Trix 16881: SBB Re 4/4 II

Die SBB nahmen zwischen 1964 und 1985 insgesamt 276 Stück der Re 4/4 II in Betrieb. Das war die bislang größte Lokbeschaffung in der Geschichte des Unternehmens. Die Re 4/4 II der SBB versinnbildlichen in der Eidgenossenschaft die erstmalige Beschaffung einer Universallok. Sie ist einerseits die logische Weiterentwicklung auf Basis der vielen existierenden Typen, anderseits erfüllt diese Konstruktion viele an sie gestellte Bedingungen. Der Beschaffungsprozess begann mit der Lieferung von sechs Prototypen im Jahre 1964, die zwischenzeitlich an die BLS verkauft wurden. Danach begann die Auslieferung einer Serie von 270 Stück durch die schweizerische Fahrzeugindustrie. Der mechanische Teil stammt wie bei fast allen Typen von SLM in Winterthur, wobei das Design der Re 4/4 II zeitlos ist und selbst bei den kleineren Ausführungen der Ge 4/4 bei der RhB  Verwendung fand. Der Lokkasten der Re 4/4 II ist eine Schweißkonstruktion und untergliedert sich in die Hauptelemente Bodenplatte, Führerstände, Seitenwände und Dach. Bei der ersten Lieferserie wurden gegenüber den Prototypen deformierbare Rohrelemente als Rammschutz eingebaut, womit die Loks um rund zehn Zentimeter länger wurden. Der Lokkasten ruht auf zwei Drehgestellen. Die Zugkraftübertragung erfolgt mit Hilfe einer Tiefzugvorrichtung zwischen Drehgestell und Kasten.

Die Re 4/4 II wurden ursprünglich in grüner Farbgebung abgeliefert. Auf den Stirnseiten prangen das Schweizer Wappen und die Loknummer in Chromstahl. Auf den Seitenwänden sind die Bauartbezeichnung und die Loknummer erhaben angebracht. Die Loks hatten bei der Ablieferung noch runde Scheinwerfer, die im Rahmen von Ausbesserungsarbeiten zu viereckigen Lampen abgeändert wurden. Die Loks wurden ursprünglich ohne Klimaanlage ausgeliefert; diese wurde nachträglich hinter dem Führerstand in den Maschinenraum integriert und ist an den Lüftern in der Seitenwand erkennbar. Die elektrische Ausstattung am Dach besteht aus ein oder zwei Stromabnehmern je nach Baulos, den Dachleitungen und dem Ölschalter. Die Fahrmotoren sind unmittelbar ins Drehgestell eingelagert. Zum Einbau kam ein BBC-Federtopfantrieb. Der Trafo sowie die übrigen Komponenten befinden sich im Maschinenraum. Obwohl die Re 4/4 II ein Einheitsdesign erhielten, wurden einige Loks im Sonderdesign abgeliefert: Die Re 4/4 II 11158 – 11161 und 11249 – 11253 trugen für die Abwicklung der TEE-Verkehre ein rot-cremefarbiges Design und lösten damit die bisher eingesetzten Re 4/4 I ab. Die Farbgebung rot kam erst 1982/83 zur Anwendung. Erwähnenswert ist noch die Künstlerlok 11181 mit ihrem kurzzeitigen Sujet der vier Jahreszeiten. Darüber hinaus kamen erst in den 1990er Jahren weitere Sonderlackierungen hinzu. Einige Loks erhielten speziell für die EC-Verkehre Zürich–München Stromabnehmer mit ÖBB/DB-Paletten. Diese gehören der Letztserie an, die nach der Unternehmensauftrennung an SBB Cargo gingen, und erhielten eine Neulackierung in Rot mit blauer Kontrastfläche und den Schriftzug „Cargo“. Als weiteres optische Neuerungen sind die Re 420 LION zu nennen. 30 Lokomotiven mit den Betriebsnummern 11201 – 11230 wurden im SBB-Industriewerk Bellinzona einem Modernisierungsprogramm unterworfen, wobei im technischen Bereich einige Änderungen vorgenommen wurden. Diese 30 Lokomotiven werden bei der Zürcher-S-Bahn eingesetzt und sind optisch an der neuen, weißen Lackierung erkennbar. Die Loks sind in der gesamten Eidgenossenschaft anzutreffen und bespannen alle Zuggattungen in Einzel- und Tandemtraktion.


Modellvorstellung

Gut Ding braucht bekanntlich Weile, werden sich wohl jene Modellbahner gedacht haben, die fast vier Jahre nach der Ankündigung die überarbeitete Re 4/4 II der SBB als Modell bekommen haben. Trix hat im Jahr 2018 in seinem Neuheitenprogramm 2018 gleich zwei verschiedene Modellvarianten angekündigt, und zwar eine grüne Re 4/4 II mit runden Lampen und eine rote Re 4/4 II mit eckigen Lampen. Die Modellausführung war dabei mit einigen Neuerungen angekündigt wie dem neuen Antrieb, Sound wie beim Vorbild und Führerstandsbeleuchtung. Der UVP der Modelle wurde jeweils mit € 279,99 aufgeschlagen. Trotz der langen Lieferverzögerung ist selbst der UVP nach dieser langen Wartezeit immer noch derselbe!

Verpackung

Minitrix liefert das Modell in der üblichen Plastikverpackung aus. Der Deckel ist beidseitig mittels Klebepunkte befestigt. Das Modell liegt in der Ausnehmung des Blistereinsatzes und ist zusätzlich mit Plastikfolien umwickelt. Als zusätzliche Transportsicherung ist noch ein einsteckbarer Deckel dazwischen gelegt. Die Betriebsanleitung sowie weitere Dokumente sind unter dem Blistereinsatz abgelegt.

Technik

Das Kunststoffgehäuse ist als Bauteil auf dem Chassis aufgesteckt. Zur Abnahme des Gehäuseteils genügt das leichte auseinanderspreitzen der Seitenwände. Die Fahrzeugplatine ist am Chassis mit zwei Kreuzschrauben festgeschraubt. Das Modell hat keine Schnittstelle, dafür ist der eingebaute Decoder auf die Platine eingelötet. Der Decoder verarbeitet die Datenformate DCC und Selectrix. Unter DCC entfalten sich natürlich alle Digitalfunktionen des Modells. Der Lautsprecher befindet sich im unterflurig angebauten Aggregatekasten der Lokomotiven.

Im Metallrahmen unter der Platine ist der Mittelmotor mit zwei großen Schwungmasse untergebraucht. Die Kraftübertragung erfolgt über die beidseitigen Wellenstummel auf das Zahnradgetriebe der Drehgestelle. Es sind alle vier Achsen angetrieben, die zweite und die dritte Achse haben jeweils einen Haftreifen. Der NEM-Kurzkupplungsschacht ist am Drehgestell mit zentralem Drehpunkt befestigt.

Fahrverhalten

Die Fahreigenschaften der 76 Gramm schweren Hochgeschwindigkeitslokomotive können sich ohne weiteres sehen lassen. Das Modell durfte seine Proberunden auf einem Gleisoval auf dem kleinsten Radius des „piccolo“-Gleissystems von Fleischmann erbringen.

Das Vorbild hat eine Höchstgeschwindigkeit von 140 km/h. Messungen bei 12 V Gleichstrom ergaben umgerechnete Werte von ca. xxx km/h. Diese ist gegenüber der Vorbildgeschwindigkeit um ca. xxx % zu niedrig, gegenüber dem NEM-Wert mit der Draufgabe von 50 % um gerade einmal ca. xxx % zu niedrig.

Optik

Das vorliegende Modell der Re 4/4 II darf als optisch gelungenes Modell angesehen werden. Die Baugröße N gestattet zwar so gut wie keine Anbauteile, aber dennoch wurden die entsprechenden Details bei den Gravuren umgesetzt. Verschiedene Details sind erhaben umgesetzt und wurden farblich abgesetzt, um deren Erkennbarkeit zu erhöhen. Das frontseitige Schweizer Wappen ist markant erhaben realisiert. Das Dach weist im Wesentlichen ein Manko auf. Es ist dies der klobig wirkende Stromabnehmer mit viel zu breiter Wippe. Diese fehlende Filigranität dürfte wohl dem sicheren Einsatz im Oberleitungsbetrieb geschuldet sein. Die Dachaufbauten einschließlich der anderen Dachteile entsprechen wiederum dem heutigen Fertigungsstand. Der Blick auf die Drehgestelle offenbart dreidimensional durchgebildete Bauteile.

Farbgebung und Bedruckung

Die Farbgebung bei dieser SBB-Lok ist einfach gehalten und bringt bauteilbedingte Farbtrennkanten zu Tage. Der weiße Zierstreifen ist gut deckend und lupenrein aufgetragen. Einzelne Dachaufbauten sind in Weißaluminium lackiert, währenddessen das Dach und das Laufwerk grau lackiert sind. Das Modell erhielt die Betriebsnummer 11131 und ist dem Depot Luzern zugewiesen. Als letztes Untersuchungsdaten sind die Angaben REV R2 Be 06.05.86 aufgedruckt, grundsätzlich sind alle Beschriftungen tadellos ausgeführt.

Beleuchtung

Minitrix hat in die Re 4/4 II warmweiße LED für die Beleuchtung eingebaut. Die Beleuchtung erfolgt abhängig von der Fahrtrichtung und entspricht den Schweizer Vorschriften. Im Digitalbetrieb sind noch weitere Lichtspiele möglich.

 


Bilder