungen eingelegt. In der großen Ausnehmung befindet sich die Blisterverpackung mit dem Modell. Auch hier muß – wie bei anderen Herstellern – zunächst die Plastikummantelung abgezogen werden, danach läßt sich die Arretierung der Blisterverpackung öffnen. Das Modell an sich ist wiederum in eine dünne Plastikfolie gewickelt und ist rutschfest in der Blisterverpackung abgelegt. In der kleineren Ausnehmung sind zwei Zurüstbeutel eingeschoben. Einer beinhaltet zwei Drehgestellblenden, der andere Zurüstteile für die Drehgestelle, Aufstiegsleitern und die Pufferbrust.

Technik

Die Modellkonstruktion basiert auf dem bekannten Antriebkonzept mit Mittelmotor, Schwungmassen und Kardanantrieb mit Schnecken-/Zahnradgetriebe auf alle Achsen. Die Innenachsen der Drehgestelle sind einseitig mit Haftreifen versehen. Der Mittelmotor ist in den Fahrzeugrahmen eingelassen, darüber ist die Zentralplatine montiert. Die Platine verfügt über eine Digitalschnittstelle Next18. Um an dieses Innenleben heranzukommen, muß das Gehäuse seitlich auseinandergespeitzt werden, um es nach oben abziehen zu können. Glücklicherweise sind die Griffstangen im Lokgehäuse eingesteckt, sodaß hier keine aufwendige Manipulation notwendig ist. Das Modell verfügt über keine Kurzkupplungskulisse, dafür sind Federpuffer montiert.

Fahrverhalten

Die Lok hat ein Eigengewicht von 309 Gramm. Das Vorbild hat eine Höchstgeschwindigkeit von 90 km/h. Messungen bei 12 V Gleichstrom ergaben einen umgerechneten Wert von ca. 151 km/h. Die berechnete Modellgeschwindigkeit ist gegenüber der Vorbildgeschwindigkeit um ca. 68 % zu schnell, gegenüber dem NEM-Wert – unter Berücksichtigung der Erhöhung um 30 % – ist sie um ca. 38 % zu schnell.

Optik

Die Neuauflage der ÖBB 1040 orientiert sich sehr stark an der ersten Modellausführung, wobei der Hersteller aber einige Neuerungen umgesetzt hat, indem nunmehr das Modell ab Werk zugerüstet ist. Dies betrifft das Regendach über die Führerstandstüren, die Frontumläufe und die Griffstangen. Das Modell verkörpert das markante Erscheinungsbild der Reihe 1040, indem die Frontpartie einerseits die Seitenwände leicht verjüngt zusammenlaufen und die Fahrzeugfront nach außen gepfeilt ist. Die Seitenwände weisen nicht nur fein gravierte Führerstandstüren mit Türschnallen udgl. auf, sondern auch die Lüfterreihen verfügen über tiefe Gravuren. Das frontseitige Flügelrad wird dafür eher sehr flach angraviert, wiewohl diese Erhebungen selbst beim Vorbild nur wenige Zentimeter betrugen.

Die modellierten Drehgestelle bringen die wuchtige Bauform gut zur Geltung, lediglich die Blattfedern und die Spiralfedern wirken flach modelliert. Die gegenwärtige Ausführung ist mit den ursprünglichen Verschiebertrittstufen versehen. Das Dach ist mit zwei Scherenstromabnehmern mit Wanisch-Paletten versehen. Am Dach befinden sich Bremswiderstände, deren Gravuren die auffälligen Lüfterschlitze zeigt. Sämtliche Erhebungen sind an der Dachform angraviert,

Bedruckung und Beschriftung

Das Modell der ÖBB-Reihe 1040 ist sauber lackiert und bedruckt. Alle Zierlinien sind gut deckend aufgetragen, alle Farbtrennkanten sind gestochen scharf ausgeführt! Das Modell ist mit der Betriebsnummer 1040.13 in silberner bedruckt. Die Lokschilder wurden durch einen dunkleren Farbton angedeutet. Die Anschriften in der Bremstafel sind ebenfalls gestochen scharf ausgeführt. Die Maschine ist bei der Zfst. Amstetten stationiert. Als letztes Untersuchungsdatum ist jenes der Bremsuntersuchung vom 29.07.81 der HW Linz angeführt.

Beleuchtung

Gegenständliches Modell ist mit LED ausgestattet. Die Ansteuerung erfolgt fahrtrichtungsabhängig, und zwar dreimal weiß als Spitzensignal bzw. einmal rot als Schlußlicht.


Bilder