NS Hbis 193: Exact-train 20808 / 20801 / 20804 / 20807
Die Schiebewandwagen der Bauart Hbis 1930 wurden in den 1970er Jahren von der Firma Talbot gebaut und an die NS geliefert. Das besondere dieser Wagenbauart stellen die vierteiligen Seitenwände dar.
Modellvorstellung
Das Gebrüderpaar Keppel aus den Niederlanden sind stets darauf bedacht, neue und interessante Vorbilder im Modell umzusetzen und dabei für die Modellbahner Fahrzeuge zu konstruieren, die auf einem hohem, technischen Niveau sind.
Im Vorfeld der Modellumsetzung für den Hbis 193 der NS wurden verschiedene Güterwagenmodelle der Gedeckten Güterwagen der Gattung Gbs von der Deutschen Bundesbahn (DB) und der Schweizerischen Bundesbahnen (SBB) realisiert. Bei der aktuellen Neuheit eines zweiachsigen Güterwagens handelt es sich umd ie Ausführung des zweiachsigen Schiebewandwagen Hbis 1930 der Niederländischen Staatsbahnen, den es sowohl in dunkelbrauner als auch in dunkelblauer Lackierung gibt.
Das Modell wird in gewohnter Weise in einer sehr robusten Verpackung ausgeliefert und ist in der starren Ausnehmung in eine dünne Folie gewickelt. Das Modell ist aus Kunststoff gefertigt. Das Gehäuse sitzt auf einem Metallchassis, womit sich das Eigengewicht des Güterwagens erhöht. Es trägt auch zur besseren Laufgüte des Modells bei. Die Neukonstruktion erhielt natürlich eine voll funktionstüchtige Kurzkupplungskulisse im Fahrzeugboden integriert sowie angesetzte Federpuffer. Die Bremsanlage ist vollständig nachgebildet. Das Wagengehäuse ist detailreich gestaltet und kann mit verschiedenen filigranen Gravuren aufwarten. Die Schiebewandelemente sind sieben Sicken pro Element ausgeführt. Die aufwendige Nachbildung des Modells weiß insgesamt zu überzeugen, zumal das Modell auch über extra angesetzte Teile wie die Griffstangen aus Metall oder die Verschiebertritte als Ätzteile verfügt.
Das Dach ist ebenfalls mit Sicken versehen, als Augenweide gelten die extra aufgesetzten Handräder, aber auch die geätzten Verschiebertrittstufen. Die Modelle sind trotz der vielen Unebenheiten sauber bedruckt. Alle Anschriften sind trennscharf angebracht und beim Betrachten mit einer Lupe gut lesbar.
Der Hersteller hat Modelle in beiden Grundfarben aufgelegt und diese im Erscheinungsbild der Epochen IV und V (dunkelbraune Lackierung) bzw. Epochen V und VI (dunkelblaue Lackierung) aufgelegt. Der Einzelwagen ist zum UVP von € 52,70 erhältlich.
Bilder Ex 20808
Stellvertretend für die lieferbare Wagenserie steht das Modell mit der Artikelnummer Ex 20808 zur Verfügung. Der Wagen paßt in das Erscheinungsbild der Epoche V und ist mit der Betriebsnummer 01 84 225 3 071-9 und der Gattungsbezeichnung Hbis 193 beschriftet. Im Revisionsraster stehen die Angaben 6 REV AMF 13.12.88 +3M.
Modellvorstellung – Exact-Train EX20801
Diese Modellausführung fällt in die frühe Epoche IV. Das Modell ist braun lackiert und verfügt über grün Strichtupfen auf den Sicken der vier Seitenwände. Es gehört der Bauartbezeichnung Hbiss an und wurde mit der Wagennummer 21 84 216 8 016-4 bedruckt. Auf den Seitenwänden sind mehrsprachige Bedienungsanweisungen für die korrekte Handhabung der vier Seitentüren angeschrieben. Am rechten Ende des Langträgers ist das Revisionsraster situiert, darin finden sich die Angaben 0 REV AMF 23.10.73 +3M; darüber die Anschrift „GES. AMF. 10.1973“. Der Hersteller hat das Modell also im Ablieferungszustand dargestellt. Der UVP beträgt € 55,95.
Modellvorstellung – Exact-Train EX20804
Dieses Güterwagenmodell weist optisch keinerlei Unterschiede zum vorigen auf, allerdings fällt es beschriftungsmäßig schon in die Epoche IVb und durchlief die UIC-Reform mit den Gattungsbezeichnungen. Das Modell ist mit der Gattungsbezeichnung Hbis 193 (nicht Hbiss 193) bedruckt und hat die Wagennummer 01 84 225 3 183-2 erhalten. Unter dem Raster für die Lastgrenzen steht das Wort Bellinzona, das als Zielort vorgesehen ist. Im Revisionsraster stehen folgende Angaben: GES. AMF. 4.1981; 3 REV AMF 22. 4.81 +3M. Auch dieses Modell ist aktuell zum UVP von € 55,95 erhältlich.
Modellvorstellung – Exact-Train EX20807
Das zweite hier vorgestellte Epoche IVb-Modell weist im Gegensatz zu den anderen Güterwagen eine weiße, in Tupfen ausgeführte Linie auf. Auch dieses Güterwagen trägt die Gattungsbezeichnung Hbis 193, die Wagennummer lautet auf 01 84 225 3 093-3. Als Zielort ist Hamburg-Altona angeschrieben. Im Revisionsraster stehen die Angaben: „GES. AMF. 4.1981; 3 REV AMF 22.4.81 +3M“. Das Modell ist zum UVP von € 55,95 erwerbbar.
Die Firmengeschichte der Firma Exact-Train
Die Firma Exact-Train ist ein niederländisches Unternehmen, welches durch das Gebrüderpaar Piet und Hans Keppel in Leerdam/Niederlande gegründet wurde. Die beiden Geschwister haben das Unternehmen im Jahr 2013 gegründet und traten erstmals auf der Modellbaumesse InterModellBau Dortmund im April 2013 öffentlich in Erscheinung. Das Unternehmen Exact-Train hat auf dieser Messe völlig überraschend eine deutsche Güterwagenbauart angekündigt, die bereits ab August 2013 lieferbar waren. Nachdem das Unternehmen relativ jung ist, ist es opportun, zu den Anfängen vor bald 15 Jahren zurückzublicken.
Das erste verwirklichte Projekt betrifft die dreiachsigen Bundesbahn-Autotransportwagen der Gattungs Offs 55, von dem der Hersteller justament gleich acht verschiedene Ausführungen mit unterschiedlichen Betriebsnummern verkündete. Des weiteren wurden aus dieser Erstkonstruktion Modelle die oben Geländer-losen, blechverkleideten Ausführungen mit Anschriften für die Epoche III (also Offs 55) und der Eoche IV (Gattungsbezeichnung Laes 542 bzw. Laekkms 542) abgeleitet. All diese Fahrzeuge haben ein Fahrgestell aus Metall, das für gute Rolleigenschaften sorgen sollte. Zudem wiesen die Modelle zahlreiche Anbauteile und Geländer, die ebenfalls aus Metall gefertigt wurden, auf. Die PKW-Fahrspuren wurden mit authentisch wirkenden Holznachbildungen belegt. Der mittlere Radsatz ist in einem kinematisch geführten Schemel gelagert, sodaß die beiden Fahrzeugteile eng zusammen liegen. Allerdings wies diese Erstkonstruktion speziell bei den Kurzkupplungskulissen Probleme auf, was zu heftiger Kritik sorgte. Die Wagen wurden folglich überarbeitet, sodaß bereits ab dem Jahr 2015/2016 weitere Modellvarianten verfügbar waren, die auch in Radien ab 350 mm problemlos einsetzbar sind. Überhaupt drei Jahre nach der Erstumsetzung wurden die Ausführungen der Niederländischen Eisenbahnen (NS) realisiert.
Bereits ein Jahr später kam das zweite Güterwagenmodell nach deutschem Vorbild auf den Markt. Man konstruierte zwischenzeitlich zweiachsige Schotterwagen der Bundesbahn-Gattung Otmm 52 bzw. Ed 084. Der Hersteller bot dabei gebremste bzw. ungebremste Wagen der späten Epoche III sowie der frühen Epoche IV mit der zwölfstelligen Computernummer an.
Im Jahr 2015 entbrannte ein Wettstreit um die Wagenbauart Oppeln der Deutschen Reichsbahn. Die Holländer haben als erstes eine umfangreiche Serie mit Beschriftungen sowie Detailänderungen der Epochen II bis IV durchgeführt und als Grs 8512 der DR und als Gms der ÖBB sowohl als Einzelwagen als auch in Dreiersets verlegt. Die Wagen hatten teilweise eine Dachdecke von Offermann oder ein Blechdach mit den typischen Übergangskanten.
Zur Spielwarenmesse 2016 überraschten die Gebrüder Keppel mit der nächsten Güterwagen-Konstruktion. Es wurde diesmal die Modellsetzung des G-Wagens „Nordhausen“ bekanntgegeben. Das Modell ist auf Basis der Oppeln entstanden und unterscheidet sich unter anderem durch eine andere Anordung der Luken und Metall-Verstrebungen. Alle Änderungen wurden an der Neukonstruktion berücksichtigt, die noch mit der „DR USSR“-Zone beschriftet waren. Darüber hinaus gab es auch Formvarianten mit Bremserhaus und „EUROP“-Bedruckung. Bei der DB wurde die Gattungsbezeichnung Gmrs 30 ohne Bremserhaus und EUROP-Saar-Aufdruck und einem Bremserhaus gefertigt. Dabei wurden alle Modelle mit einem vollständigen Wagenboden und zahlreichen freistehenden Anbauteilen versehen.
Bereits ein halbes Jahr später wurde dann die erste, rein niederländische Güterwagenkonstruktion als Neuheit vorgestellt. Es waren dies zweiachsige Großraumwagen der Gattung Hbs/Gbs, welche in den Jahren 1961/62 von Werkspoor gebaut wurden. Diese Wagenbauart war gewissermaßen ein Vorläufer zu den späteren UIC-Standardwagen. Mit diesen Wagen wurden während der Epoche IV Kühlschränke zwischen den Niederlanden und Italien (Mailand) transportiert. Das Epoche III-Modell unterscheidet sich nur die Alu-Luftklappen und ein Plakat an der Tür für Twijnstra-Viehfutter.
Im Jahr 2017 stieg das Unternehmen Exact-Train in die Produktion bzw. Fertigung von NS-D-Zugwagen ein. Die vierachsigen und blau lackierten Wagen gehörten der Gattung ABd 7521 bis 7555 an, welche auch in internationalen Schnellzugwagen zu sehen waren. Derartige Wagen gelangten nach dem Zweiten Weltkrieg auch din die DDR und waren dort sogar noch mit Computernummer im Einsatz. Die Wagen verblieben bei der NS ab dem Jahr 1952 und wurden dort als C 7151 bis 7160 bezeichnet. 1953 und 1956 wurden zwei WAgen zu den königlichen Salonwagen Sr 8 und Sr 9 umgebaut, beide sind heute im Eisenbahnmuseum Utrecht zu bestaunen. Exact-Train hat drei verschiedene, maßstäbliche Varianten gefertigt, wobei auch ein grüner PKP-Wagen dabei war.
Im Folgejahr wurde dann richtig in das Sortiment der zweiachsigen Gbs-Wagen der SBB und der DR eingestiegen. Außerdem wurden von den mehr als 13.000 Vorbildwagen auch Modelle der DB realisiert. Auch hier fertigte Exact-Train unterschiedliche Ausführungen und auch in den unterschiedlichen Epochen. Es folgten außerdem noch Modelle der NS, der DB, der DB AG, der SBB und NS.
Zur Spielwarenmesse 2019 wurde eine weitere Neukonstruktion bekannt gegeben. Diesmal waren es Offene Wagen des Gattungsbezirkes Klagenfurt mit durchgehenden Holzaufbau. Als Sonderheit konnte man die Seitentüren öffnen, und das bei sehr dünnen Seitenwänden. Die Modelle wurden wiederum sehr detailgetreu nachgebildet und wiesen sogar Gravuren an den Innenseiten der Güterwagen auf. Die Seitenwände erfuhren äußerst dünne Wandstärken. Hierbei wurden vor allem Wagen aus den früheren COMECON-Staaten realisiert, Und weil es gerade dazu paßt, wurden im Herbst desselben Jahres Offene Güterwagen der Bauart Omm „Duisburg“ mit Holz- oder Blechtüren mit ebenfalls öffnungsfähigen Türen gebucht. Kurz darauf stieg der Hersteller in das Geschäft mit den Uerdinger Kesselwagen mit den 24 bzw. 30 m³-Tankvolumen ein. mind. 30 verschiedene Ausführungen wurden dabei angeboten.
Die oben vorgestellten Schiebewandwagen der Bauart Hbis 1930 wurden erstmals im Rahmen der Nürnberger Messe 2020 angekündigt. Diese geschlossenen Schiebewandwagen der NS wurden in den 1970er Jahren von Talbot geliefert und fallen durch ihre vier beweglichen Seitentüren auf.

































