Brawa 48935 / 48942 / 48943 – Kesselwagen

Die Waggonfabriken Köln-Deutz und Uerdingen entwickelten in den Jahren 1939/40 jeweils einen vierachsigen Kesselwagen in Leichtbauweise. Das Militär war an der Eintwicklung maßgebend beteiligt, indem sich diese mit den neuen Kesselwagen erhoffte, den Nachschub an Unmengen an Rohöl zu sichern. Um aber das begrenzte Stahlkontigent maximal ausschöpfen zu können, wurde die Leichtbauweise umgesetzt. Diese Material schonende Vorgangsweise wirkte sich jedoch in der Langlebigkeit der Fahrzeuge negativ aus. Beide Hersteller haben Wagen mit selbsttragenden Kesseln entworfen. Während Köln-Deutz es bei den Kopfstücken beließ, hatte die Uerdinger Bauart zusätzlich Längsträger aus abgekanteten Profilen, die bei der Aufnahme der Längsdruckkräfte mitwirken sollten. Ident waren bei beiden Bauarten die Hauptabmessungen:

  • LüP 12.400 mm
  • Drehzapfenabstand 6.600 mm
  • Kesselvolumen 63 m³

Die gedrungene Bauart führte jedoch zu hohen Achs- und Meterlasten, was sich infolge des schlechten Oberbaus als nachteilig erwies. Man behalf sich darin, die Kesselwagen nicht gänzlich zu füllen. Die verwendeten Drehgestelle wiesen einen Achsstand von 2.000 mm auf und waren aus Preßblech hergestellt.

Der Bau der Kesselwagen erfolgte bis 1945. Die Wagen wurden bei der Wifo und den Ölvereinen zur Versorgung der Wehrmacht eingestellt. Mehrere europäische Hersteller haben die Bauform in überarbeiterer Form nach dem Zweiten Weltkrieg weitergebaut, wobei 1955 eine Serie von fast 500 Stück an das United States Transportation Corps (USTC) geliefert wurde. Sehr viele Wagen waren infolge der Kriegswirren als Verluste abzuschreiben, dennoch blieben viele Wagen in mehreren Nachfolgestaaten stehen und gingen in das Eigentum der nachfolgenden Bahnverwaltungen über. Die in Westdeutschland stehen gebliebenen Wagen wurden von der Wifo 1951 an die VTG übertragen. Weitere Mineralölfirmen setzten solche Kesselwagen als Privatwagen ein. Der in Ostdeutschland bei der DR verbliebene Bestand wurde langfristig vermietet. Die Wagenbauart war noch bis in die 1990er Jahre im Einsatz, wurden nach ihrem Ausscheiden oftmals als Bahndienst- oder Bahnhofswagen weiterverwendet.


Modellvorstellung

Brawa überraschte vor einigen Jahren mit der Neukonstruktion dieser Kesselwagen und hat von Beginn an sehr attraktive Varianten aufgelegt. Noch überraschender war jedoch der von Beginn an sehr günstige UVP für diese vierachsigen Kesselwagen, der für ein Brawa-Modell in dieser Detailierung als wahre Occasion zu bewerten war. Dementsprechend haben sich die bisherigen Kesselwagen wie warme Semmeln verkauft.

Das Neuheitenprogramm 2018 sieht auch für dieses Modellbahnjahr weitere Varianten dieser Güterwagen vor. Acht verschiedene Modelle der Bahnverwaltungen DB, ÖBB, SNCF und DR der Epochen III und IV werden zum UVP von jeweils € 37,50 angeboten. Stellvertretend dafür werden drei verschiedene Wagen unten präsentiert.

Brawa liefert die Kesselwagen in der bekannten und robusten Verpackung aus, dem ein Zurüstbeutel beigelegt ist. Darin befinden sich die Teile für die Bremsschläuche und die Kupplungshaken. Die Modelle sind aus Kunststoff gefertigt und weisen viele Detailierungen auf, wobei gerade die Anbauteile sehr filigran ausgeführt sind. Die Griffstangen der Verschieberplattformen und der Dachreelings sind aus einem robusten Kunststoff gefertigt. Der Dachsteg ist als Holzlatte nachempfunden, die Domverschlüsse sind durchbrochen dargestellt. Die Drehgestelle sind dreidimensional durchgebildet, an der Fahrzeugunterseite ist die Bremsanlage komplett ausgebildet.


Bilder 48935

Als weitere VTG-Variante mit dem alten Firmenlogo erschien dieser Kesselwagen mit der Betriebsnummer 598 510P. Heimatbahnhof ist Hamburg-Rothenburgsort. Als letzte Untersuchungsangaben stehen im Revisionsraster die Angaben REV 403 6.9.57.


Bilder 48942

Als Vertreter der Deutschen Reichsbahn erschien dieser Kesselwagen mit der Aufschrift „MINOL“. Die Betriebsnummer lautet auf 51-72-23P, womit der Wagen zur Epoche III gehört. Der Privatwagen gehört dem VEB Kombinat MINOL, Kraft- und Schmierstoffe mit Sitz in Magdeburg. Als Heimatbahnhof ist Madgeburg-Rothensee angeschrieben. Die letzte Untersuchungsangaben weisen die Daten 2 REV NSW 18.1.60 aus.


Bilder 48943

Als dritter Wagen im Bunde wird der bei SIMOTRA eingestellte Kesselwagen der SNCF vorgestellt. Der Privatkesselwagen weist die Gattungsbezeichnung SCywf auf und hat die Betriebsnummer 588 992P. Die Revisionsangaben des komplett schwarz lackierten Wagens lauten auf REV 2UBS 28-8-55 auf.