Tillig 76723: DB-Kesselwagen

Für den Transport von Benzol und später auch für Öle dienten zunächst Kesselwagen der Verbandsbauart mit einem Ladevolumen zwischen 17 und 18 m³ Fassungsvermögen. Diese Kesselwagen wurden auf Fahrgestellen der Offenen Güterwagen der Bauart O Halle mit Bremserhaus errichtet, wobei auf das Fahrgastell eines O Halle mit Bremserhaus der genietete Kessel mit seitlicher Aufstiegsleiter und Plattform montiert wurde. Der Achsstand betrug 4000 mm, die Fahrzeuglänge 7.500 mm und die Länge über Puffer 8.800 mm. Die Fahrzeuge wurden zwischen 1910 und 1925 in mehreren 100 Stück von mehreren Herstellern gebaut. Diese Kesselwagen erhielten gegenüber den Länderbauarten später eine Druckluftbremse eingebaut. Die Fahrzeuge waren von mehreren Mineralölfirmen eingestellt. Hierzu zählen u. a. Schliemanns Ölwerke, Thörl und R. Ossag während der Reichsbahnzeit, aber auch Hobum, DEA und Shell bei der DB.


Modellvorstellung

Dieser zweiachsige Kesselwagen wurde bereits 1992 vom Hersteller Sachsenmodelle in das Sortiment aufgenommen, von dem neben einem VTG-Einzelwagen auch weitere Wagenmodelle der K. Sächs. Sts. E. in einem Set produziert wurden. Da die Fa. Sachsenmodelle bei Tillig aufgegangen ist, werden nunmehr bei diesem Unternehmen weitere Modellausführungen aufgelegt.

Die aktuelle Modellausführung eines solchen Kesselwagens betrifft einen Ölwagen der „Ölwerke Julius Schindler GmbH, Hamburg“. Tillig hat das Modell als Herbstneuheit 2017 unter der Artikelnummer 76723 angekündigt, das im Fachhandel zum UVP von € 32,50 erhältlich ist. Die Auslieferung des zweiachsigen Kesselwagens erfolgt in der üblichen Tillig-Aufmachung. Der Kesselwagen liegt in einer Plastikschale, die in der Kartonumverpackung aufgenommen wird.

Nachdem das Modell auf der alten Konstruktion des O Halle von Sachsenmodelle umgesetzt wurde, wirkt dieses zu breit und zerstört die Proportionen des Fahrzeuges. Optisch unschön sind die Formtrennkanten am oberen Kesselscheitel, der uneben aufliegt. Die Bedruckung des Fahrzeuges ist tadellos ausgeführt. Die Anschriften des Fahrzeuges sind trennscharf lesbar. Kurios erscheint jedoch die Angabe des Kesselvolumens von 190 hl, was aber dem Vorbild des 19,2 m³-Kesselwagen – ebenfalls in Verbandbauart – entsprechen würde. Ungeachtet dessen trägt das Modell die Wagennummer 580 115 P der DB. Es ist im Bahnhof Hamburg-Wilhelmsburg beheimatet und dient dem Transport von Schmieröl. Im Revisionsraster wird als letztes Untersuchungsdatum REV 108 14.08.62 ausgewiesen.


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