Brawa 47600ff: Kühlwagen

Die Deutsche Reichsbahn entwarf 1942 als vereinfachte Kühlwagenbauart die Gattung Tnf Berlin (spätere DB-Bezeichnung Tnfs 38). Die Grundkonstruktion entstammt aus dem zuvor entwickelten Güterwagenbauart Glmhs Dresden, in geschweißter Ausführung. Die neuen Kühlwagen erhielten im Unterschied dazu eine 300 mm starke Isolierung und Innenauskleidung mit Zinkblech, um die Holzauskleidung im Inneren gegen Feuchtigkeitseintritt zu verhindern. Damit die Türen dicht abschlossen, wichen die Schiebetüren zweiflügeligen Drehtüren. Das Markanteste war jedoch die senkrechte Verbretterung in Verbindung mit dem typisch weißen Anstrich für Kühlwagen.

Die Deutsche Bundesbahn (DB) unterzog an den von ihr übernommen Wagen nach dem Zweiten Weltkrieg, ab Mitte der 1950er Jahre, mehrere Bauartänderungen und Modernisierungen. Die wartungsintensive Radsätze mit Gleitlagern wurden die moderne Bauart mit Rollenlagerung ausgetauscht, außerdem wurden die Wagenkästen infolge unzureichender Isolierwerte gleich neu aufgebaut. Die Wagen behielten dadurch zwar ihre Hauptabmessungen, jedoch verschwand das auffällige Kastengerippe nun unter einer waagerechten Bretterverkleidung, später sogar unter Schichtholzplatten. Neuentwicklungen von Kühlwagen bei der DB ermöglichte es dann, eine Vielzahl der DB-Wagen an private Brauereien zu veräußern und als Privatwagen für den Transport des Hopfensaftes wiederum einstellen zu lassen. Diese Privatwagen wurden in der Regel mit Eigenwerbung versehen.


Modellvorstellung

Brawa hat diesen Kühlwagentyp im Rahmen des Neuheitenprogramms 2019 als Neukonstruktion angekündigt und dabei sogleich verschiedene Ausführungen nach unterschiedlichen Vorbildern angekündigt. Zur Modellausführung gelangten Fahrzeuge der Deutschen Reichsbahn Gesellschaft, der Deutschen Reichsbahn und der Deutschen Bundesbahn, aber auch verschiedene Privatwagen der Brauereien Holsten (Holsten Edel);
Tucher, Siechen; Fürstenberg Pilsener sowie eine Interfrigo-Variante und eine Variante als Bananen-Transportwagen. Die ersten Modelle gelangten im Juni 2020 in den Fachhandel, die Auslieferung der noch fehlenden Fahrzeuge sind bis zum Jahresende geplant. Brawa nennt für die Neukonstruktion einen UVP von € 42,90 pro Wagen.

Die Kühlwagen werden in der üblichen Brawa-Verpackung ausgeliefert. Dabei liegt der Kühlwagen paßgenau in der Blistereinlage mit obigen Schutzdeckel. Zum Herausziehen dient eine dünne Folie, einfacher ist es, das Fahrzeug an den Puffern zu entnehmen. Keinesfalls sollte man auf die Trittstufen zu den Wagentüren greifen, weil diese derart filigran ausgeführt sind und die feinen Haltern zum Abbrechen neigen. Ein Zurüstbeutel mit Zurüstteilen wie Zughaken und Bremsschläuche sowie der Bügelkupplungen ist im Seitenfach abgelegt.

Die Kühlwagen sind gänzlich aus Kunststoff gefertigt und mit verschiedenen Anbauteilen versehen, wie zum Beispiel die Griffstangen am Fahrzeugkasten oder die Dachlüfter. Beim genauen Betrachten der Modelle fällt auf, daß Brawa bei der Konstruktion gleich verschiedene Kastenausführungen berücksichtigt hat und dafür die entsprechenden Schiebesätze fertigte. So weisen die Privatwagen einen anderen Kastenaufbau auf als der Interfrigo-Wagen, welcher an den Stirnwänden zusätzliche Aufstiege für die Eisluken aufweist. Die Neukonstruktion ist mit feinen Gravuren versehen, sehr schön ausgeführt sind auch die Nietreihen oder die Türscharniere bzw. die entsprechenden Türverschlüsse. Der Wagenboden weist eine komplett umgesetzte Bremsanlage auf. Die Kurzkupplungskulisse zählt mittlerweile zum Standard.

die Modelle sind sauber lackiert und bedruckt. Letztere sind alle trennscharf dargestellt und auch unter Zuhilfenahme einer Lupe gut lesbar. Die weiteren Fahrzeugangaben werden zu den jeweiligen Modellen gemacht.


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Der Privatwagen der Holsten-Brauerei ist mit der Betriebsnummer 23 80 805 0 001-6P angeschrieben und gehört somit zur Epoche IV an. Die Modellausführung erfolgt mit Plattenwände und Nietverbindungen an den Stehern. Als Heimatbahnhof ist Hamburg-Altona angeschrieben. Die Untersuchungsdaten weisen die Angaben REV Odg 29.05.86 auf.


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Der bei der DB eingestellte Interfrigo-Kühlwagen trägt die Betriebsnummer 11 80 805 0 193-5 und gehört zur Epoche Ibs 394. Das Modell ist mit Plattenwänden versehen und verfügt über stirnseitige Eisluken mit eigenen Aufstiegen und Flettnerlüftern am Dach. Das am Langträger angeschriebene Revisionsraster offenbart die Untersuchungsdaten REV Odg 16.09.79.


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Die Deutsche Reichsbahn hielt für den Fischtransport von der Ostsee eigene Kühlwagen bereit. Das Modell ist mit senkrechter Verbretterung am Wagenkasten und Diagonalstreben versehen. Der DR-Wagen ist mit den Fahrzeuganschriften Tnfhs als Gattungsbezeichnung und 18-31-66 als Wagennummer bedruckt. Als Heimatbahnhof ist Saßnitz angeschrieben. Im Revisionsraster stehen die Untersuchungsdaten REV Bln Wrs 04.04.62.