Piko 40443: NS 2200 in Spur N

Die Niederländischen Staatsbahnen verfügten in den 1950er Jahren noch einen großen Fuhrpark an Dampfloks. Um die verbliebenen Dampfloks noch innerhalb weniger Jahre ersetzen zu können, wurde zwischen 1955 und 1958 die dieselelektrisch angetriebene Reihe 2200 in einer Stückzahl von 150 Lokomotiven beschafft. Die Reihe 2200 beruht auf dem amerikanischen Baldwin-Design (mechanischer Kastenaufbau) sowie im elektrischen Teil nach Westinghouse. Die Antriebsanlagen stammten von der National Supply Company. Die Fertigung der Loks erfolgte jedoch in den Niederlanden. Die ersten 100 Lokomotiven (2201 – 2300) wurden bei Heemaf in Hengolo (mechanischer Teil), Allan in Rotterdam (Dieselmotor) und Stork für die elektrischen Komponenten. Die restlichen 50 Lokomotiven stammten von der französischen Partnerschaft MTE, bestehend aus den Herstellern Creusot-Loire (mechanischer Teil) und Jeumont-Schneider (elektrischer Teil). Die Lokomotiven sind für eine Höchstgeschwindigkeit von 100 km/h ausgelegt und wurden dank der eingebauten Heizanlage im Personenzugverkehr verwendet. Zum Ende ihrer Einsatzzeit wurde die Serie vermehrt im Güterverkehr eingesetzt, wobei sich in den 1990er Jahren neue Aufgabengebiete ergaben und die Loks entsprechend mit neuen Betriebsnummern umgezeichnet wurden. Wenige Jahre nach der Jahrtausendwende wurden die Loks abgestellt und durch neuere Typen ersetzt.


Die NS-Reihe 2200 hat Piko 2014 als Neuheit ins Sortiment genommen und seither verschiedene Varianten aufgelegt. Ins diesjährige Neuheitenprogramm fand jedoch die Ausführung einer Lokomotive in der Ursprungsausführung mit Blaulicht-Warnleuchten am Dach. Diese Modellausführung ist unter der Artikelnummer 40443 zum UVP von € 179,99 angekündigt worden.

Verpackung

Die Auslieferung der NS-Lokomotive erfolgt in der bekannten Piko-Blisterbox, in welchem das Modell nach Abzug des Oberteiles und der Abnahme des Schutzdeckel aus der paßgenauen Plastikeinlage entnommen werden kann. Unter dem Plastikeinsatz sind die Betriebsanleitung und das Ersatzteilblatt beigelegt. Zusätzlich liegt auch ein Zurüstbeutel für das Zugheizkabel bei.

Technik

Die Antriebstechnik des Modells ist innerhalb des Lokgehäuses untergebracht. Das Gehäuse ist von der Unterseite des Modells mit zwei Schrauben befestigt. Diese Kreuzschrauben befinden sich direkt unter der Kurzkupplungsdeichsel. Nach dem Aufschrauben ist das Gehäuse nach oben abziehbar. Es wird das Innenleben mit der Zentralplatine sichtbar, die auf dem Chassis befestigt ist. Die Zentralplatine weist eine Digital-Schnittstelle des Typs PluX12 auf.

Die Antriebseinheiten sind unter der Platine eingesetzt. Der Mittelmotor mit zwei großen Schwungmassen treibt über jeweilige Wellenstummel und Zahnradgetriebe die vier Achsen der beiden Drehgestelle an. An der Unterseite der Drehgestelle sind die offenen Bodenplatten der Drehgestelle mit den Öffnungen der Zahnräder ersichtlich. Das Modell erhielt zwei Haftreifen, die auf der Achse 2 und 3 aufgezogen sind und somit für zusätzliche Adhäsion sorgen. Das Modell verfügt beidseitig über eine Kurzkupplungskulisse mit NEM-Schacht.

Fahreigenschaften

Das Modell bringt lediglich 62 70 Gramm Eigengewicht auf die Waage. Das Vorbild hat eine Höchstgeschwindigkeit von 100 km/h. Messungen bei 12 V Gleichstrom ergaben umgerechnete Werte von ca. 123 km/h. Diese ist gegenüber der Vorbildgeschwindigkeit um ca. 23 % zu schnell, gegenüber dem NEM-Wert mit der Draufgabe von 50 % um gerade einmal ca. 27 % zu langsam.

Optik

Die zahlreichen Details hat Piko bei seiner Nachbildung allesamt vorgesehen. Der lange Vorbau beinhaltet zahlreiche Gravuren, mit denen nicht nur die Seitentüren einschließlich der Lüftergitter und sonstiger Abdeckungen nachgebildet werden, sondern finden ihre Fortsetzung am Führerhaus. Das Lokgehäuse ist aus Metall gefertigt. Die Seitengeländer sitzen sehr robust im Rahmen und lassen sich kaum verbiegen. Die Fenstereinsätze sind paßgenau im Gehäuse eingesetzt. Die großen und kleinen Scheinwerfer weisen feine Lampenfassungen auf. Die Scheibenwischer sind angespritzt, dafür leicht erhaben dargestellt. Die Drehgestelle sind dreidimensional nachgebildet und überzeugen durch ihre Tiefenwirkung.

Farbgebung und Beschriftung

Das Führerhaus, die Motorhaube sowie die Rahmenverkleidungen sind einheitlich in rotbrauner Farbe gehalten. Ein zweiter, zusätzlicher Zierspitz gesellt sich an der Lokfront zur rundumlaufenden, gelblichen Zierlinie. Es sind keinerlei Ausfransungen an den Farbtrennkanten zu erkennen. Die Beschriftung bzw. Bedruckung ist sauber aufgetragen. Revisionsanschriften oder Angaben zur Beheimatung sind keine Vorhanden.

Beleuchtung

Das Modell ist mit LED ausgestattet. Wartungsarme, warmweiße und rote LED dienen zur Darstellung der Spitzenbeleuchtung bzw. des Schlusslichtes. Die Spitzenbeleuchtung ist dreifach belegt und besteht aus den zwei unteren großen Lampen und oben rechts. Die kleinen Scheinwerfer oben dienen zur Darstellung des Schlußlichtes und sind zweifach belegt. Am Dach befinden sich noch zusätzlich bei Blaulicht-Drehleuchten.


Bilder