Brawa 50518 / 50522: DB Ucs 908 / Kds 54

Für die Beförderung staubförmiger und feinkörniger Stoffe ließ die DB gemeinsam mit der Waggonunion ein Fahrzeug entwickeln, das 1953 in einer Probeserie dem Betrieb übergeben werden konnte. Bei dem Fahrzeug handelt es sich um zweiachsige Staubgutbehälterwagen mit zwei stehenden Behältern. Die ersten zehn Wagen wurden 1953 ausgeliefert. Die Wagen waren damals noch mit einer Bremsanlage der Bauart HiK ausgestattet und als Kd 54 bezeichnet. Diese Vorausserie und die nächsten 150 Wagen, gebaut von Talbot und Westwaggon, waren noch mit einem Doppelschakenlaufwerk versehen. Die Probleme beim Betrieb führte dann zur Abänderung in Laufwerke mit Einfachschaken. Weitere Wagen folgten mit den Neubauprogrammen der DB von 1955 bis 1964 und erhielten die Gattungsbezeichnung Kds 54, ausgestattet mit einer KE-GP-Bremsanlage. Nach der Ablieferung der ersten 50 Jahren erfolgte eine Vergrößerung der stehenden Behälter auf 2 x 13,5 m³; zuvor waren ex 2 x 12,5 m³. Die Bauart hat sich im Betrieb sehr bewährt, sodaß bis ins Jahr 1965 insgesamt 1.232 derartige Kds 54 für die DB gebaut wurden. Die zweiachsigen Staubbehälterwagen verfügen über eine Druckluftentleerungseinrichtung durch Rohrleitungen in den Silos. Sie sind mit UIC-Rollenlagerradsätzen und Rechteckschakengehänge ausgerüstet. Die obere Füllöffnung wird mit Klappdeckel verschlossen. Die Entleerungsrohre beginnen im Inneren der Behälter über einem porösen Auflockerungsboden. Mit der Einführung der EDV-Nummer wurden die Fahrzeuge zu Ucs 908 umbeschriftet.

Als weitere Bauart zweiachsiger Staubbehälterwagen stellte die DB auf Basis des Kds54-Fahrwerks Staubbehälterwagen in Dienst, die über wesentlich größere Behälter verfügten. Die als Kds 56 bezeichneten Fahrzeuge hatten ein Fassungsvolumen von 2 x 17,5 m³ in den Behältern. Von diesen größeren Schwesterfahrzeugen beschaffte die DB teilweise parallel 1.293 Fahrzeuge. Die Güterwagen waren infolge des hohen Ladungsvolumens im RIV-Verkehr nicht mehr zugelassen. Die Klappdeckel der oberen Füllöffnungen sind verschließbar. Jeder Behälter besitzt aus Sicherheitsgründen Druckmesser und Sicherheitsventil. Anschlußkupplungen für die Druckluft befinden sich auf jeder Wagenseite. Bei einigen Fahrzeugen bestehen die Behälter aus Aluminium. Die DB bezeichnete diese Staubsilowagen nach 1964 als Ucs 909.

Beide Typen trugen die Hauptlast der Staubgutwagen bei der DB. Ab 1967 erfolgte der erste Verkauf an private Gesellschaften wie EVA und VTG. Hinzu kamen noch weitere Wagen von privaten Einstellern. Die DB AG setzte die Wagen noch im neuen Jahrtausend ein und gab diese an die eigene Tochtergesellschaft MEG weiter. Mit diesen Wagen können vor allem staubförmige Güter wie Steinmehl, Quarzsand, Kieserit, Gips, Natriumsulfat, Thomassulfat, Zucker, Salz, Aluminiumhydroxid transportiert werden. In diesen Fällen waren die Güterwagen an einen konkreten Heimatbahnhof zugewiesen.


Modellvorstellung

Mit einer mehrmonatigen Verspätung hat Brawa diese Neukonstruktion aus dem Vorjahr nun an den Fachhandel ausgeliefert. Warum Brawa diese Bauart als Neukonstruktion ausgewählt hat, ist unklar, zumal mit den Roco-Modellen schon hervorragende bzw. tadellos Modelle zur Verfügung stehen. Einziges Manko der Salzburger Modelle ist der notwendige Aufwand für das Zurüsten der Güterwagen. Die Auslieferung erfolgt in der bekannten Brawa Plastikbox. Das Modell ist in einem Blistereinsatz samt Deckel und dünner Folie eingelegt. Darunter ist nicht nur die Betriebsanleitung abgelegt, sondern es findet sich ein Zurüstbeutel mit den Kupplungen und ein weiterer Zurüstbeutel mit den Anbauteilen für die Pufferbrust mit Bremsschläuchen und Zughaken. Beim Blick auf die Betriebsanleitung offenbart sich ein erster Faux-pas des Herstellers, indem beim Kds 54 die Betriebsanleitung des Kds 56 beiliegt. Dies ist insofern widersinnig, zumal auch die Ersatzteile angeführt sind, die ggf. nicht kompatibel sind.

Das Brawa-Modell ist aus Kunststoff gefertigt und weist ein Eigengewicht von 58 Gramm auf. Die Behälter sind bereits mit allen Anbauteilen versehen, wobei die Materialstärke der Geländerstangen um nicht viel dünner sind als das vergleichbare Roco-Modell. Die Geländer sind in die fein geriffelten Trittstufen gesteckt, filigran ausgeführt sind auch die Manometer und sonstigen eingesteckten Armaturen. Die Aufstiegsleitern und auch die außenführenden Leitungen sind freistehend ausgeführt, die Absperrhähne sowie auch die Bremssteller sind farblich behandelt.

Das Fahrwerk ist mit dem Behälteraufbau verbunden, dem Vernehmen nach sind beide Bauteile verklipst. Das Fahrwerk weist schöne Gravuren an den Laufwerken auf, am Wagenboden ist eine vollständig umgesetzte Bremsanlage sichtbar. Ebenfalls integriert ist die NEM-Kurzkupplungskulisse am Rahmenende. Die beiden Verschieberbühnen sind mit ebenfalls sehr feingeriffelten Trittflächen versehen und werden durch fein ausgeführte Geländerteile ergänzt. Zu hinterfragen sind jedoch die Schweißnähte an den Behältern, die nicht nur ins Auge stechen, sondern durch die grobe Nachbildung beim Vorbild mehrere Zentimeter hinterlassen. Diese Schweißnähte stechen derart ins Auge, daß sie schon wieder unschön sind. Die „Liebe zum Detail“ hat Brawa diesmal verlernt, derartiges konnte der Mitarbeiter Roco vor mehr als 30 Jahren schon besser nachzubilden, oder man betrachte einfach den vierachsigen Staubsilowagen Uacs-y aus Salzburg.

Brawa hat mehrere Modellausführungen von dieser Wagenbauform angekündigt. Die aktuellen Modelle werden zu einem UVP von € 46,90 gehandelt. Weitere Modelle finden sich im Neuheitenblatt 2022.


Bilder 50518

DB-Staubsilowagen Kds 54 mit der Wagennummer 359 490, Heimatbahnhof Mainz-Weisenau Gbf., Revisionsdaten REV Uerd 18.12.57.


Bilder 50522

Hellgrau lackierter Staubkesselwagen der Bauart Ucs 908 mit der Wagennummer 21 80 910 5 151-4 und Heimatbahnhof Schwarzfeld, Revisionsdaten 4 REV EPD X 10.04.88.