Piko 58520: Wittenberger-Steuerwagen (n-Wagen)

Die bei der Deutschen Bundesbahn bislang einsetzbaren Steuerwagen konnten nur für die jeweilige Traktionsart verwendet werden, aber nicht gemischt. Um dieses Manko zu beseitigen, wurde 1990 ein Prototyp im RAW Wittenberge entwickelt, der mit bei der Baureihe 111 eingeführten Einheitsführerstand vor allen Traktionsarten einsetzbar war. Bei der Steuerung wurde neben der konventionellen Fahrzeugsteuerung noch die multiplexe Wendezugsteuerung berücksichtigt.


Modellvorstellung

Piko hat den DB Regio-Steuerwagen mit dem Wittenberger Kopf als Formneuheit 2019 angekündigt und das Modell in das Segment Piko Expoert Modell gereiht. Der Steuerwagen ist als Gleichstrommodell konzipiert und wird zum UVP von € 99,99 angeboten. Die Neukonstruktion war für das vierte Quartal 2019 avisiert, bereits Ende September gelangte der im Längenmaßstab 1:87 realisierte Wagen in den Fachhandel. Piko liefert das Modell in der für Reisewagen bekannten Verpackungsform aus. Dem Modell beigepackt ist ein Zurüstbeutel mit einer Frontverkleidung, Kupplungshaken, Tacho-Welle (?) und Standard-Kupplung für die Steuerwagenseite. Mitgeliefert wird auch eine mehrseitige Bedienungsanleitung, in welcher die genauen Umbauten beschrieben sind.

Was der Käufer auf jeden Fall wissen sollte, ist die Tatsache, daß der Steuerwagen über eine Zentralplatine verfügt und der Steuerwagen zudem noch für das Dreileiter-Wechselstrom-System adaptierbar ist. Die genauen Arbeitsschritte sind auf Seite 3 der Bedienungsanleitung beschrieben. Beim Umrüsten auf das AC-System sind einerseits neue Radsätze notwendig und andererseits müssen verschiedene Kabel entfernt werden. Auf der Zentralplatine befinden sich zwei eigene Schnittstellen, die mit einem eigenen Brückenstecker verbunden sind.

Nachdem die technischen Belange erörtert wurden, ist die weitere Betrachtung dem Fahrzeug selbst gewidmet. Das Modell ist aus Kunststoff gefertigt. Am Fahrzeugkasten sind feine Gravuren ersichtlich, wobei am hinteren Fahrzeugende die leichte Verjüngung erkennbar ist. Am Fahrzeugkopf ist unter gewissen Lichteinflüssene eine Formtrennkante ersichtlich, die Kopfform wurde von den Konstrukteuren sehr gut getroffen. Der weitere Blick verbleibt aber bei den Seitenwänden. Die Führerstandstüren oder auch die Drehflügeltüren für den Fahrgastewechsel weisen feine Gravuren auf. Sehr schön nachempfunden sind die Scharniere an den Türen oder auch die erhaben dargestellen Türgriffe. Das Fensterband sitzt paßgenau in der Seitenwand. Man erkennt dabei eine sehr dünne Gummidichtung sowie die Übersetzfenster mit den feinen Fensterstegen. Die Trittstufen weisen entsprechende Ausnehmungen auf. Die Trittflächen sind geriffelt. An der Stirnfront wurden mehrere Teile bereits werkseitig montiert, die Verschiebertritte sind wiederum mit einer Struktur versehen. Am Dach ist eine leicht empor stehende Fahrzeugantenne eingesetzt. Die Dachlüfter sind angraviert, wie auch die Schweißnähte am Dach. Detailreicher gestaltet sich der Wagenboden, indem verschiedene Aggragatgruppen am Fahrzeugrahmen aufgehängt sind. Die Bremsanlage ist vollständig nachgebildet. Zudem sind verschiedene Leitungen ersichtlich. An beiden Wagenenden ist eine Kurzkupplungskulisse vorhanden, wobei nur die rückwärtige Seite mit einer Standard-Kupplung versehen ist. Die Frontseite ist für den Steuerwagenbetrieb bereits komplett zugerüstet. Die Drehgestelle sind dreidimensional durchgebildet und weisen eine schöne Tiefenwirkung auf.

Die Erstauflage des Wittenberger Steuerwagens ist im aktuellen Erscheinungsbild der Epoche VI gehalten. Das Modell ist mit dem Halterkürzel D-DB, der Gattungsbezeichnung Bnrdzf 483 und der Wagennummer 50 80 80-35 121-8 bedruckt. Lackierung und Bedruckung sind sauber ausgeführt. Der Wagen gehört zur Region Mitte und als Heimatbahnhof ist Ludwigshafen (Rh) angegeben. Im Revisionsraster stehen die Daten Unt. WWX 13.03.10- Verl. RL 06.03.17. Im Zuglaufschild steht als Zielort Neustadt.


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