Roco 33229/33255 – NÖVOG E 7/ÖBB 1099.01

Die 85 Kilometer lange Mariazellerbahn ist die einzige mit Wechselstrom elektrifizierte Schmalspurbahn mit 760 mm Spurweite in Österreich. Für den Betrieb wurden ursprünglich Dampflokomotiven der Reihe Mh (ÖBB-Reihe 399) beschafft, die das Verkehrsaufkommen jedoch nicht bewältigen konnten. Die Strecke wurde schon vier Jahre nach der Eröffnung mit 6,5 kV/25 Hz-Wechselstrom elektrifiziert. Zwischen 1910 und 1914 wurden sechzehn Co’ Co’-Schmalspurloks an die Niederösterreichische Landesbahn (NÖLB) als E.1–16 abgeliefert. Alle Loks überstanden die Reichsbahnzeit als E 99 und kamen als Reihe 1099 nach 1945 zu den ÖBB. 1959 wurde ein weitreichendes Modernisierungsprogramm für die zwischenzeitlich fast fünfzig Jahre alten
Loks ins Leben gerufen. Auffällig war der Neubaukasten mit einem Stromabnehmer und die gefällige Lackierung in Karminrot/Elfenbein oder Blutorange/Elfenbein. Die 1099.007 erhielt als einzige eine Neulackierung im Valousek-Design. Sie, die 1099.013 sowie 1099.010 wurden braun lackiert und sind nun die Zugloks für den neu geschaffenen „Ötscher-Bär“. Alle Loks ohne die verunfallte 1099.15 kamen zur NÖVOG. Der Großteil der Loks wurden abgestellt und sind anderen Zwecken derzeit zugeführt. Die noch betriebsfähigen Lokomotiven bekamen ihre alten Betriebsnummern E 7, E 10 und E 14 zurück.


Modellvorstellung

Die ersten Modelle der Reihe 1099 gehen auf das Jahr 1986 zurück, als Roco die Nachbildung der Mariazellerbahn in HOe angekündigte. Die ersten Modelle wurden dann 1987 sowohl als Set als auch als Einzelmodell ausgeliefert, seither folgten unterschiedliche Modellausführungen dieses nunmehr mehr als 100 Jahre alten Vorbildes. Die aktuelle Modellausführung betrifft das derzeitige Erscheinungsbild der E 7 der NÖVOG.

Verpackung

In der bekannten Kartonschachtel befindet sich eine vorgeformter Plastikeinlage. Darin ist das Modell, das um eine Folie gewickelt ist, paßgenau und der Plastikhaube zum Transportschutz des Dachgartens fest eingelagert. Unter der Plastikeinlage befinden sich die Betriebsanleitung, das Ersatzteilblatt und der Zurüstbeutel.

Technik

Der technische Teil ist unter dem Lokkasten zu finden. Dieser lässt sich durch Lösen der Rastnasen in Kastenmitte – unter Zuhilfenahme zweier Schraubenzieher zwischen den Drehgestellen durch Einführen in der Unterseite dann problemlos abziehen. Die Platine samt Decoder ist über dem Mittelmotor montiert. Für den Digitalbetrieb hat Roco eine sechspolige Schnittstelle nach NEM 651 verbaut.

Der Mittelmotor ist mit einer großen Schwungmassen versehen und treibt die 1099 via Kardanwellen und Stirnrad-/Schneckengetriebe auf alle sechs Achsen an. Das Modell kommt vollkommen ohne Haftreifen aus. Für die Stromabnahme sind alle sechs Achsen vorgesehen.

Optik

Roco hat seine 1099 tadellos umgesetzt, sodaß sich die zwischenzeitlich 30 Jahre alte Konstruktion auch heute noch sehen lassen kann. Das Fahrzeuggehäuse ist mit zahlreichen Gravuren und Details ausgestattet. Die Dachpartie ist korrekt wiedergegeben. Der aufwendig genietete und als Sprengwerk versehene Rahmen ist ebenso tadellos umgesetzt und ist aus Metall gefertigt. Dagegen sind die Drehgestelle wiederum aus Kunststoff gefertigt. Die Treibstangen sind filigran ausgeführt.

Farbgebung und Beschriftung

Die Lackierung wurde vorbildgerecht umgesetzt. Die Bedruckung ist vollständig. Die einzelnen Anschriften sind – teils ohne und teils mit Lupe – gut lesbar. Die Lok trägt die einfache Betriebsnummer E 7 und hat das Revisionsdatum vom Mai 2011.

Beleuchtung

Die Beleuchtung wurde zeitgemäß mit LEDs (warmweiß/rot) ausgeführt, die fahrtrichtungsabhängig leuchten.


Bilder


Roco 33255 – ÖBB 1099.01

Als zweite Neuheit im Bereich der österreichischen Schmalspurlokomotiven ist die Ausführung der ÖBB 1099.01 zu nennen, die Roco unter der Artikelnummer 33255 zum UVP von € 149,– im September 2016 an den Fachhandel auslieferte.

Das ausgelieferte Modell entspricht technisch wie optisch dem oben beschriebenen Fahrzeug, allerdings fiel auf, daß das vorliegende Fahrzeug eine nicht weiter erklärbare Schrägneigung aufweist, welche beim Stromabnehmer mehr als deutlich sichtbar wird.

Das Modell der 1099.01 ist im Zeitraum zwischen Hauptausbesserung und Einführung der neuen Bildmarke in den 1970er Jahren sowie der Umnummierung 1986 auf Computernummer anzusiedeln und gehört der Epoche IV an. Die Lackierung ist tadellos umgesetzt, gleiches gilt auch für die Anschriften. Einzelne Fahrzeuganschriften sind erhaben dargestellt und farblich abgesetzt. Zur optischen Verfeinerung liegen dem Fahrzeug geätzte Lokschilder als Zurüstteil bei.


Bilder