Piko 96371: PKP ET41

Die Polnischen Staatsbahnen (PKP) erhielten zwischen 1977 und 1980 von der Firma Cegielski in Poznan 200 Doppellokomotiven der neuen Baureihe ET 41. Die neue Baureihe entstand auf der Basis der Baureihe EU07. Zwei Lokomotiven wurden mittels einer Kurzkupplung verbunden, anstatt der Führerstände wurde ein Kastenübergang mit zusätzlichen Ballastgewichten für den schweren Güterverkehr geschaffen. Die Fahrmotoren stammten von der ET 22. Somit ergab sich eine installierte Dauerleistung von 4 MW bei einer Höchstgeschwindigkeit von 125 km/h. Die Baureihe ET 41 kam im ganzen Land zum Einsatz.


Modellvorstellung

Der Sonneberger Hersteller hat als Synergie zur bereits zuvor verwirklichten PKP EU07 auch die Doppellok ET 41 ins Auge gefaßt und somit den polnischen Markt um ein weiteres Modell bereichert. Die Doppellok ET 41 wurde in zwei Ausführungen für das Modellbahnjahr 2016 in Nürnberg angekündigt. Die ersten Auslieferungen sollten noch im 2. Quartal erfolgen, gekommen ist die Neukonstruktion dann zum Weihnachtsgeschäft. Zwei Ausführungen sind angekündigt, und zwar die blau-lackierte ET 41 in der Ausführung in der Version von PKP Cargo als Epoche VI-Modell, welches unter der Artikelnummer 96370 angekündigt wurde. Die zweite Ausführung verkörpert ein Epoche V-Modell in der dunkel- und hellgrünen Lackierung mit gelber Fahrzeugfront. Diese Ausführung wird unter der Artikelnummer 96371 zum UVP von € 259,99 ausgeliefert.

Verpackung

Piko liefert seine Doppellok in einer Karton-/Styroporverpackung an den Fachhandel aus. Das Modell liegt in einer starren Styroporverpackung und ist mittels Folien und einem Plastikdeckel umgeben. Für das Herausheben dienen große Löcher an der Unterseite der Styroporverpackung sowie etwas Muskelkraft. Aber Achtung, es sind Transportsicherungen vorhanden. Mitgeliefert wird eine Betriebsanleitung samt Ersatzteilblatt sowie weiteres Prospektmaterial liegt bei. Der beigelegte Zurüstbeutel beinhaltet Teile wie  Zughaken und die Bremsschläuche.

Technik

Die technischen Komponenten sind auf beide Fahrzeugteile aufgeteilt, die über eine elektrische, sechspolige Fahrzeugkupplung verbunden sind. Eine Fahrzeughälfte ist angetrieben (ET41-171-A), die andere Lokhälfte ist antriebslos, deren Räder sind als Laufachsen ausgeführt. Beide Fahrzeughälften verfügen jedoch über eigene Zentralplatinen, von denen im motorisierten Teil auch die digitale Schnittstelle zu finden ist. Wie man es von Piko mittlerweile schon gewohnt ist, kam eine PluX22-Schnittstelle zur Anwendung.

Die beiden Kunststoffgehäuse sind auf den Zinkgussrahmen aufgesetzt. Der Abzug nach oben ist durch Auseinanderspreitzen der Seitenwände problemlos möglich. Bei der Verwahrung bzw. Ablage der Gehäuseteile sollte man sorgsam umgehen, weil die vier Führerstandsauftritte leicht abbrechen können. Das Antriebskonzept ist auch hierbei bekannt. Ein Mittelmotor mit zwei großen Schwungmassen ist in der ersten Fahrzeughälfte untergebracht. Zwei Kardanwellen treiben dann über die Stirnrad-/Schneckengetriebe die vier Achsen beider Drehgestelle an. Die Achse 2 und 3 tragen jeweils einen Haftreifen.

Die verbaute Kurzkupplungskulisse gehört zum Standard, auch bei der elektrischen Lokkupplung. Das Modell ist für den Oberleitungsbetrieb geeignet. Die Umstellung erfolgt anhand einer zweifach belegten Steckverbindung auf der Platine.

Fahrverhalten

Die Lok hat ein Eigengewicht von 664 Gramm. Sie fällt durch hervorragende sowie ruhige Laufeigenschaften auf. Die Höchstgeschwindigkeit beim Vorbild beträgt 125 km/h. Messungen bei 12 V Gleichstrom ergaben umgerechnete Werte der Vorbildgeschwindigkeit von ca. 163 km/h. Die berechnete Modellgeschwindigkeit ist gegenüber der Vorbildgeschwindigkeit um ca. 30 % zu schnell, gegenüber dem NEM-Wert (+ 30 %) ist die Modellgeschwindigkeit gerade richtig eingestellt.

Optik

Piko hatte bei seiner PKP EU07 schon ein phänomenales Modell geschaffen. Da die Doppellok ET 41 auf dieser Basis aufbaut, gilt diese seinerzeitige Feststellung auch auf für das nunmehr vorliegende Schwergewicht.

Piko ist mit der PKP ET41 ein guter Wurf gelungen. Das Modell überzeugt beim Betrachten durch viele Details, und zwar von oben nach unten oder umgekehrt. Die Dachpartie ist detaillreich umgesetzt und zeichnet sich durch zwei filigran ausgeführte Stromabnehmer aus. Die Dachluken sind mit etlichen Schraubenverbindungen versehen, die aufgesetzten Dachkonsolen sind feinst graviert und werden nur noch vom Riffelblech der Dachstege übertroffen. Die Dachleitung ist zwar nicht ganz vollständig nachgebildet – es fehlen die Anbindungen zu den Stromabnehmern -, kommt dennoch gut zur Geltung.

Das Fahrzeuggehäuse kann ebenfalls überzeugen. Die Fenstereinsätze sind in die Aussparungen paßgenau eingesetzt und durch dezent imitierte Gummifassungen abgegrenzt. Die seitlichen Lüftergitter sind im Fahrzeugkasten äußerst dezent graviert und verleihen der Neukonstruktion ein gutes Aussehen. Das Gehäuse ist mit einigen Anbauteilen am Gehäuse versehen. Diese sind bereits ab Werk schon eingesetzt.

Als letztes Highlight gelten die dreidimensional durchkonstruierten Drehgestellblenden. Sämtliche Aufhängungen, Federpakete udgl. weisen einen hohen Detailierungsgrad auf und attestieren dem Hersteller eine Liebe zum Detail. Gleiches gilt auch für die Kastenaufhängungen zwischen den Drehgestellen.

Farbgebung und Beschriftung

Das Gehäuse ist sauber lackiert. Ausfransungen sind keine zu erkennen. Die teils mehrfarbigen Beschriftungen sind allesamt sauber aufgetragen und gut lesbar. Die Beschilderung der Lok erfolgte mittels eigener Tafeln/Schilder, die die Eigentumskennung „PKP“ und die Loknummern „ET41-171-A“ und „ET41-171-B“ aufweisen. Als Heimat-Depot ist Zdunska Wola Karsznice sowie das Revisionsdatum 14.10.1997 angeschrieben.

Beleuchtung

Die Neukonstruktion wird mittels warmweißer und roter LED illuminiert.


Bilder


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