Vierachsiger Schüttgutwagen von CS-TRAIN

Die Entwicklung der Schotterwagen ist ebenso alt wie das System Eisenbahn. Denn Schotter ist für den Bau von Schienenwegen unerläßlich und dient dabei als ideales Material, das Glasbett der Topografie anzupassen. Für ein Gleisbett werden in der Regel große Mengen dieses kornförmigen Steinmaterial benötigt. Um die Beladung, den Transport sowie auch die Entladung möglichst einfach abzuwickeln, wurden schon frühzeitig entsprechende Fahrzeuge entwickelt, wobei die wesentlichen Bauformen erst in der Epoche II in Erscheinung tragen. Es sind dies die bekannten Talbot-Schotterwagen. Sie tauchten in gedrungener Bauform auf, sind zweiachsig, sehr kurz und verfügen nur über einen großen Fahrzeugtrichter, über den das Material via Rutschen in dosierter Form entladen werden konnte. Durch die unterschiedliche Einstellung der Rutschen konnte das Gleisbett noch zusätzlich optimal „beschottert“ werden, ohne danach mühsam von Arbeitskolonnen Hand anlegen zu müssen. Gegen Ende der Zwischenkriegszeit zeichnete sich auch hier der Trend zum geschweißten Drehgestell-Schotterwagen ab. Diese Bauart war mind. drei Mal länger als die kurzen Talbot-Zweiachser, außerdem hatte sich das Volumen des Bunkers erheblich vergrößert. Dies erleichterte einerseits die Ausbringung und andererseits rationalisierte es zudem die Bauarbeiten in jeglicher Form.

Die Bahngesellschaften haben in der Folge sehr unterschiedliche Fahrzeugtypen konstruiert und in Betrieb genommen, wobei nicht überall ein einheitliches Bild nachvollziehbar ist. Jedenfalls waren die Fahrzeuge aber in der Zugehörigkeit des Hauptgattungskennzeichens den Offenen Wagen in Sonderbauart zugewiesen.

Im gegenständlichen Fall des Modells von CS-Train handelt es sich beim Vorbild um einen vierachsigen offenen Kippwagen der Sonderbauart mit der Typenbezeichnung Faccs (Nationalbezeichnung Sas), bestimmt für die Beförderung von lose verladenen Schüttgut und anderen Substraten, die keinen geschlossenen Raum für den Transport verlangen, wie z.B. Schotter, Sand, Erdreich usw. Das Ausladen des Substrats erfolgt selbsttätig durch die Gravitation der Güter. Die Wagen werden oft nicht nur zur Beförderung von lose verladenen Gütern in Ganzzügen verwendet, sondern auch als Bahndienstwagen für Erhaltungszwecke und den Ausbau von Eisenbahnstrecken. Die Höchstgeschwindigkeit des Wagens beträgt 100 km/h im beladenen Zustand bzw. 120 km/h im leeren Zustand.

Einige Produktionsserien wurden in der Waggonfabrik Poprad gefertigt und bei der CSD in Dienst gestellt, zunächst in den Jahren 1967 bis 1970 und anschließend in den Jahren 1977 bis 1987, nachdem einzelne Teilinnovationen verwirklicht wurden. Der Hersteller hat im Laufe der Zeit einige Tausend Wagen erzeugt und einen Teil der Produktion sogar exportiert. Die Produktion der modernisierten Ausführung erfolgte bei der Waggonfabrik Studenka in den Jahren 1989 bis 1994. Studenka lieferte zwischen 1991 und 1993 insgesamt 100 derartige Schüttgutwagen auch an die Österreichischen Bundesbahnen aus, die diese mit den Betriebsnummern 80 81 972 0 700 bis 799 in Dienst stellte.

Das Wagengestell ist aus Walz- und Formstahlprofilen, der Kasten aus Walz- und Pressprofilen und -blechen geschweißt. Die Abmessung der einzigen Füllöffnung auf dem Wagenoberteil beträgt 8.400 x 1.600 mm. Die vier Entleerungsöffnungen haben eine Breite von 1.600 mm und liegen 380 mm über der Schienenoberkante. Die Entleerung des Schuttgutes ist entweder in die Geleise, in den Unterflurbunker oder auf das Transportband mÖglich.

Die Verkippungsanlage besteht aus dem Klappenbetätigungsmechanismus, den Segmentdrehlappen, Klappen zur Flussgleichrichtung des entladenen Substrats und aus den Schüttrichtern. Ein manuell zu betätigender Hebel auf der Wagenplattform ermöglicht mittels der der Zugstangen und der Wellen die gleichzeitige Betätigung der beiden Wagenklappen. Pro Wagenseite ist je ein solcher Hebel angebracht.

Die Entleerung des Wagens in das Gleis kann von beiden Seiten oder nur von einer Seite des Wagens, außerhalb des Gleises von beiden Seiten oder nur von einer Seite, bzw. von einer Seite des Wagens außerhalb des Gleises und zugleich von der anderen Seite zwischen den Geleisen durchgeführt werden. Die Entleerung ist auch während der langsamen Fahrt des Wagens möglich und kann regulierbar unterbrochen werden.

Technische Grunddaten: Länge des Wagens über Puffer 12.740 mm, Höchstwagenbreite 3.100 mm, Höchstwagenhöhe 4.000 mm, Drehgestellachsstand 2.000 mm, Abstand der Mitnehmerdrehzapfen 7.500 mm, Laderaum 38 m³, Ladegewicht 47 t.


Modellvorstellung

Der tschechische Hersteller CS-TRAIN kündigte als Neuheit 2011 die Produktion der vierachsigen Schüttgutwagen mit der Gattungsbezeichnung Faccs (bzw. der Nationalbezeichnung Sas) an und lieferte im Sommer 2013 diese Neukonstruktion an den Fachhandel aus. Die Modelle wurden zunächst in den Epochen IV als CSD-Wagen bzw. in der Epoche V mit CD-Beschriftung angeboten. Der Hersteller bietet diese Wagen sowohl als Einzelwagen wie auch als Dreierset an, wobei alle Fahrzeuge unterschiedliche Betriebsnummern aufweisen und somit problemlos zu einem Ganzzug zusammengestellt werden können. Apropos Ganzzug: Dieser Wagentyp wurde jahrelang im Ganzzugverkehr nach Österreich eingesetzt und war auf der Nord- und Westbahn zu sehen und kommt wie oben schon erwähnt, auch in Österreich als Bahndienstwagen für den Transport von Bahnschotter zum Einsatz.

Das Güterwagenmodell wird als Zweileiter-Gleichstrommodell ausgeliefert. Die Konstruktion ist mit einem Metallrahmen versehen. Der Wagen verfügt über eine Kurzkupplungskinematik nach NEM 351 und 352 und kann somit mit allen gängigen Kupplungssystemen versehen werden.

Die Nachbildung orientiert sich am Original und wird bei genauerer Betrachtung des vorbildgetreu durchbrochenem Rahmens sichtbar. Das Modell wiegt ca. 60 Gramm, wobei der Schwerpunkt am Metallrahmen ausgerichtet sowie auf die Drehscheiben der beiden Drehgestelle. Dies verleiht dem Modell optimale Fahreigenschaften. Ebenso vorbildgerecht wiedergeben sind die Stirnseiten, die Drehgestelle und auch die Längsseiten des Fahrzeuges. Die Beschriftung und Bedruckung ist sauber und lupenrein aufgebracht bzw. lesbar

Das Modell wird in einer Kartonschachtel ausgeliefert. Es wird durch einen Kartoneinsatz in der Schachtel gehalten und durch Ausnahmen in der Faltschachtel sicher vor Verrutschungen geschützt bzw. fixiert.

Für die Modelle wurden eigene Wageneinsätze hergestellt, die CS-TRAIN gemeinsam mit der tschechischen Firma Gabriel entwickelt hat. Als Beladungsmöglichkeiten sind typsiche Sand- oder Kiesladungen möglich. Die flachen Einlegebeladungen wiegen max. 10 Gramm und können problemlos in die obere Wagenöffnung eingeführt werden.
Neuheiten 2015:

Der große Verkaufserfolg dieser Wagen bedeutet für CS-TRAIN, daß weitere Auflagen folgen werden, diesmal werden mehrere Versionen in der Exportausführung aufgelegt. Als Vorbilder dienen die Bauarten 9-409.0 der MAV, die ab 1980 ausgeliefert wurden, die Bauart 9-411.0 für die ÖBB, die in den Jahren 1991 bis 1993 geliefert wurden und die Bauart 9-409.1 der DR. Letztgenannte Bauart kam allerdings nur in einer geplanten Baudienstversion zur Auslieferung.

Folgende Modellvarianten sind geplant:

Art-Nr. 62510 – CSD Faccs, braun mit schwarzem Rahmen, Epoche IV-Modell sowie drei Dreiersets mit den Artikelnummern: 97510 bis 97512.

Art-Nr. 62515 – CZ-CDC Faccs, braun, Epoche VI-Modell sowie drei Dreiersets mit den Artikelnummern: 97515 bis 97517.

Art-Nr. 62525 – CZ-CDC Faccs, braun, Epoche VI-Modell sowie drei Dreiersets mit den Artikelnummern: 97525 bis 975127

Art-Nr. 62555 – ZSR Faccs der Express-Interfracht-GmbH, braun, Epoche V-Modell sowie ein Dreierset mit der Artikelnummer: 97555

Art-Nr. 62570 – ÖBB Faccs, braun, Epoche IV-Modell sowie ein Dreierset mit der Artikelnummer: 97570.

Art-Nr. 62575 – MAV Faccs, rot, Epoche IV-Modell sowie ein Dreierset mit der Artikelnummer: 97575.

Art-Nr. 62580 – DR Fac, braun, Epoche IV-Modell sowie ein Dreierset mit der Artikelnummer: 97580.

Die Einzelwagen sollen im ersten Halbjahr ausgeliefert werden und werden einen UVP von € 49,90 haben. Die Sets gelangen zum Setpreis von € 135,– UVP dann in der zweiten Jahreshälfte zur Auslieferung.


Modellvorstellung 62570 – ÖBB-Wagen

CS-Train lieferte vor ca. drei Jahren die ersten Modelle des vierachsigen Schüttgutwagen der Bauart Faccs der CSD und der CD aus und kündigte bereits als Neuheit 2015 entsprechende ÖBB-Wagen an. Die Ausführung der ÖBB-Wagen gelangte einige Monate später endlich zur Auslieferung, wobei CS-Train einen Einzelwagen sowie ein Dreierset angekündigt hatte.

Der Einzelwagen ist mit der Betriebsnummern 80 81 972 0 518-6 beschriftet und ist vollflächig in einem hellen Braunton nach RAL 8012 lackiert, welcher nach Herstellerangaben bei der Ablieferung des Vorbildes verwendet wurde und heute gegenüber dem später verwendeten Mahaghonibraun als zu hell wirkt. Der Schotterwagen ist vollständig aus Kunststoff gefertigt und weiß durch seine vorbildgerechte Detailierung und robuste Ausführung zu überzeugen. Bezüglich Detaillierungen sind die eigens angesetzten Zurhaken und Zettelhalter sowie die geänderten Außenklappen zu nennen, aber auch die farblich abgesetzten Bremstafeln. Die Geländer der Wagenplattformen wirken dagegen plump, sind dafür robust und elastisch zugleich modelliert. Bei den Drehgestellen findet die CSD-Bauart 26-2.8 Verwendung. Tadellos ausgeführt sind die Anschriften des Wagen, der über kein Revisionsdatum verfügt, jedoch am Nordbahnhof beheimatet ist. Am Einzelwagen ist der bekannte ÖBB-Pflatsch aufgedruckt. Der Wagen ist in dieser Ausführung der späten Epoche IV bzw. frühen Epoche V zuzurechnen. Mit Erscheinen dieses Heftes sollte das Dreierset im Fachhandel verfügbar sein. Diese Wagen sind ohne den „Pflatsch“ bedruckt und werden die Betriebsnummern 80 81 972 0 532-7, 533-5 und 537-6 tragen.

CS-Train hat mit der Auslieferung des Einzelwagens weitere Varianten angekündigt, die das heutige Erscheinungsbild der Wagen mit Y25-Drehgestelle und Farbgebung nach RAL 8016 (Mahaghonibraun) abbilden. Hierzu sind Herstellerseitig noch verschiedene Änderungen bei den verwendeten Werkzeugen notwendig.

Die Vorbildwagen wurden in großer Stückzahl von der CSD sowie anderer Bahnverwaltungen in Betrieb genommen. Die ÖBB kauften fünfzig solcher Schotterwagen 1981 als Bahndienstfahrzeuge mit den Fahrzeugnummern 920 500 bis 920 549. 1986 erfolgte die Umzeichnung nach dem UIC-Nummernschema mit den immer noch gültigen Wagennummern 80 81 972 0 500-4 bis 549-1. Die Wagen wurden in Poprad in modifizierter Ausführung gegenüber den CSD-Wagen unter der Typennummer 9-411.0 produziert.