Die DB-Baureihe V200.1 bzw. 221 – Piko 52600/52602/52606/52610

Der große Erfolg der Großdiesellokomotiven der Baureihe V 200 bewog die Deutsche Bundesbahn zur Weiterbeschaffung dieser Serie von 50 Lokomotiven in den Jahren 1962 bis 1965 bei Krauss-Maffei. Die Lokomotiven änderten ihr Aussehen nur geringfügig und waren leistungsmäßig stärker, weil zwei Aggregate mit jeweils 1.350 PS Verwendung fanden. Die Höchstgeschwindigkeit wurde beibehalten. Die Lokomotiven der Baureihe V 200.1 kamen im schnellen und schweren Personenzugdienst auf der Allgäubahn sowie im Schwarzwald zum Einsatz. Das Einsatzende erfolgte 1987/88. Einige Lokomotiven sind bis heute der Nachwelt erhalten geblieben.


Modellvorstellung

Der große Erfolg der bereits umgesetzten Schwesterbaureihe V 200 führte beim Sonneberger Hersteller zur Erkenntnis, auch die Nachfolgeserie, die Baureihe V 200.1, als Modell umzusetzen. Die V 200.1 ist eine von mehreren Formneuheiten 2016. Das erste Modell gelangte im Mai 2016 zur Auslieferung. Das gegenständliche Fahrzeug wird unter den Artikelnummern 52600 (Gleichstrom-Fahrzeug, UVP  € 119,99) bzw. 52601 (Wechselstrom-Fahrzeug, UVP € 139,99) ausgeliefert.

Verpackung

Piko liefert seine Fahrzeuge in einer Kartonschachtel an den Fachhandel aus. Das Modell ist in einer fixen, passgenauen Plastikform ummantelt. Nach dem seitlichen Entriegeln ist das Modell aus der klappbaren Plastikform entnehmbar. Verschiedene Prospekte und die mehrsprachige Betriebsanleitung inkl. Ersatzteilblatt liegen dem Modell bei. Auf die Beigabe eines Zurüstbeutel wurde verzichtet, da sämtliche Anbauteile nun fix montiert sind.

Technik

Für die technische Begutachtung des Modells ist es notwendig, das Chassis vom Lokrahmen abzunehmen. Nach dem Lösen der beiden Kreuzschrauben an der Unterseite des Modells (große Löcher) lässt sich das passgenau auf dem Metallrahmen sitzende Chassis problemlos nach oben abziehen.

Das technische Innenleben besteht aus einer auf dem Metallrahmen montierten Platine. Diese ist für den Digitalbetrieb werksseitig vorbereitet und inkludiert eine PluX22-Schnittstelle. Anstatt des serienmäßig berücksichtigten Brückensteckers kann stattdessen ein Sounddecoder eingesetzt werden, wozu Piko eigens das Nachrüstsatz 56359 anbietet.

Der Mittelmotor ist im Metallrahmen unter der Platine platziert und hat zwei große Schwungmassen. Dieser ist weiters durch ein Plastikteil umschlossen, welches im Halbrelief für die Maschinenraumfenster entsprechende Anlagenteile imitiert. Die Kraftübertragung erfolgt vom Mittelmotor samt der beiden Schwungmassen über die beidseitigen Kardanwellen auf das Stirnradgetriebe im fix verkapselten Getriebeblock, der alle vier Achsen antreibt. Für Wartungszwecke hat Piko am Getriebeunterboden entsprechende Öffnungen für die Zahnräder vorgesehen.

Die neukonstruierte V 200.1 bringt 422 Gramm auf die Waage. Das Modell trägt zwei Haftreifen, je einer sitzt auf der jeweils innenliegenden Achse jedes Drehgestelles. Der Fahrstrom wird von allen Achsen abgegriffen.

Fahrverhalten

Das vorliegende Modell macht bei den Testrunden auf der Anlage eine hervorragende Figur. Das Modell ist leise und hat einen taumelfreien Lauf. Das Vorbild hat eine Höchstgeschwindigkeit von 140 km/h. Messungen bei 12 V Gleichstrom ergaben umgerechnete Werte von ca. 150 km/h. Die berechnete Modellgeschwindigkeit ist gegenüber der Vorbildgeschwindigkeit um ca. 7 % zu hoch, gegenüber dem NEM-Wert – unter Berücksichtung des um 30 % höheren Wertes – um ca. 23 % zu niedrig. Der Fahrzeugauslauf von 12 V beträgt ganze vier Loklängen.

Optik

Bei der Optik eines Modells zählt wie immer der erste Eindruck, gerade bei einer Neukonstruktion. Schon beim Auspacken wird der Käufer hoch erfreut sein, ein fertig zugerüstetes Modell zu erhalten. Sämtliche Griffstangen und Haltegriffe sind an der Frontrundung bereits eingesetzt.

Die runde und gerade für die V 200.1/221 so typische Kopfform ist gut getroffen. Die Übergänge der Zierlinien wurden diesmal wesentlich besser getroffen als beim letzten V 200-Modell. Die Seitenwände sowie die Dachpartie sind ebenso typisch. Die Kopfform mausert sich im Hingucker. Allein die Doppellampen, die darüber befindlichen Klappen und der große Klappdeckel sind hervorragend wiedergegeben. Die Scheibenwischer der Frontfenster sind im Fensterteil angespritzt und kommen durch die schwarze Einfärbung gut zur Geltung bzw. neigen zur optischen Täuschung.

Der nächste Blick ist dem Dach gewidmet. Es fallen dort sofort zwei ins Dach eingesetzte Ätzteile auf. Weiters wurden die Dachlucken mit den Kranhaken sauber nachgebildet, was auch für die Auspuffanlagen gilt. Die Führerstandsfenster ermöglichen uns einen Blick in die allerdings sehr leer geräumten Führerstände. Das Führerpult ist zwar nachgebildet, auf die Bestückung mit einem Lokführer wurde jedoch verzichtet.

Der weitere Blick gilt den Seitenwänden. Auch dieser wurde sauber und tief graviert. Das Modell weist alle für eine V 200.1/221 typischen Merkmale auf. Die filigran nachgebildeten Gitter der großflächigen Lüfteröffnungen suchen ihres gleichen. Die Fenstereinsätze sind ebenfalls sauber dargestellt, hinzu kommen noch die zarten, silbern lackierten Fensterstege. Die Haltegriffe der Führerstandstüren und die darüber befindlichen Regenrinnen sind angespritzt und silbern bedruckt. Insgesamt macht das Chassis einen sehr robusten Eindruck.

Eine abschließende Betrachtung ist dem Fahrwerk geschuldet. Der Fahrzeugrahmen ist aus Metall gefertigt und weist ebenso Gravuren für verschiedene Klappdeckel, Trittstufen udgl. auf. Das Modell weist dafür im Bereich der Frontschürzen eine Besonderheit auf. Die Frontschürzen nehmen zugleich die Kurzkupplungskulisse auf und sind mit dieser beweglich ausgeführt und schwenken somit beim Befahren von Kurven je nach Radius entsprechend aus. Die Bremsschläuche sind darauf dezent nachgebildet. Die Ausführung der Drehgestelle weisen einen hohen Wiedererkennungswert zum Vorbild auf und sind dreidimensional durchgebildet.

Farbgebung und Beschriftung

Die Lackierung des vorliegenden Modells ist tadellos. Sämtliche Farbübergänge sind durch erhabene, silber lackierte Zierlinien unterbrochen. Alle Anschriften sind sauber und gut lesbar aufgedruckt. Die Lok gehört zum Bw Villingen bzw. zur BD Karlsruhe. Das Revisionsdatum lautet auf Nür 21.12.64.

Beleuchtung

Das Modell ist mit einer LED-Beleuchtung ausgestattet. Wartungsarme, weiße und rote LEDs dienen der Darstellung des dreibegriffigen Spitzen- bzw. zweibegriffigen Schlusslichtes.


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Piko 52602 – 221 147-2

Neben der schon oben vorgestellten V 200.1 der Deutschen Bundesbahn haben die Sonneberger Modellbauer eine Epoche IV-Version in ozeanblau/beiger Lackierung angekündigt. Diese Ausführung gelangte im Juli 2016 in den Fachhandel, wobei die Gleichstrommodellbahner dieses Modell unter der Artikelnummer 52602 zum günstigen UVP von € 119,99 bzw. unter als Artikelnummer 52603 zum UVP von  € 139,99 für das Drei-Leiter-System erwerben können.

Die ozeanblau/beige Lok im Lackierungsschema der DB nach 1974 schließt technisch wie optisch am zuvor ausgelieferten Modell nahtlos an. Die gerade in den Rundungen schwierige Lackierung ist am Modell tadellos aufgebracht, sodaß keinerlei Farbverläufe zu erkennen sind. Die Bedruckung ist ebenfalls sauber aufgetragen. Die 221 147-2 ist dem Bw Lübeck und der BD Hamburg zugeordnet. Das Revisionsdatum des AW Nürnberg stammt vom 12.10.1976 und dürfte wohl das Datum des Austritts aus dem Ausbesserungswerk in diesem Farbkleid sein.


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Piko 52606 – 221 113-4

Das Jahr 2017 bringt auch bei im Vorjahr neu konstruierten V 200.1 weitere Modellausführungen in den Fachhandel. Als erstes Modell ist die Ausführung der 221 113-4 als Epoche IV-Modell in purpurroter Lackierung zu nennen, die Piko unter den Artikelnummern 52606 (Gleichstrom-Modell, UVP € 129,99) bzw. 52607 (Wechselstrom-Modell, UVP € 149,99) bereits im Jänner 2017 ausliefert. Die 221 113-4 ist beim Bw Lübeck stationiert und gehört zur BD Hamburg. Das Modell verkörpert die Ausführung der frühen Epoche IV. Die letzte Revision hat gemäß den Anschriften am 28.04.67 durch das AW Nürnberg stattgefunden. Weitere Angaben zur technischen und optischen Ausführung sind den obigen Zeilen zu entnehmen.


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Modellvorstellung 52610

Zur oben vorgestellten Epoche IV-Ausführung der Baureihe 221 gesellt sich nun ein Schwesterlein. Die beim Bw Gelsenkirchen-Bismarck bzw. BD Essen beheimatete Maschine erhielt die Betriebsnummer 221 114-2 und zeigt die Maschine im Aussehen Ende der 1970er Jahre. Die letzten Revisionsangaben geben die Anschriften REV U2 Nür 5.12.79 wieder. Das Modell ist für das Zweileiter-Gleichstrom-System unter der Artikelnummer 52610 zum UVP von € 134,99 erhältlich, die Wechselstrom-Ausführung unter der Artikelnummer 52611 zum UVP von 174,99.


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