Brawa 46410 … 46419: Ex-Rheingold-Wagen als DB-Fahrzeuge

Bei der Deutschen Bundesbahn sind nach 1945 mindestens 16 Sitzwagen und drei Gepäckwagen des ehemaligen Rheingold-Express verblieben. Da der Zug in seiner bisherigen Form nicht mehr verkehrte, wurden die Wagen unterschiedlichen Zwecken zugeführt. Aus acht von ihnen entstanden die DSG-Speisewagen 1230 bis 1239 (ohne 1231 und 1233). Fünf wurden in normale zweiklassige Abteilwagen 11355 bis 11359 umgebaut und aus dreien entstanden die Gesellschaftswagen 10801 bis 10803. Die Gepäckwagen blieben ihrem Einsatzzweck erhalten und schieden zwischen 1968 und 1977 aus dem Betriebsdienst. Von ihnen blieb einer der Nachwelt beim FEK Köln erhalten. Dieser Verein hat heute noch vier weitere originale Rheingold-Wagen erworben, von denen derzeit aber kein Fahrzeug betriebsfähig ist. Daneben haben Anteilseigner der „Transeurop Eisenbahn AG“ (TEAG) inzwischen weitere sechs originale Wagen zusammengetragen, von denen bisher zwei betriebsfähig sind. Mindestens ein Wagen verblieb nach dem Krieg bei der CSD und war bis Anfang der 1960er Jahre als Speisewagen 479 bzw. 88-10 006-4 im Einsatz. Die TEAG barg vermutlich diesen Wagen auf einem Schrottplatz in Most, der einer Aufarbeitung zugeführt wurde. Ein weiterer, als verschollen gegoltener Wagen tauchte in einer US-Kaserne bei Wiesbaden auf und wurde ebenfalls von der TEAG übernommen. Damit sind bis heute zehn originale Rheingold-Salonwagen erhalten geblieben.


Modellvorstellung

Die Modellankündigung dieser Personenwagen erfolgte zeitgleich mit der Ankündigung der Neukonstruktion der Rheingoldwagen einerseits und der neuen Schlepptender-Dampflokomotive der Baureihe 01 der Deutschen Reichsbahn Gesellschaft im Jahr 2018. Daß die Auslieferung von Neuankündigungen bei Brawa oftmals verspätet als geplant eintreten, ist an und für sich nichts neues. Die Qualität der Modellausführung hat darunter jedenfalls nicht gelitten, denn die unlängst ausgelieferten DB-Modelle erweisen sich beim Betrachten als wahre Augenweide und wird den Modellbahner höchst erfreuen. Brawa hat 2018 daher alle Nachfolgevarianten angekündigt, allerdings vorab nur die DB-Ausführungen.

Die Auslieferung der neuen Personen-, Gepäck-, Speise- und Gesellschaftswagen erfolgt in der bekannten Brawa-Schachtel mit Kartonschuber und Kartonverpackung. Eine zweifache Plastikeinlage nimmt das Modell auf. Nach dem Abnahmen des Deckel ist das Modell aus der dünnen Plastikfolie entnehmbar. Mitgeliefert werden zwei Zurüstbeutel. Der erste Zurüstbeutel beinhaltet die Kupplungen und die üblichen Zurüstteile für die Pufferbrust wie Zughaken, Bremsschläuche udgl. Im zweiten Zurüstbeutel befinden sich Wagen-spezifische Anbauteile wie Heizkabel. Leider liegen diesmal keine eingezogenen Faltenbälge bei, bei Brawa scheint man zu meinen, daß es keine Endwagen gibt. Solche finden sich allerdings bei den Gepäckwagen, zwei Stück davon.

Brawa legt mit diesen Personenwagen und seiner Derivate wiederum eine hervorragend detaillierte Konstruktion vor, wie man dies bereits schon gewohnt ist. Die Seitenwände sind mit unterschiedlichen Detaillierungen und Gravuren versehen. So sind die mittlere und obere Deckleiste leicht erhaben dargestellt. Im Türbereich wurden die Scharniere sowie die Türschnallen besonders schön nachgebildet. Alle Fenster sitzen paßgenau in den Ausnehmungen. Die Fensterstege sind dezent ausgeführt. Man beachte vor allem die im inneren vorgenommen Gravuren zur Darstellung der Fenstergriffe oder allfälliger Schutzstangen im Fahrzeuginneren. Am Dach sind feine Nietreihen zu sehen, verschiedene Bauartunterschiede wurden berücksichtigt. Die eingesetzten Dachlüfter sind freistehend, die aufgesetzten Dachabdeckungen sind fein angraviert. Der Wagenboden ist komplett nachgebildet. Die Apparatekästen sind auf der Unterseite aufgehängt. Die Drehgestelle sind dreidimensional durchgebildet. Beim Gepäckwagen sind noch zusätzlich Anbauteile wie seitlichen Aufstiegsleitern vorhanden. Alle Modelle sind zusätzlich mit einem vierfachen Transportschutz versehen, die Schaumstoffstreifen sind zwischen den Drehgestellblenden und an den Fahrzeugübergängen eingesetzt.

Die Modelle sind sauber lackiert und mehrfarbig bedruckt. Sämtliche Anschriften sind unter der Lupe gut lesbar und trennscharf aufgetragen. Alle weiteren Fahrzeugangaben werden bei der jeweiligen Artikelnummer gemacht. Der UVP der Modelle beträgt einheitlich € 64,90.


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Dieser Wagen gilt stellvertretend für die drei aufgelegten blauen F-Zug-Wagen der Bauart B4üe-28/52. Das Modell ist mit der Betriebsnummer 10702 Au angeschrieben, Heimatbahnhof ist Augsburg Hbf. und die letzten Untersuchungsdaten werden mit den Angaben Unt. NA 21.10.53 angegeben. Das Modell gehört der frühen Epoche III an, also im Drei-Klassen-Schema.


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Die Gepäckwagen mit Computernummer waren noch einige Zeit nach der Umzeichnung im Einsatz. Als Vertreter der Epoche wählte der Hersteller den Due 949 mit der Wagennummer 51 80 92-43 311-0 aus. Der Heimatbahnhof ist Köln Hbf. Im Revisionsraster werden die Angaben REV Om 14.01.69 gemacht. Man beachte bei dieser Fahrzeugkonstruktion vor allem die aufwendige Darstellung der Türbereich und die gravierten Seitenfenster.


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Abschließend wird noch ein Speisewagen der DB präsentiert, der mit der Wagennummer 51 80 88-46 232-1 angeschrieben ist und der Wagengattung WRue 151 angehört. Das weinrot lackierte Modell verfügt über elfenbeinfarbige Zierlinien und eine geänderte Inneneinrichtung. Der Bahnhof Basel Bad Bf ist als Heimatbahnhof angeschrieben. Im Revisionsraster stehen als letzte Untersuchungsdaten REV NA 06.08.69.