Piko 58380ff: DB-Güterwagen Eaos 106 / Eaos-x 051 // FS Eaos // SBB Eaos // ÖBB Eaos

Die UIC standardisierte in den 1970er Jahren einen offenen Drehgestellwagen mit Holzfußboden, 2 Meter hohen Bordwänden und über den Türen durchgehenden, massiven Obergurt. Die DB beschaffte zwischen 1978 und 1985 7.550 dieser Wagen ohne Kopfklappen. Im Regelbetrieb erwiesen sich die äußeren Türrungen als zu schwach dimensioniert, sodaß ab 1980 wie bei den übrigen Seitenwandrungen diese aus Doppel-T-Vollprofilen ausgeführt wurden. Ein Teil der Flotte wurde mit Stahlfußboden geliefert. 100 dieser Wagen hat die DB im Jahr 1986 zu Eaos 051 umgezeichnet. Weitere 2.150 Wagen wurden zwischen 1990 und 2002 mit Stahlfußboden umgebaut und als Eaos 051 geführt. Im Jahr 1994 wurden diese dann als Eaos-x 051 geführt.

Für den Transport von Schüttgütern oder witterungsunempfindlichen Gütern nahmen die europäischen Eisenbahnverwaltungen unterschiedliche Fahrzeugtypen in Betrieb, die unter dem Oberbegriff Hochbordwagen subsumiert werden. Das Bezeichnugsschema der UIC kennt Offene Wagen in Regelbauart mit dem Gattungsbuchstaben E und Offene Wagen in Sonderbauart mit dem Gattungsbuchstaben F.

Die Offenen Wagen in Regelbauart sind Hochbordwagen, deren Ladefläche über mind. eine Seitentüre oder über Stirnklappen zugänglich ist. Die genaue Baubezeichnung ergibt sich aus der Gattungsbezeichnung. Güterwagen der Wagengattung Eaos sind europaweit vielfach verbreitet im Einsatz und verkörpern dadurch folgende Eigenschaften:

E – Offener Wagen in Regelbauart
a – mit 4 Radsätzen
o – nicht stirnklappbar
s – geeignet für Züge bis 100 km/h
x – mit Stahlfußboden

Die Preußische Staatsbahnverwaltung beschaffte bereits um die vorletzte Jahrhundertwende unter der Bezeichnung OOmk (spätere OO Oldenburg) vierachsige, offene Güterwagen für den Transport witterungsunempfindlicher Güter. Jedoch griff die später aus den Ländernbahnen entstandene Deutsche Reichsbahn (- Gesellschaft) die Weiterentwicklung dieser Wagenbaurt nicht auf, sondern beschränkte sich auf zweiachsige offene Wagen mit hohen Bordwänden. Die Deutsche Reichsbahn griff erst in den Jahren des Zweiten Weltkrieges diese Bauart wieder auf und stellte im Jahre 1942 unter den Bezeichnung OO(fs) Berlin und OO(fs) Kattowitz (OO(fs) 46 zehn Versuchswagen in Dienst. Eine ähnliche Entwicklung zeichnete sich auf auf den Schmalspurwagen ab, als die Reichsbahn bei Busch-Bautzen entsprechende Vierachser beschaffte.

Die Waggonfabrik Uerdingen baute in den Jahren 1948 und 1949 sechs vierachsige Hochbordwagen mit seitlichen Entladeklappen und Entladetüren (OOfs Göttingen, OOf 47, OOfs 01). Zu diesen Wagen kem noch eine Anzahl an Fremdwagen, die nach dem Zweiten Weltkrieg auf dem Gebiet der späteren Deutschen Bundesbahn stehen geblieben waren. Auch die Deutsche Bundesbahn stellte die Entwicklung der vierachsigen Wagen ein und beschränkte sich auf die Modernisierung und den Neubau zweiachsiger Fahrzeuge, von denen eine ganze Serie an Wagentypen entstanden sind. Anfang der 1970er Jahre häuften sich jedoch die Anfragen nach einem vierachsigen offenen Güterwagen mit großem Ladevolumen.

Das Entwicklungsbüro der UIC, die ORE, entschloss sich daher, die Eckdaten für einen standardisierten Wagen zu erstellen. Der Wagen sollte kippfähig sein und darüber hinaus einen Stahlaufbau mit ca. zwei Meter hohen Bordwänden und einen durchlaufenden Obergurt aufweisen. Es wurden Varianten mit und eine ohne Kopfklappen beschafft und erprobt. Der kippfähige Wagen wurde als Eas bezeichnet, der nicht kippfähige als Eaos.

Nachdem dieser als Eas (kippfähig) und Eaos (nicht kippfähig) bezeichnete Wagentyp von verschiedenen europäischen Bahnverwaltungen – also FS, ÖBB, SNCB, SNCF und SBB – in Dienst gestellt worden war, entschloss sich auch die Deutsche Bundesbahn zur Beschaffung dieser Offenen Hochbordwagen.

Die Zeichnungen des für die DB adaptierten Wagens entstanden bei der Maschinenfabrik Augsburg-Nürnberg (MAN). Die Fertigung erfolgte bei verschiedenen Waggonbaufirmen, deren Wagen sich in Details wie Feststellbremse und Fußboden jedoch unterschieden. Insgesamt stellte die DB bis zum Jahre 1986 vom neuen Wagentyp Eaos ganze 7.101 Fahrzeuge mit der Bauartnummer 106 in Dienst.

Die von der Deutschen Bundesbahn beschafften Eaos 106-Güterwagen laufen auf zweiachsigen Drehgestellen der Bauart 621 und entsprechen der Bauart Y 25 Cs. Deren Hauptbestandteil ist eine H-förmige Rahmenkonstruktion aus Baustahl. Kopfstücke verbinden die beiden Rahmenschenkel an den Stirnseiten und liefern so die nötige Stabilität des Rahmens. Der Wagenkasten stützt sich über eine vollständige Drehpfanne auf den Querträger des Drehgestells ab. Die Radsätze laufen in UIC-Rollenlagern mit Achslagergehäusen in einer Sonderbauart. Die Federung übernehmen zwei ineinandergestellte, lineare Schraubenfendern mit progressiven Federkennlinien und Reibungsdämpferflächen, von denen je zwei neben den Achslagergehäusen angeordnet sind. Als Bremsanlage ist eine Knorr-Druckluft-Klotzbremse der Bauart KE-GP vorhanden. Diese wird aus einem Bremszylinder versorgt. Er überträgt seine Bremskraft über ein Bremsgestänge auf die in den Laufflächen der Radsätze sitzenden Bremsklötze. Der zweistufige, mechanische Lastwechsel muss manuell umgestellt werden. Bei einem Teil der Fahrzeuge ist eine Feststellbremse vorhanden, die über eine Spindel an einer Bremserbühne an einer Stirnseite der Wagen bedient wird. Sie legt das darunterliegende Drehgestell fest. Die Zugvorichtung ist geteilt und verfügt über normale Zughaken und Schraubenkupplungen. Diese können jedoch jederzeit gegen eine automatische Mittelpufferkupplung ausgetauscht werden. An den Stirnseiten der Fahrzeuge sind vier Hochleistungspuffer mit rechteckigen Puffertellern montiert. Das Untergestell ist aus Profilen und Blechen zusammengeschweißt, die die Lang-, Quer- und Pufferträger bilden. Dafür wurde Baustahl der Güte St 37 verwendet. Das Untergestell ist zur Aufnahme einer automatischen Kupplung (Mittelpufferkupplung) ausgelegt. Bei Wagen mit Handbremse ist das Untergestell auf einer Seite um eine stählerne, 250 mm lange Bremserbühne verlängert. Diese verfügt über die nötigen Trittstufen und ein festes Geländer. Der Wagenkasten besteht aus zwei mal acht Seitenrungen und je Stirnseite zwei Stirnrungen aus U-Profilen. Die Rungen waren zunächst zu schwach dimensioniert, so dass ab dem Baujahr 1980 verstärkte Rungen aus I-Profilen eingebaut wurden. Die einzelnen Kastensegmente sind aus Blechen ausgekleidet und ein massiver, durchlaufender Oberfurt verleiht der Konstruktion die nötige Stabilität. Je Längsseite sind zwei seitliche Beladeöffnungen vorhanden, die durch zweiflügelige Drehtüren verschlossen werden können. Der gesamte Wagenkasten ist aus Stahl der Güte St 52 mit Kupferzusatz hergestellt. Stirnklappen sind nicht vorhanden, so dass die Fahrzeuge nicht stirnkippbar sind. Der Fußboden der ersten Wagen besteht aus Eichenholzbohlen. Ab dem Jahre 1980 wurde dieser Holzfußboden bei neu gebauten Wagen durch einen Stahlfußboden ersetzt. Die dadurch umgebauten Wagen wurden als Eaos-x 051 geführt.

Modellvorstellung

Die Offenen Hochbordwagen der UIC-Standardbauart Eaos stellen die einzige Neukonstruktion im Güterwagensektor des Sonneberger Herstellers für das laufende Modellbahnjahr dar. Die Güterwagen der Gattung Eaos wurden von mehreren Bahnverwaltungen in Dienst gestellt und sind trotz des gegenwärtigen Rückgangs des Einzelwagenladungsverkehrs auch weiterhin in großen Stückzahlen auf den heimischen Schienennetzen anzutreffen. Sie eignen sich ideal als Ganzzugwagen bzw. auch dem Transport von Schrott, Stahl oder anderen Produkten.

Piko hat bei der Erstankündigung zwei verschiedene Wagenbauarten von drei verschiedenen Bahnverwaltungen angekündigt. Der UIC-Standardwagen der Bauart Eaos wird bei der DB als Eaos 106 geführt und in zwei Sets (58380 und 58381) mit unterschiedlichen Betriebsnummern aufgelegt. Diese vier Güterwagen werden im Erscheinungsbild der Epoche IV sein. Als Epoche V-Variante ist ein Set (58382) mit zwei Wagen der FS angekündigt, und als aktuelle Ausführung dieses Güterwagentyps erscheint ein weiteres Set (58383) mit modifizierten Aufstiegen der DB AG, die unter der Gattungsbezeichnung Eaos-x 051 bekannt sind. Der UVP pro Set beträgt € 59,99.

Die Modelle sind einerseits einzeln verpackt und gemeinsam in einem Kartonschuber eingeschoben. Die Güterwagen selbst befinden sich in einer Blisterverpackung. Zum Lieferumfang gehört ein Zurüstbeutel mit Bremsschläuchen und Zughaken. Der Güterwagen ist gänzlich aus Kunststoff gefertigt und weist feine Gravuren Türbereich sowie am Fahrzeugboden wie den Befestigungsösen auf. Einzelne Teile sind dabei erhaben dargestellt. Feine Gravuren sind auch am Fußboden auszumachen. Unklar ist, ob zwischen dem Fußboden der Ladefläche und dem Wagenboden ein beschwerendes Gewicht eingelegt ist. Am Wagenboden ist eine komplette Nachbildung der Bremsanlage zu erkennen, gleichzeitig ist zwischen diesem und den angeschraubten Drehgestellen die Kurzkupplungskulisse mit dem Normschacht untergebracht. Die Drehgestelle entsprechen der Bauart 621 bzw. Y25Cs. Die Bedruckung ist tadellos, sogar die Wagenschilder sind nachgebildet. Die seitlichen Haltegriffe sind bereits im Modell eingesetzt. Alle weiter führenden Angaben werden direkt bei den Modellen gemacht.


Bilder 58380/1

Das erste Güterwagenmodell ist mit der Betriebsnummer 11 80 534 5 348-6 beschriftet und gehört der Gattung Eaos 106 an. Im Revisionsraster stehen die Angaben 3 REV EPO X 14.07.1987.


Bilder 58380/2

Der zweite Eaos 106 trägt die Betriebsnummer 11 80 534 4 119-2 und ist mit den Revisionsanschriften 3 REV EDWO X 28.02.86 angeschrieben.


Bilder 58381/1

Der DB-Wagen erhielt die Wagennummer 11 80 534 3 104-5 bei gleicher Gattungsbezeichnung. Im Revisionsraster lesen wir die Angaben 3 REV 203 11.12.79.


Bilder 58381/2

Dieser Eaos 106 ist mit der Betriebsnummer 11 80 534 4 224-0 versehen und im Revisionsraster werden die Daten 3 REV 109 12.05.80 gemacht.


Bilder 58383/1

Gegenüber den Eaos 106 weisen die Wagen der Gattung Eaos-x 051 zahlreiche Änderungen auf. Optisch ist dies am dunkelbraunen Stahlfußboden erkennbar. Des weiteren ist der Zettelhalter gänzlich silbern lackiert und auch die anderen Drehgestelle (Bauart 650) lassen sich nicht verleugnen. Außerdem wurde die Stirnfront geändert, indem auf einer Seite zusätzliche Piktogramme angebracht sind, zusätzlich wurden die Griffstangen geändert umgesetzt. Bei den von Piko modellierten Güterwagen handelt es sich um umgebaute Wagen der Jahre 1986/87.

Der erste Hochbordwaren der Gattung Eaos-x 051 ist mit der Betriebsnummer 31 80 535 8 360-1 und dem Halterkürzel D-DB versehen. Gegenüber dem Eaos 106 sind weitere Anschriften vorhanden, im Revisionsraster stehen die Untersuchungsdaten 6 REV BSE 9 12.10.16.


Bilder 58383/2

Der zweite Güterwagen ist mit den Fahrzeuganschriften wie der Halterkennung D-DB, der Gattungsbezeichnung Eaos-x 051 und der Wagennummer 31 80 535 8 402-1 angeschrieben. Im Revisionsraster sind die Angaben 6 REV ENGE 90 02.06.14 vorfindbar.


Modellvorstellung 58382 – FS Eaos

Die beiden FS-Wagen wurden als letztes Set ausgeliefert. Beide Wagen gehören der Epoche V an weisen einen Stahlboden auf. Das Set wird zum UVP von € 59,99 angeboten.


Bilder 58382/1

Piko hat dem ersten Eaos die Betriebsnummer 11 83 530 1 538-1 vergeben. Im Revisionsraster werden die letzten Untersuchungsdaten mit 6 REV BA (SA) 23.10.96 genannt.


Bilder 58382/2

Der zweite Güterwagen der Gattung Eaos ist mit der Betriebsnummer 11 83 530 1 614-0 angeschrieben. Im Revisionsraster werden die letzten Untersuchungsdaten mit 6 REV BA (SA) 19.11.96 genannt.


Modellvorstellung 58393 – SBB Eaos

Diese beiden Güterwagen stellen noch eine im Vorjahr angekündigte Neuheit dar. Piko hat das Set zwar für das erste Quartal 2021 angekündigt, jetzt sind die zwei verschiedenen ausgeführten Modelle in der Epoche VI-Beschriftung erhältlich. Der UVP wird mit € 64,99 angegeben. Lackierung und Bedruckung der Modelle ist tadellos ausgeführt.


Bilder 58393/1

Das erste Güterwagenmodell der Bauart Eaos ist mit Graffiti-Aufdrucken versehen, wobei beide Wagenseiten unterschiedlich gestaltet sind. Das Modell ist mit den Fahrzeuganschriften CH-SBB Eaos 31 85 532 1 294-1 bedruckt, allerdings müßte die Halterkennung richtigerweise CH-SBBC lauten. Im Revisionsraster ist das letzte Untersuchungsdatum mit den Angaben 6 REV Be 14.03.11 lauten.


Bilder 58393/2

Das zweite Modell unterscheidet sich insofern, als daß der Güterwagen ohne Verunzierungen ausgeführt ist und bei gleicher Halterkennung die abweichende Wagennummer 31 85 532 1 287-5 aufweist. Im Revisionsraster stehen die Angaben 6 REV Be 20.09.11.


Modellvorstellung 58236 – ÖBB Eaos

Die ersten Modellauflagen des neukonstruierten Eaos betrafen Fahrzeuge der DB, der DB AG und der FS. Die ÖBB-Wagen wurden als Formvariante in den Neuheiten 2022 genannt, wobei ein Set in der Epoche V angekündigt war, ein weiteres im Erscheinungsbild der Gegenwart (Artikelnummer 58237, siehe unten). Die beiden Modelle werden zum UVP von € 64,99 angeboten und sind bereits werkseitig zugerüstet. Die Fahrzeugdetails werden beim jeweiligen Modell genannt.


Bilder 58236/1

ÖBB-Hochbordwagen Eaos mit der Wagennummer 31 81 534 1 173-7 und den Untersuchungsdaten 6 REV Tr 13.05.96.


Bilder 58236/2

Das zweite Modell des Eaos ist mit der Betriebsnummer 31 81 534 1 091-1 und den Revisionsanschriften 6 REV Tr 23.08.95 bedruckt.


Modellvorstellung 58237 – ÖBB Eaos

Ebenfalls als Formvariante des Modellbahnjahres 2022 wurde dieses zweite Güterwagenset angekündigt. Es ist im Erscheinungsbild der Epoche VI gehalten, beide Wagen sind zusätzlich mit einem Beladungseinsatz versehen, der eine Sandladung imitieren soll. Im Unterschied zum Set der Epoche V sind bei diesen Wagen die seitlichen Handgriffe in gelber Farbgebung ausgeführt, deren Erfordernis aufgrund des Arbeitnehmerschutzes zurückzuführen sind. Dieses Set wird zum UVP von € 72,99 angeboten. Die einzelnen Fahrzeuganschriften stehen wiederum beim jeweiligen Artikel.


Bilder 58237/1

ÖBB-Güterwagen der Bauart Eaos mit der Halterkennung A-RCW und der Betriebsnummer 31 81 534 1 378-2 und den Revisionsanschriften 6 REV Tr 30.06.17.


Bilder 58237/2

Das Schwesterfahrzeug ist mit den Anschriften A-RCW Eaos 31 81 534 1 016-8 und den Untersuchungsdaten 6 REV Tr 07.06.17 bedruckt.