Brawa 48433: Om 21 der DB

Die Fusionierung der unabhängigen, deutschen Länderbahnen zur Deutschen Reichsbahn Gesellschaft bedeutete für die neue Gesellschaft die unweigerlicher Übernahme von einer Vielzahl von unterschiedlichen Wagentypen. Als eine der ersten Maßnahmen der neuen Reichsbahngesellschaft war es, die Normierung sämtlicher Teile beim Rollmaterial, sei es bei den Triebfahrzeugen oder den Personen- und Güterwagen sowie auch bei anderen Teilen aller Art (z. B. Baugruppen) einzuführen. Während man bei den Lokomotiven ganz neue Baureihen konstruierte, setzte man bei den Wagen auf bewährte Konstruktionen und hat dieser einfach überarbeitet, in dem alle Teile gegeneinander einfach austauschbar waren.

Der erste offene Güterwagen nach diesen Grundsätzen war jener der Verbandsbauart nach nach dem Blatt A 10. Der neue Om wurde aus den Wagentypen Om Breslau/Essen weiterenwickelt und als Om Königsberg bezeichnet. Bei diesem Om beließ man die Hauptabmessungen wie bei allen Om-Wagen der Verbandsbauart, allerdings ergaben sich durch die Anwendung der neuen Normen kleine Änderungen:

  • Aufbau des Wagenkastens blieb zu den ab 1923 beschafften Wagen unverändert, jedoch wurden die schrägen Winkelprofile neben die Türen gesetzt.
  • Verwendung breiterer Achshalterbleche mit senkrechten Sicken
  • überarbeitetes Bremserhaus mit eckigem Geländer.

Die Deutsche Reichsbahn beschaffte von dem als Om Königsberg bezeichneten Güterwagentyp zwischen 1927 und 1933 insgesamt 15.279 Stück, von denen ein großer Teil zur Handbremse auch die Kunze-Knorr-Druckluftbremse erhielt. Sie erhielten die Betriebsnummern 101 – 19679. Weitere 4.700 Wagen wurden dann zwischen 1940 und 1942 von Waggonfabriken in Böhmen und Mähren, im Sudetenland und in Polen in genieterter Ausführung und ohne Bremsausrüstung beschafft.

Der Fuhrpark von knapp 20.000 Fahrzeugen verteilte sich dann auf mehrere Nachfolgebahnverwaltungen. Die meisten Wagen verblieben in Westdeutschland und kamen 1949 zur DB, die diese ab 1951 die neue Baureihenbezeichnung Om 21 vergab und von denen ein beachtlicher Teil im EUROP-Park war. Sie wurden allerdings durch neuere Omm-Typen verdrängt, 1969 sind die letzten Wagen bei der DB ausgeschieden. Die DB hat die Wagen in der Nummergruppe – gemeinsam mit Om 19 – 750 000 bis 756 999 geführt, nach dem UIC-Nummernschema waren sie als 500 2 810 bis 500 2 887 gelistet.

Ein beachtlicher Teil der Wagen ist bei der DR im Osten verblieben. Die DR hat ihre Wagen mit den Betriebnummern 41-01-01 bis 41-99-99 versehen und mit der Umstellung auf die Computernummer mit den Betriebsnummern 559 6 000 – 559 9 999 geführt. Die Bauart Om Königsberg gelange auch zu den Bahnverwaltungen CSD, NS und SNCF.


Modellvorstellung

Brawa hat die Bauart Om Königsberg ohne Bremserhaus vor mehr als zehn Jahren ins Sortiment aufgenommen und ergänzt damit die bisher gelieferten Modelle mit den Modellausführung samt Bremserhaus. Nach einer dreijährigen Pause wurden 2018 wieder drei verschiedene Modelle dieses offenen Güterwagens angekündigt und schon ausgeliefert. Neben einen weiteren Modell der DRG (48432) und der DR (48434, Epoche IV-Modell mit Computernummer) gelangt auch dieser Epoche III-Wagen unter der Artikelnummer 48433 zur Auslieferung. Das DB-Modell ist zum UVP von  € 32,50 in der robusten Brawa-Verpackung erhältlich. In der Plastikverpackung ist in den Einlagen ein Zurüstbeutel enthalten. Darin liegen Zurüstteile wie die Zughaken, Bremsschläuche und die Kupplungen.

Das vorliegende Modell kann durch seine hervorragende Detailierung mehr als brillieren, was sich natürlich im Preis des Modells niederschlägt. Der Modellbahner hält mit dem Wagen ein Fahrzeug in der Hand, das nicht nur äußerliche Gravuren enthält, sondern auch an der Wageninnenseite. Neben den Bretterfugen sind auch die Türwände von innen nachgebildet. Die Wagenboden und die Ladefläche ist aus Metall gefertigt, an der Unterseite ist die Nachbildung der Bremsanlage zu sehen. Beide Teile sind miteinander verschaubt. Der aus Kunststoff gefertigte Wagenaufbau wird über die Kupplungen am Fahrwerk arretiert. An den Stirnwänden sind schon werkseitig die Haltegriffe, Signalhalterungen und Trittstufen bzw. -bretter montiert.

Das vorliegende Modell hat die DB-Betriebsnummer 750 967 erhalten. Der Om 21 gehört dem EUROP-Wagenpark an und trägt auch das RIV-Abzeichen. Als Revisionsdatum ist im Raster die Angabe Unt. Dur 13.10.57 zu lesen. Sämtliche Anschriften sind tadellos aufgetragen und unter der Lupe trennscharf lesbar.


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