Uerdinger-Leichtbaukesselwagen 30 m³: Brawa 50002 bis 50005 / 50007 / 50009 / 50012

Die Leichtbaukesselwagen mit einem Fassungsvermögen von 30 m³ sind das Produkt durch den allgemeinen, technischen Fortschriftte infolge der Schweißtechnik. Die erfolgreiche Anwendung weckte bei den Zuständigen der Deutschen Reichsbahn weitere Begehrlichkeiten und die Idee, bei der Konstruktion neuer Kesselwagen auf den eigentlichen Fahrzeugrahmen zu verzichten. Die Zug- und Stoßkräfte sollten stattdessen soweit als möglich über den Kessel aufgenommen werden. Mit der Anwendung der Schweißtechnik erhoffte man sich weiters, dem Rohstoffmangel zu begegnen und die Herstellungskosten zu senken, gleichzeitig aber auch robuste Fahrzeuge zu bauen. Aus diesem Grund erhielt die Waggonfabrik Uerdingen 1938 den Auftrag zur Entwicklung eines Leichtbaukesselwagens mit einem Fassungsvolumen von 30 m³. Drei Prototypen konnten bereits 1939 an zwei private Güterwagenvermieter sowie die staatliche Wirtschaftliche Forschungsgesellschaft (Wifo) zur Erprobung übergeben werden. Nach einer kleinen Zwischenserie aus 1940, begann 1941 die Serienfertigung dieser Kesselwagenbauart. Hauptkunde war mit ca. 2.200 Fahrzeugen die Deutsche Luftwaffe, gefolgt von der Wifo und vieler kleinerer Gesellschaften. In Summe wurden dann insgesamt um die 3.700 Fahrzeuge gebaut.

Die Wagen der Deutschen Luftwaffe und des Wifo verblieben nach dem Zweiten Weltkrieg bei anderen Waggoneinstellern, verteilt auf West- und Ostdeutschland. Eingesetzt wurden die Wagen vor allem von größeren Unternehmen in der Mineralölindustrie, aber auch eine andere Unternehmen bedienten sich dieses Wagentyps und fungierten als Waggoneinsteller bei DB und DR auf die kommenden Jahrzehnte. Ein größerer Anteil der Flotte ist auch kriegsbedingt im Ausland verblieben und wechselten damit den Eigentümer. Auch diese Wagen wurden vielfach von verschiedenen Waggoneinstellern bei den Nachfolgesellschaften als Privatwagen eingestellt.


Modellvorstellung

Brawa hat diese Kesselwagenbauart als Formneuheit 2020 angekündigt und dabei gleich eine reichhaltige Palette verschiedener Farb- und Beschriftungsvarianten angekündigt. Zum Auftakt wurden gleich 17 (!) verschiedene Modellausführungen avisiert, wohl auch, um die notwendigen Stückzahlen zu erzielen. Angekündigt sind daher Modellvarianten der Deutschen Reichsbahn, der Deutschen Bundesbahn, der ÖBB, der DR, der SNCF, der SNCB, der SBB, der NS und der DSB. Die Modellausführungen der Epochen II bis IV tragen vielfach Sujets bekannter Mineralölfirmen wie Aral, Esso, BP, ÖMV, Simotra und Gulf. Im Portfolie sind auch Modelle von bekannten Einstellern wie VTG dabei. Die neukonstruierten Kesselwagen werden zum UVP von € 35,90 angeboten, Modelle mit Bremserhaus kosten UVP € 37,90.

Die Auslieferung der Kesselwagen erfolgt in der üblichen Brawa-Verpackung. Der Kesselwagen ist paßgenau in der robusten Plastikbox und der Blistereinlage mit Schutzdeckel eingelegt. Zum Herausziehen dient eine dünne Folie. Unter dem Blistereinsatz ist ein Zurüstbeutel mit zwei Bügelkupplungen und ein weiterer mit Zurüstteilen wie Zughaken und Bremsschläuche abgelegt. Beigepackt ist auch eine Betriebsanleitung mit Ersatzteilliste.

Die Kesselwagen sind gänzlich aus Kunststoff gefertigt und sind mit vielen Anbauteilen versehen. Diese betreffen das Geländer und die Triffflächen am Kesselscheitel, genauso aber die Aufstiegsleiter, die Bremserbühne samt Geländer. Unklar ist, aus welchem Material diese Teile gefertigt sind. Jedenfalls sind sie äußert robust. Die Bremserbühne weist Bretterfugen auf, was damals üblich war, ebenso waren die Trittstufen anno dazumal mit Holzbrettern oder -bohlen bestückt. Der Domverschluß am Kessel ist aus mehreren Teilen gefertigt, was sehr gut an der Durchsichtigkeit der Teile zu sehen ist. Positiv ist auch die werkseitige Bestückung des Modells mit weiteren Anbauteilen wie den Halterungen für den Zugschluß sowohl am Kessel als auch am bei der Pufferbrust. Der Wagenboden weist eine vollständig nachgebildete Bremseinrichtung auf, zudem ist eine Kurzkupplungskulisse eingebaut. Die Modelle sind alle sauber lackiert und auch bedruckt. Alle weiteren Details zu den Wagen werden beim jeweiligen Artikel gemacht.


Bilder 50002

Das Markenzeichen der ARAL-Kesselwagen ist nicht nur die Anwendung der blauen Kesselfarbe ab den 1950er Jahren, sondern auch das quadratische Firmenschild mit weißer Schriftfarbe. Dieses ist am Kessel freistehend ausgeführt und im Kessel eingesteckt. Die Betriebsnummer ist direkt am Kessel angeschrieben. Die Wagennummer lautet 503121P, Heimatbahnhof ist Bochum-Riemke. Am Abdeckblech zwischen Langträger und Kessel sind die Revisionsdaten mit REV 110 07.07.54 angeschrieben.


Bilder 50003

Der Kesselwagen von Esso gelangt mit silbernen Kessel und freistehenden Firmenschild zur Ausführung. Das Firmenschild ist oval-förmig mit blauem Rand und roter Schrift ausgeführt und mittels vier Halterungen am Kessel eingesteckt. Dieses Modell trägt die Betriebsnummer 584907P – angeschrieben auf einer zusätzlichen Anschriftentafel – und die Revisionsanschriften REV 219 26.03.62. Hamburg-Unterelbe ist als Heimatbahnhof angeschrieben. Durch die silberne Farbe sind die feinen Gravuren des gut zu erkennen, indem mehrere Schweißnähte nachgebildet sind.


Bilder 50004

Als VTG-Variante ist zunächst nur dieses Epoche IV-Modell verfügbar, das mit Ausbesserungsstellen versehen ist. Das Modell ist mit der Betriebsnummer 23 80 708 0 095-4P angeschrieben. Heimatbahnhof ist wie immer Hamburg-Rothenburgsort. Als letzte Revisionsanschrift ist im Raster REV 4 REV 403 04.04.81 ablesbar.


Bilder 50012

Der ÖMV-Kesselwagen ist das einzige ÖBB-Modell, das Brawa derzeit verwirklicht. Es ist im klassischen Erscheinungsbild der 1960er Jahre mit dem Ölturm-Logo gehalten. Das Modell trägt die Betriebsnummer 532659P, als Heimatbahnhof ist Deutsch-Wagram angeschrieben und im Revisionsraster stehen die Daten REV Dw 17.04.63.


Bilder 50005

Die Kesselwagenbauart bekommt weiteren Zuwachs durch neue Modellvarianten. Brawa lieferte im Juni u. a. die drei nachstehenden Modelle aus. Das nachstehende Modell des Esso-Kesselwagen in der Epoche IV-Aufmachung wurde zwar nicht im Neuheitenprogramm 2020 erwähnt, gilt aber als unterjährige Neuheit der BRAWA-Sonderaktion Kesselwagen. Im Zuge dieser Aktion wurden vier neue Modelle mit den Artikelnummern 50001, 50005, 50010 und 50011 angekündigt.

Das Modell des Esso-Kesselwagens ist mit der Betriebsnummer 21 80 000 2 682-1P beschriftet und verfügt über ein oval, freistehendes Firmenschild. Als Heimatbahnhof ist Hamburg-Unterelbe angeführt. Im Revisionsraster werden die Untersuchungsdaten 4 REV 104 24.6.79 ausgewiesen.

Das erste Fahrzeug betrifft die


Bilder 50007

Als vorerst einzige Modellausführung der Deutschen Reichsbahn nach dem Zweiten Weltkrieg sie auf diesen Artikel verwiesen. Der Kesselwagen wird bei der DR als Privatwagen für Chem. Werke in Buna geführt und ist mit der Betriebsnummer 21 50 070 2 027-8P beschriftet. Bei der Wagengattung ist sowohl die alte mit „Uh“ als auch die neue Gattungsbezeichnung Z angeschrieben. Im Revisionsraster werden die Untersuchungsdaten 3 REV NSW 28.08.74 gemacht.


Bilder 50009

Mit dem VTG-Kesselwagen gelangt eine modifizierte Ausführung des Kesselwagens zur Ausführung. Es ist eines von zwei Modellen, die mit einem Bremserhaus auf der Bremserbühne gefertigt werden. Der Epoche III-Wagen ist mit der Betriebsnummer 594 203P und dem ersten Firmenlogo versehen. Als Heimatbahnhof wird Hamburg-Rothenburgsort ausgewiesen. Die Revisionsdaten lauten auf REV 401 13.05.55.