Trix 16682: SBB Ce 6/8 III 16682

Mit der Übernahme der Gotthardbahn 1909 durch die Schweizerischen Bundesbahnen (SBB) waren einschneidende Veränderungen verbunden. Als wichtigste Neuerung war die mit Hochdruck verfolgte Elektrifizierung, wobei der elektrische Betrieb auf den eigentlichen Rampenstrecken von Erstfeld bis Biasca sowie des Gotthardtunnels am 12. Dezember 1920 aufgenommen wurde. Der durchgehende, elektrische Betrieb war dann erst am dem 28. Mai 1922  von Luzern bis Chiasso möglich. Die SBB beschafften dafür eine größere Anzahl an neuen E-Loks, wozu auch das „Krokodil“ gehört. Es war „die“ Gotthardlok für den Güterzugverkehr.

Abgeliefert wurden zwischen 1919 und 1922 zunächst 33 Exemplare als Ce 6/8 II 14251 bis 14283. Zwei Triebgestelle mit je drei Treibachsen und einem Laufradsatz waren durch eine Kurzkupplung
verbunden. Zwischen den beiden Triebgestellen thronte ein kurzer Lokkasten und so war eine hervorragende Kurvenbeweglichkeit gewährleistet. Ständig steigende Leistungen im Güterverkehr veranlassten 1926/27 die SBB, nochmals 18 Krokodile als Ce 6/8 III 14301 bis 14318 zu beschaffen. Sie wiesen mit 1.809 statt 1.647 kW eine höhere Leistung auf. Ihr Antrieb mit zwei Fahrmotoren pro Triebgestell war zu den Vorgängerinnen ein wenig geändert worden und erfolgte nun über den sogenannten Winterthurer Schrägstangenantrieb mit Hilfe einer  Vorgelegeblindwelle. Zusammen mit ihren älteren Schwestern dominierten sie in den folgenden Jahrzehnten den schweren Güterzugdienst am Gotthard. Mitte der 1950er Jahre konnte ihre Höchstgeschwindigkeit von 65 auf 75 km/h angehoben werden und so wurden sie folgerichtig in Be 6/8 III 13301 bis 13318 umgezeichnet. Mit dem Erscheinen der Ae 6/6 während der 1950er Jahre war dann das Einsatzende vorprogrammiert und die Maschinen wanderten ins Flachland in andere Einsatzgebiete ab. Alle Maschinen gelangten vom Depot Erstfeld zum Depot Basel und von dort zu weiteren Standorten in der Schweiz. Die „Krokodile“ machten nun vor Güterzügen fast die ganze Schweiz unsicher. Am Ende ihrer Karriere durften sie aber nur noch leichte Stückgutzüge ziehen. Die letzte Ce 6/8 III verschwand im April 1977 von den Schienen, doch blieben mit den Lokomotiven (MEC Horgen) und 13305 (SBB Historic) zwei Exemplare der Nachbauserie erhalten.


Modellvorstellung

Minitrix hat im Rahmen seiner Händlerinitiative „mhi“ eine neukonstruierte Ce 6/8 III der SBB ins Sortiment genommen und dabei das Modell mit einer Neuerung versehen, um dem Modell entsprechend Adhäsion auch auf der Anlage zu verleihen. Das verbesserte Modell war mit allen technischen Features mit der Artikelnummer 16682 zum UVP von € 429,– angekündigt.

Verpackung

Der Hersteller verzichtet diesmal auf eine besonders gestaltete Kartonumverpackung. Die Auslieferung erfolgt in einer robusten Blisterverpackung mit zusätzlichen Plastikeinsatz, in dem das Modell mit zusätzlichen Folien eingelegt ist und darüber ein Plastikdeckel darüber gelegt ist. Unter dem Plastikeinsatz sind die „Papier“ abgelegt, die wie das Besteck im Restaurant mit einem Papierschleife zusammengehalten werden. Zusammengehalten werden nur die beiden mitgelieferten Betriebsanleitung in unterschiedlichen Sprachen und die Garantieurkunde. Ein Zurüstbeutel oder die übliche Chipkarte gehören diesmal nicht zum Lieferumfang.

Technik

Das technische Innenleben mußte infolge des dreiteiligen Fahrzeugaufbaus einer Abkehr vom üblichen Fahrzeugaufbau. Die technischen Komponenten mußten daher nicht nur im Mittelgehäuse, sondern auch in den beiden Vorbauten verlegt werden. Der Zugang der Gehäuse orientiert sich wiederum an bewährten Konzepten, indem das Mittelgehäuse durch einfaches Auseinanderspreitzen nach oben abziehbar ist. Die Abnahme der Vorbauten erfolgt durch Auseinanderziehen der Vorbauenden und anschließendes Abziehen nach vorne. Das besondere an diesen Gehäuseteilen ist, daß der Kunststoff mit Metall durchsetzt ist, um das Eigengewicht zu erhöhen. Im Mittelgehäuse befindet sich der Mittelmotor, deren Kraftübertragung durch kurze Muffen auf die Getriebe der beiden Laufwerke erfolgt. Hierbei werden alle Treibachsen über ein Zahnradgetriebe angetrieben. Von den sechs Antriebsrädern sind zwei Treibachsen einseitig mit Haftreifen bestückt.

Die Zentralplatine ist über dem Mittelmotor untergebracht, in welcher auch der mfx-Decoder untergebracht ist. Der Decoder erkennt auch das Datenformat DCC, womit ein Einsatz unter analogen Bedingungen möglich ist. In den Vorbauten sind die Lautsprecher untergebracht. Die Kurzkupplungskulisse ist im Vorlaufdrehgestell integriert, welches über einen zentralen Drehpunkt auslenkt.

Fahrverhalten

Das Eigengewicht beträgt 90 Gramm. Die Vorbildgeschwindigkeit beträgt 65 km/h. Messungen bei 12 V Gleichstrom ergaben eine Modellgeschwindigkeit von ca. 55 km/h. Die berechnete Modellgeschwindigkeit ist gegenüber der Vorbildgeschwindigkeit daher ca. 16 Prozent zu niedrig, gegenüber dem NEM-Wert – unter Berücksichtigung der Erhöhung um 50 % – ist sie um ca. 66 % zu langsam.

Optik

Elektrolokomotiven der ersten Stunde, wozu das Krokodil zweifelsohne gehört, weisen im Vorbild viele Details, Verschnörkelungen usw. auf und bedeuten für die Konstruktion einen erhöhten Umsetzungsaufwand. Der Anblick der Gehäuseteile zeigt ein sehr aufwendig umgesetztes Modell, das mit feinen Gravuren nicht spart. Beim Blick auf die Vorbauten sind nicht nur verschiedene Lüfteröffnungen dargestellt, sondern auch Wartungsdeckel und -klappen. Bei den Rahmenumläufen wurde die Oberfläche feinst geriffelt dargestellt. Auch das Maschinengehäuse ist aufwendig umgesetzt, auch hier sind alle Details nachgebildet. Die Fenstereinsätze sind rückseitig bedruckt, im Maschinenraum ist eine Imitation der elektrischen Anlagen zu sehen.

Das Dach ist mit zwei Scherenstromabnehmern samt Doppelschleifstück bestückt. Die extra eingesteckten Isolatoren und Dachleitungen sind zierlich nachgebildet. Gut erkennbar ist auch der mittig platzierte Hauptschalter. Einige Dachteile sind aber in der Gehäuseform angespritzt. Bei den Laufwerken ist vor allem der Schrägstangenantrieb Bauart Winterthur zu nennen. Die fein ausgeführte Speichenräder sind mit Metallstangen verbunden, sehenswert ist die Ausführung der Blindwelle mit den ausgeführten Nieten.

Bedruckung und Lackierung

Beim vorliegenden Modell sind verschiedene Bauteile bereits die entsprechenden Farben durch das verwendete Granulat vorbestimmt. Somit ergibt sich diesbezüglich ein korrekt „lackiertes“ Modell. Eine genauere Betrachtung ist der Bedruckung gewidmet, indem schwarze Grundflächen und goldige Schriftfarbe verwendet wurde. Die Lok trägt die Betriebsnummer 14316 und gehört somit in die erste Hälfte ihres Lebensabschnittes. Am Lokrahmen steht in kleinen Lettern das Revisions- oder Abnahmedatum R Be 22.10.29. Somit liegt ein Modell im Ablieferungszustand der Epoche II vor. Sämtliche Anschriften sind lupenrein aufgetragen.

Beleuchtung

Das Beleuchtungskonzept besteht aus LED-Lichtkörpern. Die Spitzenbeleuchtung besteht aus drei warmweißen LED-Lampen, das Schlusslicht wird mittels roter LEDs. Die Ansteuerung erfolgt wie gewohnt fahrtrichtungsabhängig. Im Digitalbetrieb sind noch weitere Schaltungsmöglichkeiten vorgesehen, außerdem sind mind. 20 verschiedene Soundfunktionen am Decoder aufgespielt.


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