Trix 22937 / 22936 / 22458: DRG 58 1880 / DR 58 1287 / Württ. G12

Henschel hatte die Gattung G 12 der KPEV von seiner Konstruktion der G 12.1 für die Türkische Staatsbahnen (TCDD) abgeleitet. Das Königreich Preußen übernahm diese Konstruktion und beschaffte bis 1921 insgesamt 1.158 Lokomotiven. Mit der G 12 entstand eigentlich die erste deutsche Einheitslokomotive. Baden ließ 98 Maschinen bauen, Sachen 62 und Württemberg 43 Lokomotiven. Die meisten Lokomotiven der Gattung G 12 aller Bauarten wurden von der Reichsbahn übernommen. Einige wurden um 1930, andere bei der DR nach 1945 auf Kohlenstaubfeuerung umgebaut. Bei der DB sind die letzten G 12 um 1953 ausgemustert worden. Die DR unterhielt im Jahre 1968 noch ungefähr 300 Stück. Die meisten der ungefähr 50 Kohlenstaub-Lokomotiven wurden bereits um 1966 aus dem Betrieb genommen.


Modellvorstellung

Der Marktführer hat anläßlich des 100jährigen Jubiläums der preußischen G 12 die Neukonstruktion dieser leistungsfähigen Güterzuglokomotive angekündigt. Die Ankündigung erfolgte anläßlich der Neuheitenshow 2017 in Göppingen. Es gelangen bekanntermaßen zwei Ausführungen zur Auslieferung. Für die Zweileiter-Fraktion steht das Trix-Modell mit der Artikelnummer 22937 zur Verfügung. Die Einmalserie ist zum UVP von € 429,99 erhältlich. Das Dreileiter-Wechselstrom-Modell ist bei Märklin unter der Artikelnummer 37587 zum gleichen UVP erhältlich. Das Trix-Modell wird nach Werksangaben in Deutschland produziert.

Verpackung

Die Auslieferung erfolgt in der bekannten Verpackungsform von Märklin bzw. Trix. Nach dem Abzug des Kartonschubers wird die stabile Plastikverpackung zugänglich, in welchem das Modell mit nochmaligen Plastikschuber sicher für den Transport fixiert wurde. Der Neukonstruktion liegt ein Zurüstbeutel mit einzelnen Zurüstteilen bei. Es sind die Bremsschläuche sowie die Kolbenschutzrohre. Die Betriebsanleitung und die sonstigen Dokumente in der Kartonschachtel in einem seitlichen Schlitz eingeschoben und werden durch eine zusätzliche Kartonhülle umschlossen.

Technik

Die technischen Komponenten sind zweigeteilt im Modell untergebracht. Im Langkessel ist der geregelte Hochleistungsmotor untergebracht. Ein fünfpoliger Mittelmotor mit großer Schwungmasse treibt über einen Wellenstummel das Modell über ein Schnecken-/Zahnradgetriebe an. Dieses greift auf die vierte Kuppelachse, über die Kuppelstange werden die anderen Kuppelachsen mitgenommen. An der ersten und vierten Kuppelachse ist beidseitig ein Haftreifen aufgezogen. Das Lokgehäuse ist mittels vier Schrauben am Fahrwerk befestigt. Nach dem Lösen der Schrauben ist ein Abzug noch oben möglich.

Das Tendergehäuse bietet Platz für die Digitalschnittstelle und den Lautsprecher. Das Tendergehäuse ist am Fahrzeugrahmen aufgeklippst. Die Zugänglichkeit wird durch den entfernbaren Kohlenaufbau sowie dem Tenderkasten ermöglicht.

Die Neukonstruktion ist rückwärtig mit einer Kurzkupplungskulisse versehen. Eingesteckt ist eine stromführende Telex-Kupplung. Die vordere Kupplung ist eine kulissengeführte Kurzkupplung mit NEM-Schacht. Die Lok und der Tender sind über eine feste Kurzkupplung mit Kinematik gekuppelt.

Fahrverhalten

Das Vorbild der preuß. G 12 ist für eine Höchstgeschwindigkeit von 65 km/h beidseitig ausgelegt. Das Modell erreicht bei 12 V Gleichstrom eine Modellgeschwindigkeit von umgerechnet ca. 36 km/h. Diese ist gegenüber der Vorbildgeschwindigkeit um ca. 45 % zu langsam, gegenüber dem NEM-Wert mit der Draufgabe von 30 % um 75 % zu niedrig. Das Eigengewicht dieser Neukonstruktion beträgt 371 Gramm.

Optik

Die gehobenen Ansprüche der Modellbahner, aber auch die Konkurrenz des Marktführer führen dazu, daß die Göppinger bei ihren Neukonstruktionen wunderschöne Modelle fertigen können. Das Lokgehäuse ist mit einem Langkessel detailreich nachgebildet und besteht aus einer Vielzahl freistehender Leitungen, Ventile und sonstiger Teile. Die Gravuren an den Gehäuseteilen sind sauber umgesetzt, Nieten hauchdünn nachgebildet. Die Trittstufen verfügen über feine Riffelungen an den Oberflächen. Alle Gehäuseteile sind aus Metall gefertigt. Das Laufwerk bietet einen freien Durchblick und ist ebenso filigran nachgebildet. Die feinen Speichenräder stehen dem zarten Gestänge um nichts nach. Alle Achsen weisen ein unterschiedliches Seitenspiel auf. Die zweite und dritte Kuppelachse sind mehrfach gefedert, die anderen sind ansonsten starr. Die Kesselrückwand weist verschiedene Detaillierungen auf.

Der Tender gehört der Bauart 3T20 an. Das Modell ist mit Reichsbahn-Laternen ausgestattet. Das Tendergehäuse verfügt über zarte Nietenreihen. Die Wasserdeckel heben sich vom Oberteil ab. Auch dieses Fahrzeugteil verfügt über verschiedene, freistehende Teile. Das Tenderdrehgestell weist ebenso feine Gravuren auf, besonders augenfällig sind die Federpakete der Tenderachsen und auch hier die Ausgleichshebel und die Nietenreihen.

Farbgebung und Beschriftung

Die Farbgebung ist bei einer Dampflok bereits konstruktiv vorgegeben. Die Beschriftung ist lupenrein aufgetragen. Die Neukonstruktion wird als 58 1880 ausgeliefert. Das Epoche-II-Modell gehört dem Bw Würzburg bzw. der Rbd Nürnburg an. Das Revisionsdatum stammt vom 21.08.36. Die Anschriften sind sauber, trennscharf und mehrfarbig aufgetragen.

Beleuchtung

Die Modelle werden mit wartungsarmen, weißwarme LED beleuchtet. Es ist fahrtrichtungsabhängig sowie digital schaltbar.


Bilder


Modellvorstellung 22936 – DR 58.10-21

Als Einmalserie aus dem Neuheitenprogramm 2017 hat Trix diese Modellausführung der DR in der Epoche III angekündigt. Die formschöne Güterzug-Schlepptenderlokomotive der Deutschen Reichsbahn erhielt die Betriebsnummer 58 1287. Die Dampflok ist dabei in der Rbd Dresden bzw. beim Bw Dresden-Fr. stationiert. Als letztes Untersuchungsdatum ist der 18.01.1961 angeschrieben. Das filigran ausgeführte Modell ist zum UVP von € 429,99 im Fachhandel erhältlich. Für die Drei-Leiter-Wechselstromfraktion wird dieses Modell bei Märklin unter der Artikelnummer 37587 zum selben UVP angeboten. Das Modell ist mit einem mfx+-Digital-Decoder bestückt, der umfangreiche Sound- und Lichtfunktionen ermöglicht.


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Modellvorstellung 22458 – KWStE G12 1901

„175 Jahre Eisenbahn in Württemberg“ sind für den Marktführer aus Göppingen Anlaß genug, in alte Traditionen zu verfallen und dabei entsprechende Modelle anzukündigen. Die entsprechenden Modelle umfassen einerseits die vorgestellte G12 und andererseits ein dazu passendes Güterwagenset. Dieses ist unter der Märklin-Artikelnummer 45175 erhältlich, ebenso auch die Lok (Artikelnummer 37586). Der UVP für die Schlepptender-Güterzuglok beträgt € 470,–.

Das Modell ist in der Länderbahn-Farbgebung der Württembergischen Staatseisenbahn gehalten und entspricht dem Farbton Olivgrün. Das Fahrwerk der Lok und weitere Teile der Lok unterhalb des Rahmens sind rot lackiert, ebenso auch das Fahrwerk des dreiachsigen Tenders. Das Modell ist mit der Betriebsnummer 1901 beschriftet. Weitere Anschriften betreffen die Gattungsbezeichnung G12 und der Hinweis auf Württemberg am Führerhaus. Die Loknummer ist auf Höhe des Schornsteins an der seitlichen Kesselaußenwand platziert. Darunter ist das aufgedruckte Fabriksschild mit den Baudaten MF Esslingen 3865 aus dem Jahr 1919 zu lesen. Das Modell wird mit einem bereits werkseitig eingebauten Dampfgenerator ausgeliefert.