Arnold HN2375: ÖBB-Reihe 42

Erst ab dem Jahre 1943 wurde eine zweite, schwere Serie von Kriegslokomotiven gebaut, die Reihe 42. Gegenüber der Baureihe 52 wies sie mehrere Verbesserungen am Lauf- und Triebwerk auf. Die Maschinen sollten in großer Stückzahl gefertigt werden. Das Ende des Krieges stoppte jedoch die Entwicklung. Zahlreiche Lokmotiven ware aber in den Werken halbfertig vorhanden. So kam es, daß auch nach dem Jahre 1947 solche Kriegslokomotiven geliefert wurden. Ein Teil davon ging allerdings nach Belgien und Frankreich. Insgesamt waren 868 Maschinen gebaut worden. Die Lokomotiven der Deutschen Bundesbahn waren bis 1960 im Einsatz. Viele davon waren im Saarland stationiert. Die Reichsbahn hatte 1968 noch einige Loks im Bestand. Dagegen viel früher sind die Lokomotiven der ÖBB aus dem Bestand geschieden, von denen zahlreiche nach Ungarn verkauft wurden. Zudem erhielt die ÖBB Neubauten von der WLF nach dem Zweiten Weltkrieg.


Modellvorstellung

Die Ankündigung zur Modellumsetzung der Baureihe 42 geht auf das Jahr 2016 zurück, indem Arnold in den Jahresneuheiten mehrere Ausführungen avisiert hat. Im Neuheitenblatt finden sich Ausführungen der Deutschen Reichsbahn als Epoche II-Modell (HN2333), als DR-Modell der Epoche III-Ausführung (NH2335), ein Modell der SAAR-Bahnen – kombiniert mit einem Güterzug – (HN2405) und das nunmehr erschienene ÖBB-Modell HN2375. Die Modelle werden ohne und mit Loksound ausgeliefert, bei den Soundmodellen wird hinter der Artikelnummer ein D nachgestellt. Der UVP vür die soundlosen Modelle wird mit € 279,90 angegeben.

Verpackung

Arnold liefert seine Modelle in einer zweiteiligen Blisterbox aus. Im Unterteil ist eine Plastikeinlage samt Schutzdeckel eingesetzt, indem das Modell eingelegt ist. Dieses ist zusätzlich in eine dünne Folie umwickelt. Zum Lieferumfang gehört natürlich auch eine Betriebsanleitung, welche klein gefaltet unterhalb der Plastikeinlage in einem freien Spalt hineingesteckt ist. Es sind zwei Papiere, einerseits das Ersatzteilblatt und Wartungsblatt und andererseits die Betriebsanleitung. Die Schriftgröße läßt dabei sehr zu wünschen übrig, denn ohne Vergrößerungsglas sind die Angaben für Sehschwache Personen schwer zu entziffern. Es sollte hierbei mehr auf Barrierefreiheit gesetzt werden.

Technik

Die technischen Komponenten sind im Modell untergebracht, wobei diese sich auf das Lokmodell und den Tender verteilen. Im Tender befindet sich eine Fahrzeugplatine, welche der Digital-Decoder einzusetzen ist. Arnold hat für seine 42 eine Next18-Schnittstelle verbaut. Um an diese heran zu kommen, sind folgende Schritte notwendig. Zuerst zieht man die rote Griffstange des Tenders aus den Löchern und dreht diese auf die Seite. Weiters sind beide Klappen des Wasservorrates herauszuziehen und die beiden Schrauben zu lösen. Danach läßt sich das Oberteil des Tenders abnehmen.

Die Antriebskomponenten sind im Langkessel des Modells untergebracht. In der Betriebsanleitung ist zu sehen, daß mit dem Lösen einer Zentralschraube an der Unterseite der Dampflok dieses Teil sich vom Fahrwerk abziehen läßt. Meine Versuche scheiteren kläglich, weshalb das Öffenen des Modells dann aufgegeben wurde.

Im Langkessel ist ein kleiner Motor mit einseitig aufgezogenen Schwungmasse und Wellenstummel in Richtung Kesselrückwand eingebaut. Die Kraftübertragung erfolgt über diesen Wellenstummel und dem Zahnradgetriebe auf die drei letzten Kuppelachsen des Modells, die anderen Achsen werden über das Gestänge mitgenommen. Trotz dieser Konstruktion ist die freie Durchsicht durch Kessel und Fahrwerk gewährleistet. Die dritte Kuppelachse ist beidseitig mit Haftreifen bestückt. Alle Achsen sind seitenverschiebbar, aber keine ist gefedert.

Das Modell ist rückseitig mit einer Kurzkupplungskulisse ausgestattet, frontseitig befindet sich ein Kurzkupplungsschacht. Die Lok-Tenderkupplung besteht aus einer fixen Verbindung, die über eine Zentralschrauben vom Tender eingebunden ist.

Fahrverhalten

Die Neukonstruktion bringt ein Eigengewicht von 94 Gramm auf die Waage. Das Fahrverhalten des Modells ist mehr als zufriedenstellend. Die Höchstgeschwindigkeit des Vorbildes beträgt 80 km/h. Die umgerechnete Modellgeschwindigkeit beträgt ca. 140 km/h. Die Modellgeschwindigkeit ist daher um ca. 75 Prozent im oberen Bereich zu schnell, im unteren Geschwindigkeitsbereich ist sie ca. 26 % zu schnell. Die anzusetzende Differenz ist gemäß MOROP bei einem Modell der Baugröße N mit 50 Prozent anzusetzen.

Optik

Mit dem Arnold-Modell wird jeder Modellbahner seine Freude haben. Das Modell weist am Kessel über feine Gravuren auf, die infolge des kleinen Maßstabes erhaben (freistehende Leitungen) an der Kesselaußenhaut angraviert sind. Die aufgesetzten Dome wirken wuchtig, dagegen ist der Schornstein wie beim Vorbild zierlich ausgeführt. Das Umlaufblech ist fein geriffelt graviert.

Das Fahrwerk ist sehr filigran ausgeführt, die roten Kuppelräder verfügen über feine Speichen. Einzelne Spurkränze der Mittelachsen sind geschwächt ausgeführt, zudem ist zwischen dem Rahmen, dem Kessel und dem Fahrwerk trotz der gewählten Antriebskonstruktion ein freier Durchblick möglich. Feine Gravuren betreffen auch das geschlossene Führerhaus mit nur einem offenen Seitenfenster oder den Wannentender. Die Drehgestelle über Schrauben fixiert, die Drehgestellblenden sind optisch sehr ansprechend und im Halbrelief umgesetzt.

Farbgebung und Beschriftung

Die Schlepptenderlokomotive ist vorbildgerecht lackiert. Die Anschriften der Lok entsprechen der Epoche IIIa und sind in weißer Farbe ausgeführt. Arnold währte für seine ÖBB 42 die Betriebsnummer 42 2713. Die Lokomotive ist bei der Zfl. Wiener Neustadt bzw. der BBD Wien stationiert. Als letztes Untersuchungsdatum ist Nb 06.08.53 angeschrieben. Sämtliche Anschriften sind unter der Lupe trennscharf lesbar.

Beleuchtung

Das Modell verfügt über eine LED-Beleuchtung. Die Lichtintensität ist zu grell und für ein Modell der Epoche III unüblich.

Bilder