ÖBB „Blauer Blitz“ 5045.09/6545.09 – Piko 52069

Bei den Triebwagen der Reihen 5045/5145 handelt es sich um den ersten Nachkriegstriebwagen der ÖBB. Ursprünglich war die  Beschaffung eines Doppelstock-Triebwagens VT 45 vorgesehen, doch scheiterte dieses Projekt an den zu hohen Achslasten. Geplant wurde daraufhin der Triebzug VT 5045 + VS 6545, von dem zwölf Einheiten zwischen 1952 und 1954 beschafft wurden. Ein politischer Auftrag, der in Literatur als geplatzter Jugoslawien-Auftrag Erwähnung fand, erhöhte die Stückzahl (5145.01 – 04, spätere 5145.13–16). Der hochreichende Kühlerturm („Gehirntumor“) bei den VT 5045 wurde durch Profilberichtigung nachträglich an jene der VT 5145 angepasst. Die Triebwagen erhielten die neuen Betriebsnummern 5145.01–12. Für die internationalen Verkehre nach Berlin, Venedig, Triest, Budapest und München wurden die Triebwagen mit Mittelwagen (Sitz- und Halbspeisewagen) versehen. In den siebziger Jahren wurden die Fahrzeuge dem Regionalverkehr Ostösterreichs zugeführt, wo sie bis zum Ausscheiden Verwendung fanden. Der Club „Blauer Blitz“ übernahm die Betreuung der Triebköpfe und der zahlreichen Mittelwagen sowie den Buffetwagen 7845.02.


Modellvorstellung

Das erste ÖBB-Triebwagenmodell des „Blauen Blitzes“ geht auf das Jahr 1997 zurück, als ein Modell des Triebwagens der Reihe 5045 produziert wurde. Es folgte dann die dreiteilige Version als Sonderserie, wie das Fahrzeug im grenzüberschreitenden TS-Einsatz zu sehen war. Nachdem bereits verschiedene Ausführungen gefertigt wurden, folgte nun eine Ausführung des VT 5047/VS 6545 im Ablieferungszustand im Zeitraum des Drei-Klassen-Schemas (also bis 1956). Die Einheit gelangt unter der Artikelnummer 52069 für die Gleichstromvariante zum UVP von € 489,99 bzw. 52269 für die Wechselstrombahner zum UVP von € 529,99.

Verpackung

Piko liefert den zweiteiligen Triebwagen in einer etwas überdimensionierten Verpackung aus. Im Überkarton ist der Styroporteil eingeschoben, in welcher sich die Betriebsanleitung, die Ersatzteilliste und eine Garantieurkunde. Ein Zurüstbeutel liegt dem Modell ebenso bei und enthält verschiedene Anbauteile für die Gehäuseteile. Dazu zählen verschiedene Trittstufen, Griffstangen bei den Türen, Bremsschläuche sowie Kupplungsteile. Beide Fahrzeuge sind in der Styroporverpackung gut verankert eingelegt und sind somit vor Stößen und Beschädigungen gesichert.

Technik

Die Antriebskomponenten sind im Triebwagenteil untergebracht. Dieser ist gegenüber dem antriebslosen Steuerwagen auch schwerer. Der Motor mit Schwungmasse und Stirnradgetriebe ist oberhalb am Antriebsgestell aufgesetzt, der beide Räder antriebt. Diese verfügen über Räder mit  diagonal versetzte Haftreifen. Der Zugang zur Antriebseinheit erfolgt über das abnehmbare Dach, welches seitlich nach vorne zu schieben ist und dann nach oben abgezogen werden kann. In der Mitte des Drehgestelles befindet sich auf eine Schraube, an welcher die Antriebseinheit befestigt ist. Erst nach dem Lösen läßt sich die Antriebseinheit nach unten herausnehmen, was ggf. für den Haftreifentausch notwendig ist.

Piko liefert die Fahrzeuge getrennt aus. Ein Solobetrieb ist nicht möglich. Zum Betrieb ist daher das Zusammenstecken der Kurzkupplungssteckteiles sowie das Einrasten des Faltenbalges in die Kulissenführung notwendig. Der Kabelbaum ist im Steuerwagen fixiert und muß am anderen Ende in die achtpolige Steckleiste des Triebwagens eingesteckt werden. Das Fahrzeug ist für den Analogbetrieb ausgelegt und kann mittels der verfügbaren Schnittstelle NEM 652 auch unter digitalen Bedingungen eingesetzt werden. Das Fahrzeug wird serienmäßig mit einem Brückenstecker ausgeliefert, die Innenbeleuchtung ist ebenfalls auf Analogbetrieb ausgelegt. Im Digitalbetrieb ist das Umstecken einer Steckverbindung auf der Hauptplatine des Triebwagens notwendig.

Beide Fahrzeuge verfügen nur bei den Wagenübergängen über eine Kurzkupplungskulisse. An den Frontenden sind eigene Steckverbindungen vorgesehen, eine Kurzkupplungskulisse fehlt.

Fahrverhalten

Beide Fahrzeugteile sind unterschiedlich schwer. Der Triebwagen erreicht ein Eigengewicht von 323 Gramm, der Steuerwagen bringt 172 Gramm auf die Waage. Das Vorbild hat eine Höchstgeschwindigkeit von 115 km/h. Messungen bei 12 V Gleichstrom lassen das Modell umgerechnet mit ca. 104 km/h dahingleiten. Die berechnete Modellgeschwindigkeit ist in beiden Fällen zu niedrig, und zwar bei der Vorbildgeschwindigkeit um ca. 10 % und nach dem dem NEM-Wert um ca. 40 %.

Optik

Das Fahrzeug überzeugt durch einen äußert positiven Gesamteindruck, welcher durch die feine Ausführung und Gravur des Daches, des erhabenen Wappens mit dem Adler und durch das erhabene ÖBB-Flügelrad entsteht. Dem ausgelieferten Modell fehlen allerdings verschiedene Anbauteile, die eigens anzusetzen sind und im Zurüstbeutel zu finden sind.

Bedruckung und Lackierung

Das Modell ist lackierungsmäßig im Ablieferungszustand der frühen 1950er Jahre gehalten. Die Grundfarbtöne sind Blau, elfenbein und hellgrau. Am Fahrzeug sind keine Farbverläufe erkennbar. Das Triebwagenmodell ist mit der Nummer C4VT 5045.09 und Wien Süd als Heimatbahnhof beschriftet und trägt auch ein Fabriksschild von SGP. Der Steuerwagen wurde als C4VS 6545.09 bezeichnet. Das Revisionsdatum Sm 05.1954.

Beleuchtung

Die aktuelle Farbvariante verfügt bereits über eine LED-Beleuchtung, die Fahrtrichtungsabhängig leuchtet. Die Innenbeleuchtung ist serienmäßig berücksichtigt.


Bilder


Bilder C4VT


Bilder C4VS