Brawa 64500: DB Twindex ET 445

Wenn Bahnsteiglängen begrenzt sind und ein entsprechend hohes Fahrgastaufkommen vorhanden ist, sind Doppelstockzüge die idealste Lösung, kostengünstig und effizient die Verkehrsnachfrage zu decken. Im Bestand der DB AG befinden sich schon seit gut zwei Jahrzehnten verschiedene Dosto-Wagen. Auf Basis des bewährten Einzelwagenkonzepts der TWINDEXX Vario Doppelstockzüge werden die Einzelwagen durch einen elektrischen Triebzug ergänzt. Die DB Regio AG hat bisher mehr als 50 solcher Züge in verschiedenen Konfigurationen (vier- bis sechsteilig) bestellt. Ein Triebzug besteht aus zwei Triebköpfen (ET 445) und zwei bis vier Mittelwagen. Zwölf vierteilige Garnituren sind für die DB Regio Bayern in Würzburg für den Main-Spessart-Express vorgesehen. Ein Vorteil dieser Betriebsform ist, daß die Fahrzeuglänge durch Erweiterung von zwei weiteren Mittelwagen flexibel verlängert werden kann. Da die Triebköpfe über eine Mittelpufferkupplung verfügen, ist sogar ein rasches An- und Abkuppeln für die Doppeltraktion möglich und erlaubt somit die Ausbildung eines Flügelzugkonzepts. Die Züge erhalten eine komfortable Ausstattung mit großzügigen Sitzabständen und viel Stauraum.


Modellvorstellung

Brawa hat die Modellfertigung erstmals 2016 in Neuheitenblatt angekündigt. Im Neuheitenblatt 2017 wurde das Modell dann richtig vorgestellt. Letztendlich wurde die Formneuheit 2017 dann im November 2019 in den Fachhandel ausgeliefert. Brawa bietet den Twindexx Vario Doppelstock-Triebzug in einer Basisversion (64500) und als Digital-Version mit Loksound (64501) an. Diese Modelle sind als Dreierset konzipiert, das aus zwei Triebwagen und einem Doppelstockwagen besteht. Ergänzend dazu werden noch Ergänzungswagen mit den Artikelnummern 64501 bzw. 64503 angeboten. Die Preise für die Modell betragen € 269,90 bzw. € 369,90 für die Sets und € 74,90 bzw. € 104,90 für den Ergänzungswagen. Der Mehrpreis für den Zwischenwagen ist dem zusätzlich eingebauten Decoder geschuldet.

Verpackung

Brawa liefert das Dreierset in einer Kartonverpackung aus. Die Modelle sind in einer zweiteiligen Blisterverpackung untergebracht, die einerseits in einer Folie umwickelt sind, andererseits wurden für die Drehgestelle noch eigens gefertigte Schutzabdeckungen beigelegt. Die Betriebsanleitung und ein Zurüstbeutel mit weiteren Kupplungsteilen liegt zwischen Blisterverpackung und Schaumstoffausfüllung.

Technik

Das dreiteilige Set besteht aus zwei Treibköpfen und einem Mittelwagen. Beide Triebköpfe sind bereits mit einer Kuppelstange bestückt. Beim Kuppeln der Fahrzeugeinheiten empfielt es sich, diese im Liegen zu tun, weil der Kuppelvorgang bei einer Wagenseite des Dosto sich infolge der schlechteren Zugänglichkeit der Kurzkupplungskulisse als mühsamer gestaltet. Ansonsten ist ein problemloses Einschieben des Kupplungsteils möglich.

Von den Triebköpfen ist nur einer motorisiert. Die Antriebsanlage ist in der Bodenplatte verstaut. Das Abnehmen des Fahrzeuggehäuses erfolgt durch Auseinanderspreitzen der Seitenwände und anschließenden Hochziehen. Sie wird allerdings noch durch die Inneneinrichtung verdeckt. Diese Plastikteile sind am Fahrzeugrahmen mit Schrauben befestigt.

Der Motor befindet sich in der Bodenwanne und ist beidseitig mit Schwungmassen bestücke. Das Drehmoment wird über zwei lange Kardanwellen mit anschließendem Schnecken- und Zahnradgetriebe auf alle Achsen übertragen. Diese dienen gleichzeitig der Stromabnahme.

Die Fahrzeugplatine ist unter dem Oberdeck platziert. Im rückwärtigenÜbergangsbereich des Fahrzeuges befindet sich die Digital-Schnittstelle Next 18. Die Schnittstelle ist in jedem Wagen berücksichtigt.

Fahrverhalten

Der dreiteilige Triebzug hat ein Gesamtgewicht von 127 Gramm. Der motorisierte Triebkopf wiegt 56 Gramm, der Dosto 40 Gramm, und der Dummy-Triebkopf 31 Gramm. Das Vorbild hat eine Höchstgeschwindigkeit von 160 km/h. Messungen bei 12 V Gleichstrom ergaben umgerechnete Werte von ca. 120 km/h. Die Modellgeschwindigkeit beträgt bei 12 V Gleichspannung ca. 112 km/h. Das Modell ist demzufolge gegenüber der Vorbildgeschwindigkeit um ca. 30 % zu langsam, gegenüber dem NEM-Wert – unter Berücksichtigung der Erhöhung um 50 % – um ca. 80 % zu langsam.

Optik

Das Fahrzeug ist eine Kombination aus Personenwagen und motorsierten Triebkopf. Das aufgesetzte „Cockpit“ mit seinen nach innen geschwungenen Fahrzeugfront sowie die große Panoramascheibe sind maßgeblich für die Optik des ET 445 verantwortlich. Die Fenstereinsätze sind dabei paßgenau eingesetzt. Die Seitenwände weisen unterschiedliche Gravuren auf. Die seitlichen Abdeckungen und die Lüfterjalousien lassen sich dezent ertasten. Sogar die empor stehenden Fensterdichtungen wurden nachgebildet. Sauber umgesetzt sind auch die verschiedenen Taster bei den Türen. Der Dachbereich weist ebenso schön gravierte Lüftergitter dar, am hinteren Fahrzeugbereich ist ein Stromabnehmer mit Dachgarten aufgesetzt. Die elektrischen Bauteile sind zierlich modelliert und verschieden farbig ausgeführt. Beim Stromnehmer wurden sehr dünne Materialen verwendet. Der Treibkopf läuft auf zwei mit Tiefenwirkung versehenen Drehgestellen, die an der Außenseite eigene Schlingerdämpfer haben.

Dem Set ist noch ein normale DOSTO-Wagen des DB-Bestandes beigegeben worden. Das Modell ist tadellos gelungen und ist genauso wie die Triebköpfe mit feinen Gravuren an den Seitenwänden und der einzelnen erhabenen Darstellung verschiedener Fahrzeugteile versehen. Gerade die Fahrzeugunebenheiten bei den Bremsstellern und den Schiebetüren sind gut erkennbar. Die Fenstereinsätze sind wiederum paßgenau eingesetzt, die Fensterfassungen sind dezent mit schwarzen Umrandungen und erhaben dargestellt. Das Modell bzw. die Modelle weisen eine vorbildgerechte Inneneinrichtung auf.

Farbgebung und Beschriftung

Das Modell ist großflächig verkehrsrot lackiert und wird durch lichtgraue Zierlinien durchbrochen. Alle Farbtrennkanten sind gut gelungen. Die Anschriften sind gut deckend aufgetragen und unter der Lupe auch gut lesbar. Einzelne Fahrzeugteile oder Piktogramme sind mehrfarbig dargestellt. Der motorisierte Triebkopf ist mit den Anschriften D-DB 91 80 0445 062-6 und der Gattungsbezeichnung DBpzfa versehen. Im Revisionsraster stehen die Abnahmedaten Unt 0106 22.09.17. Der Mittelwagen weist folgende Anschriften auf, und zwar als NVR-Nummer D-DB 50 80 26-81 539-1. die Gattungsbezeichnung DBpza 782.1 und die Revisionsanschriften Unt 0106 22.12.16. Beim Dummy-Triebkopf sind diese Angaben aufgedruckt: D-DB 91 80 0445 056-8, Wagengattung DBpzfa und die Revisionsanschriften Unt 0106 22.09.17. Bei allen Fahrzeugen wurde auf den Seitenflächen der Main-Spessart-Express aufgedruckt, im Zuglaufschild wird auf den RE 54 mit Fahrtziel Frankfurt/M angegeben. Die Fahrzeuge gehören DB Regio Bayern und sind in Würzburg stationiert.

Beleuchtung

Die Beleuchtung besteht aus LEDs, wobei das Spitzenlichter dreimal weiß leuchtet. Bei der Innenbeleuchtung wurden blau schimmernde LEDs verwendet.


Bilder 64500/1

D-DB 91 80 0445 062-6, DBpzfa


Bilder 64500/2

D-DB 50 80 26-81 539-1, DBpza 782.1


Bilder 64500/3

D-DB 91 80 0445 056-8, DBpzfa


Bilder 64501

Da die Triebzüge der Baureihe ET 445 mehrteilig im Einsatz stehen, hat Brawa noch einen Ergänzungwagen aufgelegt, der als Dosto-Wagen die 1. und 2. Wagenklasse aufweist. Der Wagen gehört der Fahrzeuggattung DABpbza 787.2 an und hat die Wagennummer 50 80 36-81 163-8. Im Revisionsraster stehen als letzte Untersuchungsdaten Unt 0106 15.08.16.

Das Modell orientiert sich konstruktiv an dem beigefügten Mittelwagen des Sets, ist aber mit allen bauartbedingten Änderungen ausgeführt, was insbesondere auf einer Wagenseite im Unterdeck sichtbar ist.