Märklin 46171: DB-Kühlwagen Tnoms 35

Die Eisenbahn hatte nach dem Zweiten Weltkrieg noch einen hohen Stellenwert, was den Transport von Lebensmitteln betraf. Ganze Züge mit Südfrüchten wurden von Italien in Richtung Norden geführt, umgekehrt waren es andere Produkte aus dem Norden. Anfang der 1960er Jahre wurden immer mehr Lebensmittel direkt nach dem Ernten bzw. nach dem Fang oder nach der Schlachtung gefroren oder als Gefriergut verschickt. Dies machte sich auch bei der Menge des Kühl- und Gefrierguts bemerkbar, welches die DB zu transportieren hatte. Es wurden immer mehr Kühlwagen benötigt, in denen Gefriergut befördert werden konnte. Zum Ausgleich wurden Kühlwagen für Frischfisch frei, weil deren Transportvolumen sich reduzierte.

Die DB begann deshalb 1964 den Umbau von Fischkühlwagen der Bauart Tnfs 32 und Tnfs 38 in die Kühl- und Gefriergutwagen der Bauart Tnoms 35 (ab 1966 mit der neuen Bauarbezeichnung Ibdlps 394 bezeichnet) umzubauen. Die Umbauarbeiten führte das AW Oldenburg durch, ingesamt wurden 57 derartige Kühlwagen in Dienst gestellt. Sie wurden in der DB-Nummerngruppe 301 001 bis 301 200 geführt, die UIC-Nummern lauteten dabei auf 805 0 000 bis 199 bei der Fahrzeuggattung Ibs 394 bzw. 804 5 200 … bei der Schwesterbauart Ibdlps 394. Die Warenbauart schied in der zweiten Hälfte der 1980er Jahre aus dem DB-Bestand.


Modellvorstellung

Der Modellbahnhersteller führt in seinem Sortiment schon seit vielen Jahren verschiedene Bauarten von Kühlwagen. Auf Basis einer anderen Konstruktion hat der Hersteller in seinem Neuheitenblatt völlig unscheinbar diese Kühlwagenbauart angekündigt und dabei seine Kundschaft wissen lassen, daß es diese Modellausführung bislang noch nicht bei Märklin/Trix gab. Deshalb ist es erfreulich, daß mit dieser Neuheitenankündigung wiederum ein weiteres, interessantes Modell in diesem Bereich der Güterwagen geschlossen wird.

Märklin liefert seinen neukonstruierten Kühlwagen in der üblichen Kartonverpackung aus. Das Modell steht auf einem Blistereinsatz und wird beidseitig über zwei „Ohrwascheln“ stirnsteitig festgehalten, die im Kniegelenk eine Arretierung enthalten. Die Neukonstruktion ist ab Werk bereits vollständig zugerüstet.

Das Modell ist komplett aus Kunststoff gespritzt und wiegt lediglich 47 Gramm. Die Konstruktion ist mit zahlreichen Gravuren und Detaillierungen versehen. Der Anblick auf die Seitenwand offenbart zunächst eine detailreich gestaltete Doppeldrehtüre mit erhaben dargestellten Türscharnieren, Türverschlüssen und Türhebel. Die glatten Seitenwände werden durch zierlich modellierte Abdeckleisten mit Nietverbindungen unterbrochen. Selbiges ist auch als untere Abdeckleiste vorhanden. Die Stirnwände verfügen über ebendiese Details, zusätzlich ist im Dachbereich eine sehr schön ausgeformte Eislukenöffnung zu erkennen. Die beidseitigen Bühnenaufstiege sind zierlich ausgeführt, gleiches trifft auch auf die Griffstangen an den Wagenecken zu. Im glatten Dach sitzen mittig versetzt vier korrekt nachgebildete Flettner-Rotoren. Der Wagenboden weist eine komplett nachgebildete Bremsanlage auf, zusätzlich wurde beidseitig eine NEM-Kurzkupplungskulisse berücksichtigt.

Das Erstmodell wird unter der Märklin-Artikelnummer 46171 angeboten. Der UVP der Neukonstruktion wird mit € 37,99 angegeben.

Bilder