Piko 51646 – DB Cargo BR 150 (vr)

Die Deutsche Bundesbahn beschloss kurz nach ihrer Gründung in den 1950er Jahren, mehrere, nach einheitlichen Konstruktionsprinzipien erstellte Fahrzeugtypen für unterschiedliche Einsatzspektren zu beschaffen. Für den schweren Güterverkehr wurde ab 1957 eine sechsachsige Type beschafft, von denen bis 1973 insgesamt 194 Lokomotiven bei den Herstellern Henschel, Krauss-Maffei und Krupp (mechanischer Teil) und AEG, BBC und SSW/Siemens (elektrischer Teil) gebaut und in Dienst gestellt wurden. Der Bau der BR 150 erfolgte in mehreren Baulosen, sodass einzelne Liefertranchen ein unterschiedliches Erscheinungsbild aufweisen können. Derartige Unterschiede betreffen u. a. die Lampenfassungen an der Front, die Verwendung unterschiedlicher Lüftergitter am Lokkasten, die Verwendung von Verschleißpufferbohlen oder auch die Dachpartie mit unterschiedlich ausgeführten Dachaufbauten.

Die Lokomotiven waren bis zur Beschaffung der nochmals stärkeren, ebenfalls sechsachsigen Baureihe 151 unangefochten im Betriebsdienst zu sehen. 2003 schied die letzte Lokomotive aus dem Bestand der DB AG aus. Die 19,49 m langen Triebfahrzeuge erreichten ein Dienstgewicht von 126,0 bzw. 128,0 t und erbrachten eine Dauerleistung von 4.410 kW bei 80 km/h. Die Höchstgeschwindigkeit war mit 100 km/h bemessen.


Modellvorstellung

Nachdem im abgelaufenden Modellbahnjahr gleich drei verschiedene Ausführungen der sechsachsigen Güterzuglokomotive der Baureihe 150 die Modellbahner erfreute, sind für das Jahr 2016 weitere Modellvarianten angekündigt. Als erstes Modell des Neuheitenprogramms 2016 ist die Auslieferung der verkehrsroten 150 von DB Cargo zu nennen. Die Gleichstrom-Ausführung wird unter der Artikelnummer 51646 produziert, die Wechselstromausführung als 51647. Der UVP beträgt € 164,99 bzw. € 184,99.

Verpackung

Die Auslieferung der Formneuheit 2015 erfolgt in der bekannten Kartonverpackung. Das Modell ist in einer fixen, paßgenauen Plastikform ummantelt. Nach dem seitlichen Entriegeln ist das Modell aus der klappbaren Plastikform entnehmbar. Dem Modell liegen neben dem eingeklebten Zurüstbeutel, der nur Bremsschläuche beinhaltet, eine Betriebsanleitung und das Ersatzteilblatt bei.

Technik

Die verkehrsrote 150 schließt konstruktiv an vorige Modelle an. Das Lokgehäuse lässt sich vom Metallrahmen sehr einfach durch leichtes Auseinanderspreitzen der Seitenwände nach oben abziehen. Damit wird das Innenleben des Modells sichtbar. Die Platine erstreckt sich über die gesamte Maschinenraumlänge und ist in der Motorhalterung eingelegt, die zugleich die Funktion der im Relief dargestellten Nachbildungen der durch die Maschinenraumfenster sichtbaren Anlagenteile imitiert.

Die Neukonstruktion verfügt über einen Mittelmotor, wobei unklar ist, ob es sich um eine drei- oder fünfpolige Ausführung handelt. Der Mittelmotor ist mit zwei großen Schwungmassen bestückt und treibt das Modell mittels Kardanwellen und Getriebe auf vier Achsen an. Die jeweiligen Mittelachsen im Drehgestell sind als reine Laufachsen ausgeführt! Eine derartige Getriebekonstruktion gilt heutzutage als nicht mehr zeitgemäß und ist als konstruktiver Schwachpunkt bzw. Mangel zu betrachten. Zwei Achsen sind mit je einem, diagonal versetzten Haftreifen bestückt. Vier Achsen besorgen die Stromabnahme. Es sind dies die jeweils äußersten Achsen eines Drehgestelles. Eine Stromabnahme mittels der sehr filigranen Stromabnehmer ist nicht vorgesehen.

Für eine Neukonstruktion wie diese spielt die Vorbereitung auf künftige Digitalversionen eine Rolle. Piko hat die Platine mit einer 22poligen Schnittstelle nach NEM 658 (PluX22) ausgerüstet. Die Lok wird werkseitig mit einem ESU-LokSound ausgeliefert.

Fahrverhalten

Der Sechsachser macht beim Fahrverhalten eine mehr als solide Figur und überrascht durch eine angenehme Modellbahngeschwindigkeit, ohne noch entsprechende Werte erhoben zu haben. Die Neukonstruktion bringt lediglich 444 g auf die Waage. Das Modell zeichnet sich durch leise Fahrgeräusche aus und ist im Modellbahnbetrieb äußerst zugkräftig. Das Vorbild hat eine Höchstgeschwindigkeit von 100 km/h. Messungen bei 12 V Gleichstrom ergaben umgerechnete Werte von ca. 95 km/h. Die berechnete Modellgeschwindigkeit ist gegenüber der Vorbildgeschwindigkeit um ca. 6 % zu niedrig, gegenüber dem NEM-Wert – unter Berücksichtigung der Erhöhung um 30 % – ist die Modellgeschwindigkeit um ca. 36 % zu niedrig.

Optik – Besonderheiten der 150 065-1

Über das optische Aussehen zur Piko 150 wurde schon einiges hier geschrieben, sodaß nur mehr auf die Besonderheiten des Modelles eingegangen wird.

Beim Abgleich des Modells mit Vorbildaufnahmen fällt sofort auf, daß die Fenster im Maschinenraum nicht in abgerundeten Fensterfassungen gelagert ist, sondern in einem wie die Lüftergitter nach außenstehenden Metallrahmen gefaßt sind. Diese Fensterfassungen hatte die Lok – wie auf Bildern des Jahres 1999 zu sehen sind – schon vor dem angegebenen Revisionsdatum der Lok. Die Lokpfeife als solches entspricht ebenfalls nicht dem Vorbild und scheint in ihrer Nachbildung „geköpft“ zu sein.

Farbgebung und Beschriftung

Das Modell ist tadelos lackiert. Es sind keine Farbverläufe zu erkennen. Die Bedruckung ist lupenrein und vollständig aufgebracht.
Die Lok ist beim Bh Mannheim stationiert. Das Revisionsdatum der 150 065-1 stammt vom 02.11.00.

Beleuchtung

Die Neukonstruktion ist mit LED-Leuchtkörpern ausgestattet. Diese leuchten fahrtrichtungsabhängig dreimal in weiß bzw. zweimal in rot.


Verwandte Modelle

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Bilder