Trix 22194 / 22094 / 22874: Railpool Vectron 193 802 / MRCE 193 876 / ELL 193 232

Der Siemens Vectron stellt die aktuelle Ausführung einer leistungsstarken Elektrolokmotive dar, die auf Basis der EuroSprinter-Familie (ES 64 U2 und U4 bzw. ÖBB Taurus 1 bis 3) entstanden bzw. daraus weiterentwickelt wurde. Die Weiterentwicklung war notwendig, weil die vorhergehende Typenfamilie nicht mehr den neuen Crashnormen entsprach.

Die mechanische Grundkonzeption wurde von der ES 64 U2 bzw. U4 übernommen. Änderungen sind aber im Kastenaufbau zu erkennen. Die Frontpartie wurde neu designt, um den strengeren Crahsnormen genüge zu tun, damit verbunden ist auch eine Neugestaltung der Seitenwände und der Dachpartie zu erklären.

Siemens hat bei der Entwicklung der Vectron-Familie fünf verschiedene Varianten bzw. Prototypen entworfen und gebaut. Eine dieser Maschinen wurde als dieselelektrische Version konzipiert und trägt die Betriebsnummer 247 901. Die Diesellok kann wahlweise mit einem Motoraggregat zwischen 2 und 2,4 MW bestückt werden und weist eine Höchstgeschwindigkeit von 160 km/h auf. Die anderen vier Lokomotiven stellen elektrische Versionen mit unterschiedlichen Leistungsausprägungen zwischen 5,2 und 6,4 MW sowie Höchstgeschwindigkeiten von 160 oder 200 km/h dar. Diese Fahrzeugtypen sind sowohl in Wechselstrom- als auch in Gleichstromnetzen einsetzbar. Das Dienstgewicht beträgt je nach Ausführung zwischen 80 und 87 Tonnen.

Die Vorstellung der neuen Produktplattform erfolgte 2010. Die erste Bestellung dieser Type erfolgte im Dezember 2010 durch das deutsche Leasingunternehmen Railpool, die Loks für Deutschland und Österreich orderte, welche zwei Jahre später in Betrieb gingen. Eine weitere Bestellung ging im März 2012 vom EVU FuoriMuro aus Italien für zwei Gleichstrom-Maschinen ein, denen im Dezember 2012 ein Auftrag von gleich 23 Gleichstromloks durch DB Schenker Rail Polska folgte; weitere 13 sind als Option vorgesehen. Mitsui Rail Capital Europe (MRCE) gab seine Bestellung von 15 Maschinen erst im Juni 2013 bei Siemens ab. Eine Bestellung über zwei Loks für den Personenverkehr in Schweden langte im Oktober 2013 durch Paribus Capital ein. Einen Großauftrag erhielt Siemens durch die Finnischen Staatsbahnen, die im Dezember 2013 80 Loks mit einer Option über weitere 97 Maschinen bestellten.

Als zweites italienisches EVU ist Compagnia Ferroviaria Italiana (CFI) zu nennen. Diese bestellten im Februar 2014 zwei Gleichstrom-Maschinen. 2014 nahm das erste EVU aus Österreich einen Vectron in Betrieb, und zwar CargoServ in Linz, die ihre Lokomotive als 1193 890 in den Hausfarben betreibt. Kurz darauf schloss ELL aus Wien mit Siemens einen Rahmenvertrag über 50 Maschinen – davon sind 24 fix, der Rest als Option – in unterschiedlichen Ausführungsvarianten, die heute bei verschiedensten Kunden in Österreich, Deutschland und Tschechien zum Einsatz gelangen. Noch im selben Jahr folgte eine Bestellung über vier Wechselstromloks von boxXpress, eine Lokomotive bei mgw Service sowie weitere fünf Maschinen durch Railpool und 20 Lokomotiven bei MRCE, ausgelegt für 200 km/h. Zum Jahresende gelangte eine weitere Maschine nach Österreich, zu den Wiener Lokalbahnen Cargo.

Siemens meldete noch gegen Ende des ersten Halbjahres 2017, daß bereits mehr als 500 Lokomotiven dieses Type geordert wurden.


Modellvorstellung

Märklin/Trix hat anläßlich der Neuheitenschau 2016 ein Modell des neuen Siemens Vectron angekündigt und dabei vor allem auf die Modelleinsteiger sowie an die Modellbahner mit kleinen Budgets gedacht. Als erstes Modell war eine Ausführung von Railpool angekündigt, von welcher zwei technische Ausführungen in den Handel gelangen. Einerseits ein hochwertig, technisch aufgerüstetes Modell mit Digitaldecoder mfx und DCC-Datenformat mit der Artikelnummer 22190 und eine konventionelle Lokomotive mit 21poliger Schnittstelle ohne zusätzliche Digitalausstattung. Auch diese Ausführung gelangt als Einmalserie in den Fachhandel. Der UVP beträgt für beide Maschinen € 219,99 bzw. € 159,99.

Verpackung

Die Auslieferung erfolgt in der bekannten Verpackungsform von Märklin bzw. Trix. Nach dem Abzug des Kartonschubers wird die stabile Plastikverpackung zugänglich, in welchem das Modell mit abermaligen Plastikschuber sicher für den Transport fixiert wurde. Das vorliegende Modell kommt ohne Zurüstteile aus. Neu ist die Ablage der Betriebsanleitung und der sonstigen Dokumente in der Kartonschachtel. Die Dokumente sind in einer Kartonhülle eingeschoben und sind mittels obigen Schlitz herausziehbar.

Technik

Märklin/Trix setzt bei Neukonstruktionen bewährte Antriebskonzepte vergleichbarer Mitbewerber um, indem mittels eines Mittelmotors samt einer Schwungmasse alle vier Achsen angetrieben werden. Die Kraftübertragung überfolgt über Kardanwellen und Schneckengetriebe auf die Radsätze. Zwei Radsätze sind mit je einem Haftreifen versehen.

Die Antriebskomponenten sind unter dem Metallgehäuse versteckt. Das Lokgehäuse ist am Chassis über zwei Schrauben befestigt, die jeweils an der äußersten Achse rechterhand platziert sind. Die Fahrzeugplatine ist über dem Motor auf das Chassis befestigt und verfügt über die 21polige Digital-Schnittstelle. Ein Oberleitungsbetrieb ist bei dieser Neukonstruktion nicht vorgesehen.

Fahrverhalten

Der Vectron ist in Natura für Geschwindigkeiten von 160 bzw. 200 km/h zugelassen, wird die Lok bei 12 V Gleichstrom eingesetzt, erreicht sie umgerechnet ca. 117 km/h. Diese ist gegenüber der Vorbildgeschwindigkeit um ca. 27 % zu langsam, gegenüber dem NEM-Wert mit der Draufgabe von 30 % um 57 % zu niedrig. Das Eigengewicht der Neukonstruktion beträgt 345 Gramm.

Optik

Um sich von vergleichbaren Konstruktionen abzuheben, haben die Göppinger ihre Vectron mit einem Metallgehäuse ausgestattet. Darauf liegt auch der erste Hauptaugenmerk. Die optische Beurteilung fällt positiv aus, da es dem Hersteller bei der Neukonstruktion gelungen ist, ein sauber graviertes Gehäuse zu schaffen. Sämtliche Gravuren sind sauber ausgeführt, erhabene Teile wie einzelne Griffstangen wurden schon aufgrund des günstiges Preises am Lokkasten angespritzt. Dennoch sind die Verschiebergriffstangen als eigene Ansetzteile in das Gehäuse gesteckt. Gut gelungen sind auch die Nachbildungen der rückwärtsschauenden Kameras. Das Modell ist trotz des Metallgehäuse leicht. Sie bringt nur ein Eigengewicht von 345 Gramm. Die Fenster sitzen paßgenau in den Öffnungen. Die frontseitigen Haltegriffe sind an der Fahrzeugfront angespritzt, der Schnurbart weist tiefe Gravuren auf. Die Scheibenwischer sind ebenfalls angespritzt und sind farblich abgesetzt. Die Dachfelder sind aus Kunststoff gefertigt, sowohl die Dachlüfter als auch die Befestigungsleisten wirken optisch hervorragend. Die Dachausrüstung ist vollständig und mehrfarbig dargestellt. Die Stromabnehmer sind robust ausgeführt.

Farbgebung und Beschriften

Das Modell ist vorbildgerecht umgesetzt. Die sauber lackierte Modell ist auch tadellos bedruckt. Das Modell erhielt die vollständige Betriebsnummer 91 80 6 193 802-6 und das Halterkürzel D-RPOOL. Am Revisionsraster stehen die Daten REV MMAL 21.12.12.

Beleuchtung

Trix hat bei diesem Fahrzeug warmweiße LED verbaut, die richtungsabhängig weiß bzw. rot leuchten.

 


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Modellvorstellung 22094 – MRCE 193 876

Auch der Marktführer springt vertiefend auf den Siemens-Vectron auf und versucht mit attraktiven Modellen des Vorbildes den Markt zu beleben. Bunte Lokomotiven mit ansprechenden Motiven haben dabei eine gute Chance auch zum Verkaufsschlager zu werden. Diese Kategorie fällt mit Sicherheit die von MRCE beklebte Lok zum 25 jährigen Jubiläum des Mauerfalls in Berlin. Vorgestellt wird dabei die Gleichstromvariante von Trix. Die sauber lackierte und bedruckte Lokomotive trägt die vollständige Betriebsnummer 91 80 6193 876-0 und die Halterkennung D-DISPO. Im Revisionsraster steht das Abnahmedatum REV MMAL 20.03.15. Die Trix-Lok ist zum UVP von € 229,99 im Fachhandel erhältlich. Das Modell wird mit einem Multifunktiondecoder ausgeliefert, der die Lok sowohl im Analog- als auch im Digital- bzw. mfx-Modus einsatzfähig macht. Dasselbe Modell ist als Drei-Leiter-Wechselstrommodell von Märklin unter der Artikelnummer 36194.


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Modellvorstellung 22874 – ELL 193 232

Das Märklin-/Trix-Modell der ELL 193 232 mit der Sonderbeschriftung „Flying Dutchman/Fliegender Holländer“ als 100. Vectron-Lokomotive für ELL ist auf eine Sonderankündigung des Unternehmens infolge der Vorstellung des Vorbildes als Exklusivmodell beim Marktführer erfolgt. Das Modell wurde Anfang Mai 2019 an den Fachhandel ausgeliefert und soll werkseitig schon vergriffen sein. Besonderes Augenmerk verdient dabei die aufwendige und farbenprächtige Bedruckung der beiden Seitenwände, die lupenrein und trennscharf aufgetragen ist. Am Langträger ist die Fahrzeugnummer 91 80 6193 232-6 D-ELOC und das Siemens-Abnahmedatum MMAL 13.09.17 angebracht. Das Modell wird zum UVP von € 249,99 angeboten.


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